MIETEN STEIGEN WEITER: Die Preise für Mietwohnungen in der Schweiz sind im Dezember leicht gestiegen. Gemäss dem vom Immobilienportal Homegate berechneten Mietindex hat sich das Preisniveau im Vergleich zum Vormonat um 0,09 Prozent erhöht. Im Dezember wurden insbesondere die Wohnungen in den Kantonen Luzern, St. Gallen, Thurgau, Solothurn, Baselstadt und Baselland teurer. Die stärkste Zunahme gab es in Luzern mit 0,85 Prozent. In den Kantonen Aargau, Bern, Genf Waadt und Tessin hingegen sanken die Mietpreise im Dezember. Mit 0,89 Prozent den stärksten Rückgang verzeichneten Genf und Waadt. Damit resultierte innert Jahresfrist in der Schweiz ein Anstieg der Mieten um 0,62 Prozent. In den Kantonen Baselstadt und Baselland gab es mit 1,93 Prozent das stärkste Wachstum. Der Homegate-Index stand zum Jahresende bei 113,9 Punkten (100=Januar 2009).

WENIGER VERKÄUFE: Die Einnahmen im Schweizer Detailhandel sind im November - analog zu den Vormonaten - gesunken. Die realen, auf vergleichbarer Basis ermittelten Zahlen zeigen ein Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nominal ging es sogar um 4 Prozent nach unten. Der Detailhandel ohne Treibstoffe verzeichnete im November 2015 gegenüber dem Vorjahresmonat einen Rückgang der realen Einnahmen von 1,2 Prozent. Das nominale Minus lag laut den provisorischen Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) bei 2,9 Prozent. Auch im Vergleich mit dem Vormonat dominieren die Minuszeichen. Saisonbereinigt gingen die realen Detailhandelsumsätze im November gegenüber dem Oktober um 0,8 Prozent zurück. Nominal sanken die Erlöse laut einer Medienmitteilung des BFS um 0,9 Prozent. Insgesamt verzeichnet der Schweizer Detailhandel damit seit Mai 2015 Rückgänge bei den realen Einnahmen.

BESSERE ARBEITSBEDINGUNGEN: Die Gewerkschaft Unia hat auf ihrer Delegiertenversammlung bessere Arbeitsbedingungen gefordert. Zudem wurde neuen Geschäftsmodellen, wie dem Fahrdienst Uber oder dem Schlafplatzvermittler Airbnb, der Kampf angesagt. Laut der Unia hängt die Qualität von Dienstleistungen eng von den entsprechenden Arbeitsbedingungen ab. Daher fordert die Gewerkschaft im Servicesektor bessere Arbeitsbedingungen. Ein besonderer Dorn im Auge der Gewerkschaften sind neue Geschäftsmodelle, die insbesondere die Digitalisierung mit sich bringt. Neue Technologien ermöglichen es nämlich, dass Kunden direkt über Online-Plattformen ihre Dienstleistungen beziehen. Stark betroffen sind etwa das Transportgewerbe und die Hotellerie. Unia werde ein Rechtsgutachten in Auftrag geben, das untersuchen soll, ob sich Anbieter solcher moderner Geschäftsformen an die geltenden rechtlichen Bestimmungen halten.

GESCHÄFTSSCHLIESSUNG: Am Zürcher Weinplatz gibt es bald keine Holz-Bauklötze mehr zu kaufen. Das traditionsreiche Spielwarengeschäft Pastorini schliesst per 27. Februar aus wirtschaftlichen Gründen nach fast 60 Jahren. Der Laden in Dübendorf ZH sowie der Onlinehandel werden weitergeführt. Von der Schliessung betroffen sind 18 Personen. Zwei davon haben bereits eine neue Stelle. Die anderen werden bei der Suche unterstützt. Einen Sozialplan gibt es nicht, wie eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. In der Spielwarenbranche erfolgreich zu sein, ist nicht einfach. Die Konkurrenz der Computerspiele und der Preiskampf machen vor allem dem Fachhandel zu schaffen. Dies bekommt das Zürcher Traditionshaus Pastorini mit voller Wucht zu spüren.

