HÖHERE PREISE: Die Angebotspreise bei Immobilien sind zum Jahresbeginn wieder gestiegen. Nach einer Phase der Stagnation gegen Ende des Jahres 2015 haben sich im Januar die Preise in Offerten erhöht. Laut dem Immobilienindex, der regelmässig vom Onlineportal Immoscout24 und dem Zürcher Beratungsunternehmen IAZI ermittelt wird, legten die Angebotspreise für Einfamilienhäuser gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent zu. Bei den Werten für Eigentumswohnungen ging es um 0,7 Prozent nach oben. Auch auf Jahresbasis erhöhten sich die geforderten Preise für Immobilien. Gegenüber Januar 2015 legten die Wertangaben für Einfamilienhäuser um 1,6 Prozent und jene für Eigentumswohnungen um 0,4 Prozent zu. Seit der Lancierung des Immobilienindex im Jahr 2011 haben sich die Angebotspreise für Einfamilienhäuser um rund 11 Prozent und jene für Eigentumswohnungen um markante 19,3 Prozent erhöht.

LASTMINUTE.COM MIT VERLUST: Die Online-Reiseagentur Lastminute.com hat ihr Umsatzziel für 2015 erneut gesenkt. Das Unternehmen erwartet nach einem Verlust von 4,6 Millionen Franken im ersten Halbjahr auch für das Gesamtjahr rote Zahlen. Über die Höhe des Verlustes wird Lastminute.com am 22. März informieren, wie Unternehmenssprecher Martin Meier-Pfister auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda erklärte. Die Umsätze des vergangenen Geschäftsjahres werden voraussichtlich 2 Prozent unterhalb des Umsatzziels von 255 Millionen Euro fallen. Es handle sich um "ein relativ moderates Minus", heisst es in der Medienmitteilung. Grund dafür seien die negativen Auswirkungen der Terroranschläge in Paris auf die europäische Tourismusbranche. Bereits zum Halbjahr hatte Lastminute.com das Umsatzziel von 270 Millionen auf 255 Millionen Euro reduziert.

RÜCKGANG BEI COMET: Der Freiburger Röntgensystemhersteller Comet hat 2015 weniger Umsatz und Gewinn erzielt. Der Umsatz sank um knapp 2 Prozent auf 282,3 Millionen Franken. Der Reingewinn sackte um über einen Drittel auf 17,7 Millionen Franken ab. Das Absacken des Reingewinns hatte Comet erwartet, wie das Unternehmen am Montag überraschend mitteilte. Im Vorjahresgewinn waren einmalige Steuereffekte aufgrund von Verlustvorträgen in den USA enthalten. Der Betriebsgewinn sank um gut 10 Prozent auf 35,7 Millionen Franken. Beim Umsatz hatte nach Angaben von Comet vor allem die Aufwertung des Frankens belastet. Comet sieht sich in einem schwierigen Umfeld trotz der Rückgänge gut behauptet. Nach dem Rekordjahr 2014 habe man das zweitbeste Resultat in der Firmengeschichte eingefahren.

NOCH KEINE VERHANDLUNGEN: Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) gehört zu den zehn Instituten, bei denen immer noch eine Einigung im Steuerstreit mit den USA aussteht. Die Verhandlungen mit dem US-Justizdepartement (DoJ) haben aber immer noch nicht begonnen. Laut ZKB-Chef Martin Scholl bestimmt Washington den Fahrplan. In einem Interview mit der Westschweizer Tageszeitung "L'Agefi" stellte Scholl weiter fest, dass die Gründe, warum es bei diesem Dossier nicht schneller vorangehe, nicht bekannt seien. Scholl wiederholte, dass die ZKB bereit sei Verhandlungen aufzunehmen. Von den dreizehn Banken, die unter die Kategorie 1 im Steuerabkommen zwischen Bern und Washington eingereiht wurden, haben bisher erst die Grossbanken UBS (780 Mio. Dollar Busse) und Credit Suisse (2,6 Mrd. Dollar) sowie die Privatbank Julius Bär einen Schlussstrich ziehen können und einen Vergleich mit der US-Justiz abgeschlossen.

WENIGER TANKSTELLEN: Die Konsolidierung unter den Schweizer Tankstellen geht weiter: Die Zahl der öffentlich zugänglichen Markentankstellen ist 2015 um 2,4 Prozent auf 3461 gesunken. Auch der Absatz pro Tankstelle ist seit Jahren rückläufig. Über das grösste Tankstellennetz verfügen weiterhin die Avia-Unternehmen mit 604 Stationen, gefolgt von Agrola (430), BP (361), Ruedi Rüssel (339) und Migrol (310), wie die Erdöl-Vereinigung mitteilte. Ein gewichtiger Wettbewerbsfaktor sind Tankstellenshops. 2015 trugen Tankstellen, die über einen Shop verfügten, 72 Prozent zum gesamten Treibstoffabsatz bei. Die aktuelle Statistik bestätigt, dass an Standorten mit einer grösseren Shopfläche im Mittel wesentlich mehr Treibstoff getankt wird als an solchem mit einem kleineren Shop. Ende 2015 boten insgesamt 1344 Tankstellenshops Einkaufsmöglichkeiten.

