Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte das Bauverbot von Minaretten in der Schweiz scharf. Islamophobie sei wie Antisemitismus ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", sagte Erdogan in Ankara.
Der Entscheid zum Minarett-Verbot müsse korrigiert werden, forderte Erdogan nach Angaben des Fernsehsenders Kanal 7 vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP. Er wertete das Abstimmungsresultat als Zeichen einer "zunehmenden rassistischen und faschistischen Haltung in Europa"
Im Widerspruch zur Religionsfreiheit
Weitere islamische Länder reagierten negativ zum Abstimmungsergebnis. Der Iran bezeichnete den Entscheid als "diskriminierend". Das Abstimmungsresultat vom Sonntag stehe im Widerspruch des Prinzips der Religionsfreiheit, das der Westen predige, sagte der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Ramin Mehmanparast.
Der jordanische Zweig der Muslimbrüderschaft, die Islamische Aktionsfront, bezeichnet den Entscheid als Beleidigung der Muslime und Verletzung der internationalen Menschenrechte. Das Votum stifte zu Hass, Rassismus und zur religiösen Diskriminierung an, heisst es auf der Internetseite der Partei.
Sie ruft den Bundesrat dazu auf, seinen "unmoralischen" Entscheid zu überdenken, um die Beziehungen mit der muslimischen Welt aufrecht zu erhalten.
(Quelle: SDA)
