Noch immer gibt die am Mittwochnachmittag in den Namenaktien von Swisslog beobachtete Hausse im Berufshandel zu reden. Binnen wenigen Minuten schossen die Papiere des im aargauischen Buchs niedergelassenen Logistikanlagenbauers um 7,3 Prozent auf ein Tageshöchst von 1,03 Franken.

Dass am gestrigen Tag mehr als 6,7 Millionen Aktien und damit mehr als das Zwanzigfache eines durchschnittlichen Tagesvolumens die Hand wechselten, liess die Gerüchteküche brodeln.

Zuerst hiess es, ein britischer Grossinvestor sei über London aggressiver Käufer in den Aktien von Swisslog. Etwas später wurde dann kolportiert, dass die Grossaktionärin Grenzebach seine Beteiligung am Ausbauen sei.

Einem Kommentar aus dem Handel der Bank Vontobel entnehme ich eine weitere Erklärung für das gestern beobachtete Phänomen. Darin heisst es, der Swisslog abdeckende Analyst vermute, dass sich jemand positioniere um Kardex nach einem Verkauf der Tochter Stow mit Swisslog zusammenzuführen. Auf Anfrage habe CFO Christian Mäder aber nichts von einem grösseren Käufer gewusst.

Für gewöhnlich ziehe ich die derivatseitigen Aktivitäten als Gradmesser für mögliche Übernahmespekulationen hinzu. In diesem Zusammenhang kam es gestern in den zahlreichen Call-Warrants nicht auch nur zu einem einzigen Abschluss.

Fantasie geht meines Erachtens jedoch vom Einstieg von Grenzebach aus. Die deutsche Grossaktionärin hält seit Mai eine Beteiligung im Umfang von 11 Prozent. Gleichzeitig kontrolliert Grenzebach 30 Prozent am deutschen Roboter- und Anlagenbauer KUKA. Branchenkennern zufolge gibt es durchaus strategische Anknüpfungspunkte zwischen Swisslog und KUKA. Zu mehr als einer Zusammenarbeit beim Einkauf und bei der Produktentwicklung kam es zwischen den beiden Firmen bisher allerdings nicht.

Berechnungen der Berenberg Bank zeigen jedoch, dass mit einem Einbringen gewisser Geschäftsaktivitäten von KUKA in Swisslog im grossen Stil Aktionärsmehrwerte geschaffen werden könnten. Der verantwortliche Experte hält in einem solchen Fall eine Gewinnverdichtung auf Stufe Gewinn je Aktie von mehr als 35 Prozent für möglich.

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Die Namenaktien von ABB erwachen am Donnerstag endlich aus ihrem Dornröschenschlaf. Die Papiere des in Baden niedergelassenen Traditionsunternehmens erhalten in diesen Tagen vermehrt wieder Zuspruch aus der Analystengemeinde.

In einer Studie zum europäischen Investitionsgütersektor schlägt die Citigroup zwar warnende Töne an. Die Wachstumsaussichten seien weiterhin mit Risiken verbunden und das Ertragsmomentum erratisch, so die verantwortlichen Experten. Aus diesem Grund seien die nächstjährigen Konsensschätzungen bei vielen Unternehmen noch immer zu hoch.

Die mit «Buy» und einem Kursziel von 22 Franken eingestuften Aktien von ABB werden in der Studie aber zu den Schlüsselempfehlung im europäischen Investitionsgütersektor gezählt. Dank Verbesserungen im spätzyklischen Geschäft verfüge das Unternehmen über ein vergleichsweise widerstandsfähiges Ertragsprofil. Dazu kämen die solide Bilanz und die hohe Dividendenrendite.

Auch der für die UBS tätige Experte äussert sich heute Donnerstag wieder optimistischer und stuft die Aktien von ABB von «Neutral» auf «Buy» hoch. Gleichzeitig streicht er die Papiere von der «Least Preferred List» für die europäische Maschinenindustrie und setzt sie im Gegenzug sogar auf die «Most Preferred List». Nach einer Aufwärtsrevision der Gewinnschätzungen für die Jahre 2013 und 2014 um durchschnittlich 5 Prozent lautet das 12-Monats-Kursziel neu 20,50 (16) Franken.

Die UBS argumentiert in diesem Zusammenhang mit den Investitionsplänen europäischer Stromnetzbetreiber über die kommenden zehn Jahre. Alleine auf die Jahre 2012 bis 2015 bezogen sei selbst unter Miteinbezug von Projektverzögerungen und -annullierungen mit einem Anstieg der Investitionen um mehr als 50 Prozent zu rechnen. Die dadurch zu erwartende Nachfragebelebung werde bei ABB und anderen Mitbewerbern höchstwahrscheinlich zu einer Neubeurteilung und -bewertung durch den Markt führen.

Ich habe in der Vergangenheit mehrfach auf den aufgelaufenen Investitionsbedarf im europäischen und amerikanischen Strominfrastrukturbereich hingewiesen. Ich bleibe deshalb auf längere Sicht bei meiner positiven Einschätzung für die Aktien von ABB.

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Den chinesischen Grosskunden von Meyer Burger droht weiteres Ungemach: Nachdem sich die USA aufgrund aggressiver Preisnachlässe aus China Mitte Mai zu einer Einführung eines Importzolls auf chinesische Solarmodule veranlasst sah, werden mittlerweile auch in Europa ähnliche Anstrengungen unternommen.

Nach drastischen Subventionskürzungen im Schlüsselmarkt Deutschland galt vor allem Nordamerika als zukünftiger Wachstumsmarkt für die von Peking subventionierte chinesische Solarindustrie. In den vergangenen Monaten versuchten viele Anbieter denn auch mit einer teilweise aggressiven Preisgestaltung ihren Marktanteil auszubauen. Dies auf Kosten der westlichen Mitbewerber. Mit dem Importzoll auf chinesischen Solarmodulen dürfte damit nun allerdings Schluss sein.

Zieht Europa mit den USA gleich, hätte dies bei den chinesischen Solarmodulherstellern negative Auswirkungen auf die Kapazitätsauslastung und in der Folge auf die Investitionsbereitschaft. In den letzten Jahren erwies sich die hohe Abhängigkeit von chinesischen Grosskunden als wahrer Segen für Meyer Burger. Der Umsatzbeitrag von rund 70 Prozent aus China ist beim Berner Solarausrüstungsunternehmen jedoch längst zum Fluch geworden.