BIKETEC KAUFT PARTNER: Der Berner E-Bike-Hersteller Biketec übernimmt seinen holländischen Vertriebspartner Amazing Wheels BV. Biketec übernimmt sämtliche Aktien dieser Firma und will mit dem Kauf seine Marktposition in den Benelux-Staaten stärken. Firmenchef Simon Lehmann wird in einer Mitteilung des Huttwiler Unternehmens mit den Worten zitiert, die Akquisition bringe Biketec noch näher an die Fachhändler und Kunden einer der wichtigsten Exportmärkte. Auf die Anzahl Stellen bei Amazing Wheels hat die Übernahme laut der Mitteilung keine Auswirkungen. Den Kaufvertrag unterzeichneten die beiden Firmen am 11. Februar. Zum Kaufpreis vereinbarten sie Stillschweigen. Biketec stellt Elektrofahrräder der Marke Flyer her und beschäftigt rund 200 Personen.

GEWINNEINBRUCH: Nestlé Indien hat durch den Verkaufsstopp für Maggi-Nudelgerichte auch im vierten Quartal 2015 einen Umsatz- und Gewinneinbruch verzeichnet. Die indische Tochtergesellschaft des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns weist einen um 23 Prozent tieferen Nettoumsatz von 19,5 Milliarden indischen Rupien (umgerechnet rund 280 Millionen Franken) aus. Der Gewinn sank um knapp die Hälfte auf noch 1,83 Milliarden indische Rupien, wie dem Geschäftsbericht 2015 von Nestlé Indien zu entnehmen ist. Im Gesamtjahr ging der Umsatz um 17 Prozent auf 81,2 Milliarden indische Rupien und der Gewinn um gut die Hälfte auf 5,63 Milliarden indische Rupien zurück. Das Ergebnis wurde in der Periode von Oktober bis Dezember somit weiter durch die Querelen um zu hohe Bleibelastungen in Fertig-Nudelgerichten der Marke Maggi belastet.

HARZIGER BEGINN: Seit Montag stehen sieben ehemalige und gegenwärtige Deutsche-Bank-Mitarbeiter vor Gericht. Sie sollen geholfen haben, den Fiskus mittels Handel von Luftverschmutzungsrechten um Millionen zu betrügen. Doch der Prozess kommt nur schwer in Gang: Er begann mit einer Flut von Befangenheitsanträgen. In Serie warfen Verteidiger dem Vorsitzenden Richter Martin Bach und seinen Beisitzern am Landgericht Frankfurt eine "Vorverurteilung" der acht Angeklagten vor und forderten per Befangenheitsantrag deren Absetzung. Die Ermittlungen zu den Betrugsgeschäften laufen seit Jahren. In einem ersten Prozess 2011 wurden sechs Bankkunden wegen schwerer Steuerhinterziehung zu Haftstrafen verurteilt.

WIRTSCHAFT SCHRUMPFT: Seit Jahren geht es mit Japans Wirtschaft auf und ab. Von einer echten Erholung kann keine Rede sein. Doch Premier Shinzo Abe zeigt sich hartnäckig zuversichtlich. Japans Wirtschaft ist im Schlussquartal 2015 stärker geschrumpft als befürchtet. Wie die Regierung in Tokio auf der Basis vorläufiger Daten bekanntgab, sank die wirtschaftliche Leistung des Landes vor allem wegen der schwachen Konsumentenausgaben sowie rückläufiger Exporte um eine hochgerechnete Jahresrate von 1,4 Prozent. Das ist ein stärkerer Rückgang als Ökonomen erwartet hatten. Die enttäuschenden Daten untergraben die "Abenomics" genannte Wirtschaftspolitik von Premier Shinzo Abe, der eigentlich die Inflation und das Wachstum ankurbeln will.

DROHNEN ALS BEDROHUNG: Hobby-Drohnen stellen nach Einschätzung des Internationalen Luftfahrtverbands (Iata) "eine wachsende Bedrohung" für Passagiermaschinen dar. Piloten meldeten dem Verband häufig Drohnen an "überraschenden Orten", vor allem in geringer Höhe in der Nähe von Flughäfen. "Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass dies ein echtes und wachsendes Problem für die Sicherheit von zivilen Flugzeugen ist", sagte Iata-Chef Tony Tyler. Im Vorfeld des Luftfahrtsalons in Singapur betonte Tyler vor zahlreichen Branchenvertretern, auch er sei "begeistert", wenn er höre, dass Pizza künftig per Drohnen ausgeliefert werden könne. Zugleich sprach sich der Iata-Chef für "umsichtige" Regulierungen aus. In der Schweiz sind Drohnen in Flughafennähe verboten.

