Während die Politik Probleme hat, die Staatschuldenkrise einzudämmen, sind die Banken zunehmend von kurzfristigen Dollar-Krediten abhängig. Die europäischen Banken steuern auf eine Finanzierungslücke von 3,96 Bill. Dollar zu. Die BIZ-Analysten gehen bei dieser Erwartung davon aus, dass die Kreditaufnahme bei Finanziers außerhalb des Bankensektors, wie zum Beispiel Investmentfonds, größtenteils kurzfristig ist.

Wenn es sich bei den Finanzierungen aus diesem Bereich um langfristige Kredite handelt, würde die Finanzierungslücke bei 282 Mrd. Dollar liegen. Dieser Fall wird von der grünen Linie dargestellt. Zur Einordnung: Ende 2009 lag die geschätzte Finanzierungslücke bei 339 Mrd. bis 3,85 Mrd. Billionen Dollar.

“Die Schätzungen für die Dollar-Finanzierungslücken bei europäischen Banken legen nahe, dass der Finanzierungsbedarf erheblich gelieben ist, obwohl er gegenüber den Höchstwerten der Jahre 2007/08 deutlich zurückgegangen ist”, erklärten die BIZ-Analysten Nicholas Vause und Goetz von Peter im Quartalsbericht, der am 18. September vorgelegt wurde. In diesem Quartal seien die “Anzeichen erneuten Dollar-Finanzierungsdrucks” zurückgekehrt.

Höhere Risiken

Die Kosten der europäischen Banken beim Tausch von Dreimonats-Zahlungen in Euro in Dollar Zahlungen sind in diesem Monat auf den höchsten Stand seit Dezember 2008 geklettert, wie Devisenswaps zeigen. Die Europäische Zentralbank kündigte vergangene Woche an, in Abstimmung mit der Federal Reserve und anderen Zentralbanken Drei-Monats-Kredite in Dollar an die Banken der Eurozone auszureichen, um deren Finanzierungsbedarf in Dollar decken zu helfen.

Um Investments und Kredite in Dollar zu finanzieren, nutzen die europäischen Banken sowohl den lokalen Geldmarkt als auch Einlagen und Kredite außerhalb des Bankensektors, die sie mit Hilfe von Swaps in Dollars umwandeln.

Die Finanzierungslücken ergeben sich hauptsächlich aus Unterschieden in den Laufzeiten von Bankaktiva und den Verbindlichkeiten der Institute. Damit entsteht das Risiko, dass die Banken bei einer Anspannung des Interbanken-Marktes und steigenden Swap-Kosten nicht in der Lage sein könnten, kurzfristige Dollar-Finanzierungen zu verlängern.

Große amerikanische Geldmarkt-Fonds haben ihre Investments in Papiere europäischer Banken im Juli auf den niedrigsten Stand seit 2008 gesenkt, wie Daten von Fitch Ratings zeigen. Zudem haben die Fonds versucht, ihr Risiko durch die Verkürzung der Darlehens-Laufzeiten zu reduzieren.

(Bloomberg)