Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent höher auf 16.398 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,1 Prozent auf 1926 Zähler vor, nachdem er vergangene Woche sechs Prozent verloren hatte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich dagegen um 0,1 Prozent auf 4637 Punkte.

Marktteilnehmer sprachen von einem volatilem Handel im Vorfeld der anstehenden Bilanzsaison der Firmen zum abgelaufenen Quartal. Den Auftakt machte nach Handelsschluss der Aluminium-Konzern Alcoa, der traditionell als erstes US-Grossunternehmen seine Geschäftszahlen vorlegt. Die Alcoa-Aktie drehte nach festem Auftakt zum Schluss knapp ein Prozent ins Minus.

Bei den Einzelwerten verlor die Aktie des Pharmakonzerns Baxalta nach einer freundlichen Eröffnung 2,3 Prozent. Das Unternehmen wird für rund 32 Milliarden Dollar vom britischen Rivalen Shire übernommen.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen auch die Dividendenpapiere von Celgene, nachdem der Pharmakonzern eine enttäuschende Gewinnprognose vorgelegt hatte. Celgene-Papiere verbilligten sich um mehr als fünf Prozent.

Belastet vom Rückgang der Ölpreise liessen die Aktien der beiden Energiekonzerne Exxon und Chevron jeweils mehr als ein Prozent Federn.

In Frankfurt schloss der Dax 0,3 Prozent niedriger mit einem Drei-Monats-Tief von 9825,07 Punkten. Der EuroStoxx50 sackte 0,2 Prozent auf 3027,49 Punkte ab. Mit einem Verlust von über acht Prozent markierte der Dax vorige Woche den schwächsten Jahresauftakt in seiner Geschichte. Auch zu Beginn der zweiten Handelswoche im neuen Jahr hat sich die Stimmung unter den Anlegern weltweit nicht verbessert. "Die Lage in China ist undurchsichtig, das verunsichert die Anleger gehörig", sagte ein Händler. Zudem sorgte die Beschleunigung des Preisverfalls beim Öl für hohe Nervosität. Denn letztlich spiegele dies die Erwartung einer nur schwachen Konjunkturentwicklung wider.

Für Verunsicherung sorgte der anhaltende Rückgang der Ölpreise: Nordseeöl der Sorte Brent stürzte um 5,5 Prozent auf 31,69 Dollar je Fass (159 Liter) ab und kostete damit so wenig wie zuletzt im April 2004. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um fast fünf Prozent auf ein Zwölf-Jahres-Tief von 31,55 Dollar. Einen neuen Auslöser dafür nannten Händler nicht. Mit Morgan Stanley kann sich nun nach Goldman Sachs eine weiter namhafte US-Bank Ölpreise von weniger als 30 Dollar vorstellen. Als Hauptgrund für den Preisverfall gilt das Überangebot auf dem Weltmarkt durch den Schieferölboom in den USA und die hohen Fördermengen der Opec.

Währungspolitik in Asien verunsichert

In Asien verunsicherte die chinesische Währungspolitik die Anleger. Nach acht Abwertungen wertete die Zentralbank den zweiten Handelstag in Folge den Yuan auf. Damit könnten die Bemühungen um eine Liberalisierung des Devisenhandels zurückgedreht werden, fürchten Börsianer.

An den chinesischen Börsen ging der Ausverkauf weiter: Der Aktienmarkt in Shanghai büsste 5,3 Prozent ein und schloss damit so niedrig wie seit September nicht mehr. Er liegt nur noch knapp über den Tiefständen vom August vorigen Jahres.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,08 Milliarden Aktien den Besitzer. 1069 Werte legten zu, 2003 gaben nach und 120 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,38 Milliarden Aktien 1082 im Plus, 1742 im Minus und 136 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 10/32 auf 100-24/32. Die Rendite stieg auf 2,165 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 27/32 auf 100-23/32 und rentierte mit 2,963 Prozent.

(Reuters)