Im Februar sind keine Treffen der Federal Reserve, der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of Japan (BoJ) vorgesehen, um den geldpolitischen Kurs festzulegen. Das liegt teilweise daran, dass einige Notenbanken im vergangenen Jahr beschlossen hatten, künftig seltener im Jahr zusammenzutreten.

Anleger müssen also vorerst allein durch jegliche neue Gefahren für die Weltwirtschaft navigieren, nachdem die Währungshüter zuletzt dabei geholfen hatten, die Kursverluste im schlimmsten Januar seit 2009 am Aktienmarkt zu begrenzen.

Die Aktienkurse erholten sich dank der grossen Zentralbanken von einem tieferen Ausverkauf - die Fed deutete eine verlangsamte Straffung ihrer Geldpolitik an, die EZB signalisierte, dass weitere Konjunkturimpulse auf dem Weg seien, und die BoJ führte sogar erstmals negative Zinsen sein.

Sofern die Notenbanken in diesem Monat nicht für Überraschungen sorgen, sind die Anleger möglicherweise einem weiteren Einbruch der Rohstoffe oder Verwerfungen aus China ausgesetzt, geplagt von einem sich abschwächenden Wachstum und mangelnder Klarheit hinsichtlich der Absichten der Entscheidungsträger.

Weitere Turbulenzen erwartet

"Der Februar ist wie ein Luftloch, weil bei keiner wichtigen Zentralbank ein Treffen angesetzt ist", sagte Kazuhiko Ogata, Chefökonom für Japan bei Crédit Agricole in Tokio. "Das birgt ein Risiko weiter wilder Aufs und Abs an den globalen Märkten."

Die Notenbanker werden über die Pause weniger unglücklich sein, die auch von der kanadischen Zentralbank und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) befolgt wird. Ausnahme ist die Bank of England (BoE), die ihre Währungshüter am Donnerstag einberufen wird. Die chinesische Notenbank People’s Bank of China (PBoC) hält keine vorab festgelegten Treffen ab und bleibt damit ein Joker - obgleich ihre Massnahmen die globalen Aktienmärkte manchmal eher aufwühlen, als ihnen zu helfen.

Die geldpolitische Entscheidungslücke gibt den Währungshütern mehr Zeit, die Auswirkungen des jüngsten Ausverkaufs bei Aktien und Rohstoffen auf ihre Volkswirtschaften abzuschätzen, wie auch die Folgen der Konjunkturabkühlung in China. Wenn die Marktverwerfungen bis März abklingen sollten, könnte der Fokus wieder auf grundlegenden Stabilitätszeichen in den führenden Volkswirtschaften gelegt werden. Die Fed- Notenbanker sagten vergangenen Mittwoch, sie beobachteten "die globalen Wirtschafts- und Finanzentwicklungen genau".

Neuer Sitzungsrhythmus

Die Anleger sich ein paar Wochen selbst zu überlassen könnte auch in Ordnung sein, da selbst einige Notenbanker die Wirksamkeit noch weiterer geldpolitischer Impulse in Frage gestellt haben. Sie argumentierten, es sei nicht ihre Aufgabe, die Märkte zu stützen - auch wenn sie den Ruf haben, genau das zu machen.

Für die selteneren Treffen sind die Notenbanker selber verantwortlich. Die EZB beschloss vergangenes Jahr, den vierwöchigen Turnus ihrer Zinsentscheidungen auf sechs Wochen auszudehnen, während die BoJ die Anzahl ihrer Sitzungen von 14 auf acht verringerte. Damit näherten sie sich der Praxis der Fed an, deren Offenmarktausschuss sich acht Mal pro Jahr trifft.

Grund für die verringerte Anzahl der Sitzungstermine bei EZB und BoJ war zum Teil auch, durch die Veröffentlichung von mehr Berichten über ihre Volkswirtschaften und Entscheidungsprozesse eine höhere Transparenz zu schaffen. EZB- Präsident Mario Draghi hatte im April vergangenen Jahres auch gesagt, die frühere "Häufigkeit unserer Sitzungen lässt die Öffentlichkeit und Märkte mehr Massnahmen erwarten."

"Dann regt man sich nicht so auf"

An den Märkten könnten nach Einschätzung von Ökonom Rob Carnell bei ING Bank die einmonatige Auszeit der Zentralbanken auch für etwas mehr Ruhe sorgen.

"Wenn eine Notenbanksitzung ansteht, wird ihre zeitliche Nähe häufig zu einer Quelle für Volatilität und Unsicherheit, doch wenn keine Sitzung unmittelbar bevorsteht, dann regt man sich nicht so auf", sagt er. "Ich würde hoffen, dass Ruhe einkehrt und sich die Märkte nicht so sehr daran festhängen, wie die Daten tendenziell ausfallen mögen und was das bedeutet."

(Bloomberg)