ETF seien die sichtbarste Kapitalquelle, welche US-Aktien und anderen eher riskanten Anlageklassen 2012 zum Höhenflug verholfen hat, schreibt Marktstratege Nicholas Colas in einem Bericht vom Donnerstag. Bis Mitte Februar seien ETFs auf den US-Aktienmarkt mit US-Börsenlistings 8,3 Milliarden Dollar frisches Kapital zugeflossen. Gleichzeitig hätten Anleger aus klassischen US-Aktienfonds 7,9 Milliarden Dollar abgezogen.
Weltweit sind die Aktienmärkte mit einer Rally ins Jahr 2012 gestartet. Der US-Leitindex S&P 500 legte bislang um 8,3 Prozent zu. Der deutsche Aktienindex stieg allein im januar um 9,5 Prozent und verbuchte damit den besten Jahresanfang seit seinem Start 1988.
Die starken Zuflüsse seien überraschend, schreibt Colas. "Denn einige Kommentare rund um diese Produkte haben so geklungen wie die Hufschläge, welche die vier Reiter der Apokalypse ankündigen."
Colas' Äußerungen beziehen sich darauf, dass die Kritik an börsennotierten Indexfonds in den vergangenen Monaten weltweit stark zugenommen hat. Unter anderem haben die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Internationale Währungsfonds (IWF) und der Finanzstabilitätsrat auf die Risiken für das weltweite Finanzsystem hingewiesen, die von ETFs ausgingen. Dabei kritisierten sie vor allem Derivate- und Wertpapierleihegeschäfte innerhalb der Portfolios. Denn dadurch sei für viele Investoren kaum nachvollziehbar, welche Investitionsrisiken wo lägen. Daraufhin haben Finanzaufseher weltweit strengere Regeln für ETFs angekündigt.
(Reuters)