VW ENTSCHULDIGT SICH: Mit der Ausweitung des Gutschein-Programms und konkreten Vorschlägen zum Stopp der Abgasmanipulation will Volkswagen bei Kunden und Behörden in den USA gut Wetter machen. "Wir müssen nicht nur unsere Autos reparieren", sagte Konzernchef Matthias Müller or der Automesse in Detroit. "Wir müssen unsere Glaubwürdigkeit reparieren." Er entschuldigte sich erneut für den Einsatz illegaler Software. "Wir haben einen grossen Fehler begangen, einen technischen Fehler." Es habe aber nie die Absicht gegeben, Kunden oder Behörden hinters Licht zu führen. Auf die Frage, ob VW eine technische Lösung habe, antwortete der Konzernchef: "Aus unserer Sicht: ja." Man müsse aber abwarten, wie die Behörde das sehe. Der US-Umweltbehörde will Müller bei einem geplanten Spitzentreffen am Mittwoch ein Paket an Vorschlägen vorlegen - dazu gehört ein neuer Katalysator. Müller bekräftigte, Volkswagen wolle trotz drohender Milliardenklagen von Konsumenten und des massiven Imageschadens an seinen Investitionsplänen in den USA festhalten.

ILLEGALE STEUERDEALS: Die EU-Kommission hat den steuerlichen Umgang Belgiens mit Gewinnüberschüssen einer Reihe von Grossunternehmen für illegal erklärt. Belgien müsse von 35 Konzernen insgesamt rund 700 Millionen Euro nachfordern, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Die nur bestimmten Unternehmen gewährten Steuervergünstigungen seien nach den EU-Beihilfevorschriften unzulässig. Die meisten der betroffenen multinationalen Unternehmen stammen aus der EU. Belgien habe den Unternehmen "erhebliche Steuervorteile" gewährt, die als unzulässige Staatsbeihilfen bewertet würden, sagte Vestager. "Dadurch werden kleinere Konkurrenten, die nicht Teil einer multinationalen Unternehmensgruppe sind, im Leistungswettbewerb benachteiligt."

UMSATZEINBUSSE : Die Pariser Anschläge mit 130 Toten im November haben das Geschäft von Air France am Jahresende belastet. Als Folge der islamistischen Attentate habe es im Dezember Umsatzeinbussen von rund 70 Millionen Euro gegeben. Eine konkrete Umsatzzahl nannte Air France nicht. Bereits im November sprach die Fluggesellschaft davon, dass sich die Anschläge am 13. November mit 50 Millionen Euro negativ auf die Erlöse ausgewirkt hätten. Insgesamt macht Air France allerdings ein Erholung der Geschäfte aus. Eine gute Nachfrage nach Langstreckenflügen und dem Angebot der Billigsparte Transavia hätten zu einem Plus von 1,1 Prozent beim Passagieraufkommen geführt. Das Fracht-Geschäft hingegen gab um 7,8 Prozent nach.

BMW GIBT GAS: BMW hat 2015 erneut einen Rekordabsatz eingefahren und den Spitzenplatz im deutschen Dauer-Dreikampf mit Mercedes und Audi verteidigt. Der deutsche Konzern verkaufte im vergangenen Jahr von seinen drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce weltweit knapp 2,25 Millionen Fahrzeuge - das sind 6,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Kernmarke BMW legte um 5,2 Prozent zu, auf knapp 1,91 Millionen Fahrzeuge, wie der Konzern mitteilte. Mit einem Vorsprung von rund 33'700 Fahrzeugen hielten sich die Münchner auf Platz 1. Mercedes-Benz lieferte 2015 gut 1,87 Millionen Autos seiner Kernmarke aus. Damit schob sich die Marke an Audi vorbei - die VW-Tochter kam auf rund 1,8 Millionen verkaufte Autos.

MILLIARDENDEAL: Das Übernahmekarussell in der Pharmaindustrie dreht sich auch im neuen Jahr weiter: Der britisch-irische Konzern Shire will den US-Konkurrenten Baxalta für rund 32 Milliarden Dollar kaufen. Das Management beider Unternehmen habe einem Zusammenschluss zugestimmt, teilten Shire und Baxalta mit. Die Übernahme soll Mitte 2016 abgeschlossen sein. Bereits in der vergangenen Woche wurde über ein Zusammengehen spekuliert. Baxalta stellt überwiegend Medikamente gegen seltene Krankheiten her. Shire hatte zuletzt für die US-Biotechnologiegesellschaft Dyax ein Angebot über knapp sechs Milliarden Dollar vorgelegt. In der Branche war es zuletzt häufiger zu Übernahmen gekommen.

