Die Bilanz ist trotz der Schlagzeilen betreffend Frankenstärke ernüchternd: Lediglich gegenüber dem Euro, der Dänischen Krone und dem britischen Pfund gewann die Schweizer Währung seit Anfang Jahr an Wert. Damit hat es sich. Gegen die restlichen 13 der häufigsten gehandelten Währungen büsste die Schweizer Währung an Terrain ein.

Abseits des Europäischen Festlands, beispielsweise in Seoul, Vancouver, Sydney und auch in Rio de Jainero, zahlt der Schweizer derzeit mehr als noch zu Weihnachten. Beispiel Mexiko: Ein Schweizer Tourist muss dort für seinen Tequila seit Jahresbeginn ganze 10 Prozent mehr einberechnen als noch vor dreieinhalb Monaten (siehe Tabelle unten).

Anziehende Rohstoffpreise, Zinsen und Wachstum

Der Grund für diese Entwicklung liegt bei diversen Ländern bei der Verteuerung der Rohstoffe. «Gerade am Beispiel von Mexiko, Kanada und Australien sind steigende Öl- und Kupferpreise für die Aufwertung der Landeswährungen gegenüber dem Franken verantwortlich», sagt Marcus Hettinger, Chef der Währungsanalyse bei der Credit Suisse (CS).

Das Barrel Rohöl kostet derzeit 86 Dollar — 6 Prozent mehr als noch zu Jahresbeginn. Hinzu kommen, wie beispielsweise in Australien, steigende Zinsen. Diese hoben den Wechselkurs des Australischen Dollars seit Januar um über 6 Prozent an.

Die asiatischen Währungen hingegen, namentlich der südkoreanische Won, der Singapur- wie auch der Taiwan-Dollar, wurden aus Schweizer Perspektive teurer, weil diese Währungen jeweils früh vom globalen Aufschwung profitieren, erklärt Hettinger.

Handelsbereinigt stieg der Franken

Für die Schweizer Wirtschaft jedoch hat sich seit Jahresbeginn nicht viel verändert. Gemäss der Deutschen Bank stieg der Franken gegenüber anderen Währungen seit Anfang Jahr handelsgewichtet gar um 2 Prozent an. Ein handelsgewichteter Währungskurs berücksichtigt den Exportanteil des jeweiligen Landes.

Bei der Schweiz ist dies namentlich die EU. Über zwei Drittel der Schweizer Exporte gehen in den Euro-Raum. Der Euro verlor gegenüber dem Franken seit dem 1. Januar um 3,3 Prozent. So auch die drittwichtigste Exportwährung, das britische Pfund. «Der Franken befindet sich handelsgewichtet derzeit sogar auf einem Höchststand», sagt Hettinger. 


 

Kursentwicklung des Franken ggü. 16 Hauptwährungen seit Jan. 2010

 

Rang

Land

Veränderung in %

1

Mexiko

+10,0

2

Südkorea

+7,4

3

Kanada

+7,4

4

Australien

+6,2

5

Singapur

+4,7

6

Taiwan

+4,4

7

Japan

+3,0

8

Südafrika

+2,7

9

USA

+2,4

10

Schweden

+2,3

11

Brasilien

+2,0

12

Neuseeland

+1,0

13

Norwegen

+0,8

14

Grossbritannien

-2,3

15

Dänemark

-3,3

16

EU

-3,3

Quelle: Bloomberg, alle Daten per 16. April 2010