Wie lange die technische Erholung andauert, ist Händlern zufolge angesichts der Finanzprobleme Griechenlands und anderer Euro-Länder sowie der fragilen Konjunkturaussichten allerdings ungewiss.

Vor allem die Kursgewinne der beiden Schwergewichte Nestlé und Roche hoben den Markt in die Gewinnzone. Zudem tendierten die Aktien der Grossbank UBS vor der Ergebnisveröffentlichung am Dienstag fester.

Der SMI schloss um 1,3 Prozent höher bei 6347 Punkten. Am Freitag hatte der Leitindex zwei Prozent eingebüsst und war auf den tiefsten Stand seit Ende November 2009 gefallen. Der breite SPI stieg um 1,1 Prozent auf 5479 Zähler.

UBS legte zu, CS verlor

Die UBS-Aktien notierten nach einem erratischen Kursverlauf um zwei Prozent höher. Im vierten Quartal dürfte die Bank nach Analystenerwartungen in die Gewinnzone zurückgekehrt sein, für das ganze Jahr 2009 aber einen Milliardenverlust ausweisen.

Die Titel der Credit Suisse, deren Jahresabschluss am Donnerstag ansteht, verloren 0,8 Prozent. Die CS dürfte einen Milliarden hohen Jahresgewinn vorlegen.

Die Banken stehen auch wegen des Streits um das Bankgeheimnis im Mittelpunkt. Nach Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sind auch den bayrischen Behörden Steuerdaten angeboten worden. Laut «Spiegel» handelt es sich um Namen von Kunden einer Schweizer und einer Luxemburger Bank. Zudem fragten sich die Anleger, ob und wie stark die Banken als Geldgeber in den angeschlagenen Euro-Ländern engagiert und wie gefährdet ihre Darlehen dort sind.

«Manche Marktteilnehmer machen auch 'pair trades'. Etwa UBS gegen Credit Suisse», sagte ein Händler. Sie wetten darauf, dass sich UBS relativ gesehen besser entwickeln wird als CS. «CS wird reihum als Sektorfavorit empfohlen», sagte der Börsianer. CS dürfte im Gegensatz zu der krisengeschüttelten UBS in allen Depots vertreten sein.

Swiss Re büsste massiv ein

Ähnliches spiele bei Roche und Novartis. Die Novartis-Aktien haben sich seit Jahresanfang besser entwickelt als die Roche-Genussscheine und das Kurspotenzial des «Bon» werde als etwas grösser beurteilt.

Swiss Re brachen fast vier Prozent ein. Händler verwiesen auf Spekulationen, dass der Rückversicherer Bestände an Anleihen Griechenlands, Portugals und Spaniens halten könnte. Eine Sprecherin des Rückversicherers erklärte, dass der Konzern zum Ende des dritten Quartals griechische Anleihen im Gegenwert von 110 Millionen Franken hielt. Sechs Millionen Franken entfielen auf Spanien, 58 Millionen auf Portugal und 190 Millionen auf Italien. Von den insgesamt knapp 167 Milliarden Franken Vermögensanlagen wurden 33 Prozent oder rund 55 Milliarden Franken in Form Staatsanleihen gehalten.

Nestlé gewannen über zwei Prozent und holten damit eine Teil der Kursverluste vom Freitag auf. Nestlé veröffentlicht am 18. Februar den Jahresabschluss und bis dahin ist das Aktienrückkaufprogramm unterbrochen.

(Reuters)