MEHR WACHSTUM BIS 2018: Die türkische Regierung rechnet in den kommenden drei Jahren mit mehr Wirtschaftswachstum, aber auch einer hartnäckig hohen Inflation. Das Bruttoinlandprodukt soll im laufenden Jahr um 4,5 Prozent zunehmen, erklärte Vize-Ministerpräsident Mehmet Simsek bei der Vorstellung der mittelfristigen Regierungsprognose. 2017 und 2018 sollen es jeweils fünf Prozent sein, nachdem es im abgelaufenen Jahr nur zu vier Prozent gereicht hatte. Investitionen und eine höhere Produktivität sollen den Aufschwung ankurbeln. Allerdings erwartet Simsek eine anhaltend hohe Inflation. Die Teuerungsrate soll in diesem Jahr bei 7,5 Prozent und im kommenden bei 6,5 Prozent liegen. Erst 2018 soll sie mit fünf Prozent wieder im Zielbereich der Regierung liegen.

KAUTION ANGEORDNET: Im Skandal um Manipulierte Zinssätze sind Mitarbeiter der Deutschen Bank erstmals vor einem Londoner Gericht erschienen. Von den sechs Beschuldigten, die grösstenteils nicht mehr für den deutschen Branchenprimus arbeiten, erschienen nur zwei. Einer der beiden, ein in Singapur ansässiger Franzose, muss eine Millionen Pfund (1,44 Millionen Franken) Kaution hinterlegen, sein ehemaliger deutscher Kollege 100'000 Pfund. Der Deutsche arbeitet nach eigenen Angaben noch für die Deutsche Bank, die sich zu der Anhörung nicht äussern wollte. Insgesamt beschuldigt die britische Strafverfolgungsbehörde Serious Fraud Office (SFO) zehn Männer und eine Frau, an Manipulationen des wichtigen Referenzzinssatzes Euribor beteiligt gewesen zu sein. Vergangenen August war bereits einer der Hauptverdächtigen im Libor-Skandal - ein Ex-UBS-Händler - in London zu 14 Jahren Haft verurteilt worden, später wurde die Strafe auf elf Jahre vermindert.

RAND AUF REKORDTIEF: Südafrikas Währung, der Rand, ist auf ein neues Rekordtief gegenüber dem US-Dollar gefallen. Am Montagmorgen sackte der Wert der Währung um neun Prozent ab, das war der tiefste Fall seit Oktober 2008. Ein Dollar war zwischenzeitlich 17,91 Rand wert. Im Laufe des Handels erholte sich der Rand etwas. Die südafrikanische Währung hatte im vergangenen Jahr rund ein Viertel ihres Wertes eingebüsst. Grund sind die schlechten Konjunkturdaten des Landes. Verstärkt wurde die Entwicklung im Dezember, als Präsident Jacob Zuma den erfahrenen Finanzminister entliess und durch einen unerfahrenen Vertrauten ersetzte. Ihn musste er vier Tage später durch einen angesehenen Alt-Finanzminister ersetzen. Seit ein paar Tagen kommen die Sorgen um das Wachstum in China hinzu.

VERKEHRTE WELT IN INDIEN: Rohöl ist in Indien jetzt billiger als Mineralwasser. Ein Barrel (159 Liter) des Rohstoffs für den indischen Markt habe zuletzt 29,24 US-Dollar gekostet, also etwa 18 US-Cent (17 Euro-Cent) pro Liter, rechnete der indische Nachrichtensender NDTV auf seiner Webseite vor. Eine günstige Flasche Mineralwasser hingegen koste im Laden oder am Strassenstand 15 Rupien, also 22 US-Cent. Derzeit drückt das weltweit hohe Rohölangebot die Preise, in der vergangenen Woche waren mehrjährige Tiefststände erreicht worden. Diesel kostet in Indiens Hauptstadt Neu Delhi aktuell rund 45 Rupien pro Liter - also noch etwa dreimal so viel wie Wasser.

(AWP)