Dieser Schritt, den die Mitglieder des Ausschusses einstimmig trafen, war von den meisten Experten erwartet worden. Die Börse in New York reagierte mit leichten Kursverlusten.

Die Notenbank erklärte, es werde auch in Zukunft höchstens kleine Zinsschritte geben. "Der Ausschuss glaubt, dass die wirtschaftlichen Entwicklungen sich in einer Art zeigen, die nur graduelle Erhöhungen rechtfertigen wird." Der Zinssatz werde für einige Zeit unterhalb dessen bleiben, was längerfristig gelten werde. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass die Notenbank im laufenden Jahr weniger als die erwarteten vier Zinsschritte unternimmt.

Die Fed hatte im Dezember erstmals nach sieben Jahren das Zinsniveau leicht um 0,25 Punkte angehoben und damit ein Ende der Ära des superbilligen Geldes eingeleitet. Nach Ansicht von Kritikern kam die Entscheidung angesichts der weltwirtschaftlichen Lage aber zu früh.

Zuletzt hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft um jeweils 0,2 Prozentpunkte für die Jahre 2016 und 2017 nach unten korrigieren müssen. Der niedrige Ölpreis, der Wandlungsprozess Chinas, Unwägbarkeiten durch politische Risiken in aller Welt und nicht zuletzt der extrem starke Dollar hatten vor allem in Entwicklungsländern bremsend gewirkt.

In den USA hatten zwar die Daten vom Arbeitsmarkt positiv gestimmt, Exporte und Inflation waren jedoch schwach. "Die Inflation wird in naher Zukunft gering bleiben", heisst es in einem Statement der Fed, und werde sich erst mittelfristig erholen. "Der Ausschuss beobachtet genau weltwirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen und beurteilt deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Inflation."

Für mögliche künftige Zinsschritte liess sich die Fed die Tür offen. "Der Ausschuss wird tatsächliche und zu erwartende wirtschaftliche Konditionen gegen die Ziele der Stärkung des Arbeitsmarktes und einer Inflation um zwei Prozent abwägen", teilte die Notenbank weiter mit. Dafür würden auch internationale Entwicklungen ins Kalkül gezogen.

(SDA)