Dem Swiss Market Index gelingt es am Mittwoch, bis in die Nähe der bisherigen Jahreshöchststände von Mitte Januar vorzustossen. Steigt das Börsenbarometer in den kommenden Tagen über die bei 6213 Punkten verlaufenden Höchststände, ist mit Anschlusskäufen zu rechnen.

Generell scheinen dem Swiss Market Index «goldenen Zeiten» bevor zu stehen, konnte der gleitende Durchschnitt auf 50 Tage vor wenigen Tagen doch jenen auf 200 Tage nach oben durchschreiten. Diese im Fachjargon «golden Cross» genannte Formation steht für gewöhnlich am Anfang einer mehrmonatigen Haussephase. Einen kleinen Schönheitsfehler gibt es allerdings, weist der gleitende Durchschnitt auf 200 Tage derzeit doch eine leicht rückläufige und keine ansteigende Tendenz auf.

Ich habe mal schnell nachgeschaut: In den vergangenen zehn Jahren notierte der Swiss Market Index sechs Monate nach einem «golden Cross» durchschnittlich um 15 Prozent höher. Von fünf solchen Kaufsignalen erwies sich nur jenes von Anfang Dezember 2010 als Bullen-Falle. Damals fiel das Börsenbarometer in den folgenden sechs Monaten allerdings nur um ein Prozent zurück.

Kein Wunder findet die Formation als solche insbesondere bei ausländischen Grossinvestoren beim Timing ihrer Anlagen Bedeutung.

Was mich allerdings etwas stutzig macht ist, dass die Handelsvolumen am Schweizer Aktienmarkt seit Jahresbeginn deutlich unter dem historischen Durchschnitt liegen. Es ist beinahe so, als ob die hiesigen Aktien bisher ohne grösseren Käufe nach oben geklettert wären. Für gewöhnlich stehen von dünnen Handelsaktivitäten begleitete Haussen auf wackeligen Beinen. Sollten die Handelsvolumen in den kommenden Tagen anziehen, steht meines Erachtens einem noch einmal deutlich höheren Swiss Market Index nichts mehr im Wege.

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Die Namenaktien von ABB stehen auch am Mittwoch wieder im Zentrum von Spekulationen, wonach die am 16. Februar anstehenden Quartalszahlen enttäuschen könnten.

Auslöser sind unter anderem von der Société Générale in einem Kommentar gemachte Aussagen. Im Kommentar warnen die Franzosen vor einmaligen Sonderbelastungen aufgrund regulatorischer Verzögerungen mit Windenergieprojekten in Deutschland. Schon Siemens habe im zurückliegenden Quartal mit solchen Belastungen zu kämpfen gehabt.

Ausserdem habe der deutsche Mitbewerber im Stromübertragungsgeschäft mit Margendruck zu kämpfen gehabt. Im Jahresvergleich sei die EBIT-Marge bei Siemens um mehr als 600 Basispunkte eingebrochen. Und dürfe man den Firmenverantwortlichen Glauben schenken, dann sei der Wettbewerbsdruck in diesem Bereich noch nicht ausgestanden.

Der für die Société Générale tätige Experte liegt mit seinen neuen Annahmen für 2012 um nicht weniger als 16 Prozent unter den entsprechenden Konsensschätzungen des Marktes. Dieser Umstand spiegelt sich auch im 18 Franken lautenden Kursziel für die mit «Hold» eingestuften Aktien von ABB wider.

Ursprünglich hiess es in Analystenkreisen, bei den von Siemens für Deutschland verbuchten Sonderbelastungen handle es sich um eine unternehmensspezifische Gegebenheit. Dem scheinen die Franzosen zu widersprechen, rechnen sie bei ABB auf das vierte Quartal bezogen doch mit einem Sonderaufwand zwischen 100 und 200 Millionen Dollar.

Die Angst vor einer Ergebnisenttäuschung ist nicht neu, wird durch den Kommentar aus dem Hause Société Générale jedoch weiter angeheizt. Eigentlich brachte JP Morgan den Stein schon Mitte Januar ins Rollen, als die Amerikaner ihre Befürchtung einer drohenden Margenenttäuschung äusserten.

Amerika ist übrigens ein gutes Stichwort: Gestern Dienstag reduzierte der amerikanische Mitbewerber Emerson Electric die Wachstumsprognosen für das Fiskaljahr 2011/12. Neu rechnen die Firmenverantwortlichen mit einem Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent. Zuvor lag die Zielbandbreite bei 4 bis 6 Prozent. Und es ist nicht das erste Mal, dass Emerson Electric die firmeneigenen Prognosen nach unten revidiert. Auch davon lassen sich bei ABB negative Rückschlüsse auf den Geschäftsverlauf im vierten Quartal 2011 ziehen.

Ich bleibe grundsätzlich optimistisch, was die längerfristigen Aussichten des Schweizer Traditionsunternehmens angeht. Im Hinblick auf die Ergebnispräsentation von kommender Woche habe ich allerdings ein eher mulmiges Gefühl. Auch wenn am Markt schon seit Wochen von einer möglichen Ergebnisenttäuschung gemunkelt wird – in der Aktienkursentwicklung haben sich die Spekulationen bisher nie niedergeschlagen. Eine vorübergehende Absicherung bestehender Engagements über Put-Warrants macht meines Erachtens deshalb Sinn.