AUS FÜR BLAUPUNKT: Blaupunkt steht für Technik-Meilensteine im Auto - das Unternehmen entwickelte Europas erstes Autoradio und auch das erste Navi. Der Erfolg ist Geschichte, im deutschen Hildesheim geht das letzte Kapitel zu Ende. Die Keimzelle des einstigen Autoradio-Imperiums Blaupunkt in Hildesheim wird endgültig abgewickelt. Die letzten 33 Mitarbeiter einer am Standort verbliebenen Sparte erhalten "in Kürze" ihre Kündigungen, wie Insolvenzverwalter Rainer Eckert mitteilte. Der Erhalt der Jobs sei in letzter Sekunde gescheitert. Stattdessen gehe die Lizenz für das Blaupunkt-Einzelhandelsgeschäft in Europa an einen Investor, der nur noch den Lagerbestand übernehme.

AUSSENHANDELS-EINBRUCH: Nach einer kurzen Verschnaufpause im Dezember geht es mit Chinas Aussenhandel wieder steil bergab: Sowohl Exporte als auch Importe der zweitgrössten Volkswirtschaft blieben im Januar erneut hinter den Erwartungen von Ökonomen zurück. Wie die Zollverwaltung in Peking am Montag mitteilte, sanken die Ausfuhren im Vergleich zum Januar des Vorjahres um 6,6 Prozent. Für die Einfuhren ging es sogar um 14,4 Prozent bergab. Die neuen Handelszahlen deuten einerseits auf eine weiterhin mangelnde heimische Nachfrage durch die langsamere Konjunktur in der zweitgrössten Volkswirtschaft hin. Andererseits zeigen sie, dass wegen der schwächelnden Weltwirtschaft auch die Nachfrage aus dem Ausland weiter abnimmt. Zumindest teilweise sind für die schlechten Zahlen aber auch die Feiertage um das chinesische Neujahrsfest vergangene Woche verantwortlich.

EINSTIEG BEI GROUPON: Die chinesische Handels-Plattform Alibaba ist ein Grossaktionär des Schnäppchen-Portals Groupon geworden. Alibaba hielt zum Ende vergangenen Jahres einen Anteil von etwas mehr als fünf Prozent, wie aus Informationen bei der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Bei Groupon können Restaurants, Dienstleister und andere Geschäfte Rabatt-Coupons anbieten, um Kunden zu werben. Ausserdem verkauft Groupon selbst Waren mit Preis-Abschlägen. Das Unternehmen wuchs in den ersten Jahren rasant, doch eine überhastete internationale Expansion sorgte dann für hohe Verluste. Im vergangenen September hatte Groupon in den USA angekündigt, dass von den schätzungsweise rund 12'000 Mitarbeitern weltweit 1100 Stellen gestrichen würden. Zudem gab der Anbieter bekannt, sich aus sieben Ländern zurückziehen zu wollen. Auch in der Schweiz hat Groupon seinen Dienst inzwischen eingestellt.

FAULE KREDITE: Faule Kredite werden in China immer mehr zu einem Problem. Ende 2015 summierten sich die ausfallgefährdeten Darlehen in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt auf umgerechnet 192 Milliarden Franken, wie die für Bankenaufsicht zuständige Kommission mitteilte. Das ist der höchste Stand seit dem zweiten Quartal 2006. Der Anteil fauler Darlehen im Verhältnis zum Gesamtportfolio stieg zudem abermals an. Hierin spiegelt sich die jüngste Konjunkturschwäche wider. Die chinesische Wirtschaft war vergangenes Jahr so langsam gewachsen wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr.

PROTESTE GEGEN DUMPING: In Brüssel haben mehrere tausend Stahlarbeiter aus europäischen Ländern gegen Billigkonkurrenz aus China demonstriert. Mit weissen und gelben Schutzhelmen zogen die Demonstranten am Montagmittag zum Gebäude der EU-Kommission, von der sie mehr Unterstützung verlangten. "SOS", " und "Stoppt China Dumping", stand auf Transparenten. Die vielfach unter Verlusten leidenden europäischen Produzenten werfen chinesischen Herstellern vor, ihre Stahlsorten unter Herstellungskosten auf den EU-Markt zu bringen. Die EU-Kommission hat schon in mehreren Fällen Strafzölle wegen Dumpings verhängt. Eine Reihe von Untersuchungen laufen bei der Behörde noch. Die Kundgebung richtete sich auch gegen das Vorhaben, China den Status einer Marktwirtschaft zuzusprechen, was Einfuhren nach Europa erleichtern würde.

(AWP)