Wer für die Sommerferien noch Euro benötigt, hat es nicht einfach, im Kurs- und Gebührendschungel der Banken den Durchblick zu behalten. Besonders jetzt, wo der Euro fast täglich neue Rekordtiefs erreicht.

Stolperstein I: Einige Banken haben zwar attraktive Wechselkurse, dafür verlangen sie Gebühren von Nichtkunden. Stolperstein II:  Banken bieten schlechtere Kurse an – und verlangen erst noch Gebühren für den Geldwechsel. Kein Stolperstein: Eine Bank, die am Schalter nebst dem besten Wechselkurs für Kunden erst noch keine  Kommissionsgebühren verlangt.

Letztere ist die Coop Depositenkasse, nicht zu verwechseln mit der Bank Coop. Sie hat in einer Erhebung von cash bei verschiedenen Banken und Geldwechselstuben, darunter auch die grösseren Anbieter, am besten abgeschnitten (siehe Tabelle unten).

Am Stichtag (Dienstag, 28. Juni, Mittagszeit) betrug der Verkaufpreis hier 1,2120 Franken pro Euro, einen halben Rappen weniger als bei der zweitplatzierten Migros Bank. Interessanterweise boten jene zwei Banken die besten Kurse an, die auf jegliche Gebühren gegenüber Nicht-Kunden verzichten.

Zwischen 1,1980 und 1,2720 für einen Euro

"Unser Service entstammt dem Genossenschaftsgedanken", schreibt Coop-Pressesprecherin Sabine Vulic in einer e-Mail-Antwort. Man wolle dem Kunden ein gutes Angebot unterbreiten und nehme deshalb eine niedrigere Marge in Kauf. Die Coop Depositenkassen befinden sich schweizweit zumeist in Coop Citys oder Coop Megastores.

Alle übrigen Banken sowie Post und SBB verlangten in der cash-Erhebung für einen Euro zwischen 1,22 und 1,23 Franken - also erheblich mehr als der Test-Sieger. Sie alle kassieren zudem eine Gebühr zwischen zwei (Post) und fünf Franken (Banken), wenn man Nicht-Kunde ist resp. kein Generalabonnement (SBB) besitzt. Gerade wenn man kleinere Beträge wechselt, verteuert diese Gebühr den Euro-Bezug erheblich.

Exorbitant teuer ist dagegen die Thurgauer Kantonalbank, die am Stichtag sage und schreibe 1,2720 Franken für einen Euro verlangte. Der Grund für diesen hohen Kurs: Der Schalter-Kurs liegt jeweils genau fünf Rappen über dem Kurs am Bankautomaten. Damit will die Bank die Leute dazu animieren, das Geld am Automaten zu wechseln – allerdings mit dem Nachteil, dass man die Stückelung der Noten nicht selber bestimmen kann.

Migros Bank mit Konto-Angebot

Eine günstige Zusatz-Variante für den Bezug von Euro bietet die Migros Bank an. Sie ist allerdings etwas umständlich. Wer bei der Bank ein Franken- und Euro-Konto besitzt, kann Franken auf das Euro-Konto zum günstigen Devisen-Kurs (am Stichtag: 1,1980) transferieren lassen. Wer sich dann am Schalter Euro vom Euro-Konto auszahlen lässt, zahlt im Gegensatz zu allen anderen angefragten Banken keine Gebühr (Agio). Zu beachten gilt es zudem, dass bei einem Kontoguthaben unter 7500 Franken eine Kontoführungsgebühr von monatlich drei Franken anfällt.

Wo wechseln Sie Ihre Franken in Euro? Melden Sie uns ihre Tipps und Tricks, wo man die besten Wechselkurse erhält.

 

Bank Euro-Kurs
(in CHF)
Gebühr* Kursaktualisierung
Coop Depositenkasse 1,2120 - 1x täglich
Migros Bank 1,2170 - 2x täglich
Schweizerische Post 1,2204 2 Fr. 1x täglich
Raiffeisen 1,2215 5 Fr. ** laufend
Bank Coop 1,2220 5 Fr. 1x täglich
Basler Kantonalbank 1,2220 5 Fr. 1-2x täglich
Zürcher Kantonalbank 1,2225 5 Fr. 1-2x täglich
Credit Suisse 1,2230 5 Fr. mehrmals täglich
UBS 1,2250 5 Fr. 1-2x täglich
SBB 1,2300 4 Fr. 1x täglich
Thurgauer Kantonalbank 1,2720 5 Fr. 1-2x täglich

Quelle: Zürich, Dienstag 28. Juni 2011, Mittag (Referenzkurs 1,1896 / Bloomberg)

* für Nicht-Kunden
** Jede Raiffeisen-Kasse bestimmt Gebühren selber