Zürich (awp/sda) - Mario Greco wird Anfang Mai neuer Chef des Versicherungskonzerns Zurich. Eine Überraschung ist die Ernennung des Chefs des italienischen Versicherers Generali nicht. Er wurde in der Branche als Topfavorit für den Posten gehandelt.

Zurich hat seit dem nicht überraschenden, aber abrupten Rücktritt von Martin Senn im Dezember nach einem neuen Chef gesucht. Senn räumte nach der geplatzten Übernahme des britischen Versicherers RSA und dem Gewinneinbruch im dritten Quartal den Posten.

Mit Mario Greco kehrt ein Kenner der Branche und ein erfahrener Zurich-Manager zum Konzern zurück. Er war im Oktober 2007 von der italienischen RAS in Mailand zur Zurich gekommen und wurde 2008 Chef der Sparte Global Life. 2010 ernannte ihn Zurich zum Chef der Sparte Sachversicherungen (General Insurance). Diese Position hatte er bis 2012 inne, als zu Generali wechselte. Seine Karriere begann Greco beim Beratungsunternehmen McKinsey.

"Wir freuen uns, Mario Greco nach seiner erfolgreichen Zeit als CEO bei Generali bei Zurich willkommen zu heissen", lässt sich Tom de Swaan, Verwaltungsratspräsident und Chief Executive Officer ad interim, in der Mitteilung zitieren. De Swaan leitet den Konzern seit dem Rücktritt von Martin Senn im Dezember.

Greco biete die seltene Kombination von Unternehmergeist, profunder Kenntnis der Versicherungsbranche und breiter Erfahrung als CEO, heisst es in der Mitteilung. Zurich hatte gezielt nach jemandem gesucht, der diese Kriterien erfüllt.

ZUTATEN FÜR ERFOLGREICHE ZUKUNFT VORHANDEN

Greco selbst fühlt sich gemäss Mitteilung geehrt, zum Konzern zurückzukehren. "Wie viele globale Mitbewerber ist Zurich in letzter Zeit mit Marktherausforderungen konfrontiert. Aber ich weiss, dass Zurichs globale Aufstellung, die Breite und Tiefe des Talentpools und die starke Marke alle Zutaten für eine erfolgreiche Zukunft bieten", lässt er sich zitieren.

Der Konzern steht vor grossen Herausforderungen: Die Schadensversicherungssparte, eigentlich die profitabelste Sparte des Unternehmens, muss aus dem vierten Quartal 2015 einen Betriebsverlust von fast 100 Mio USD verdauen. Grund dafür sind Naturkatastrophen und weitere Grossschäden sowie Sonderaufwendungen und Sparmassnahmen. Zurich teilte diesen Rekordverlust in der vergangenen Woche mit. Bereits im dritten Quartal 2015 war es für Zurich harzig gelaufen.

Mit Greco hofft Zurich nun auf die Wende. "Ich bin überzeugt, dass Greco die beste Wahl ist, um Zurich in einem sich wandelnden Umfeld in die Zukunft zu führen", so Tom de Swaan in der Mitteilung. Gemäss Zurich hat Greco während seiner Zeit bei Generali die Rentabilität erhöht und die Bilanz des italienischen Versicherers gestärkt.

cp

(AWP)