Seit Anfang Juli haben die Goldpreise wieder deutlich angezogen. In nur vier Wochen stieg der Unzenpreis von 1480 Dollar auf 1620 Dollar. Doch nicht nur Gold ist gesucht. Generell hat die Nachfrage nach Edelmetallen in den letzten Wochen wieder spürbar zugenommen.
Das zeigen Zahlen, welche die „Financial Times Deutschland“ in dieser Woche zusammengetragen hat. Das britische Investmenthaus ETF Securities verzeichnet die grössten Zuflüsse in Silberpapiere seit zwei Jahren. Und an der Terminbörse Comex wetten so viele Spekulanten auf steigende Goldkurse wie seit April dieses Jahres nicht mehr.
Aus Gewinn wird ein Verlust
Diese sind seit Jahresbeginn um 14 Prozent gestiegen – in Dollar gerechnet. Und genau hier ist der Knackpunkt: Rechnet man den Gold-Spotpreis in Franken um, sieht die Bilanz deutlich schlechter aus. Aus dem Goldgewinn von 14 Prozent wird ein währungsbedinger Verlust von rund 2 Prozent. Angesichts der Spekulationen um den drohenden Zahlungsausfall der USA könnte das Problem des schwächelnden Dollars noch akzentuiert werden.
Für den Anleger stellt sich deshalb die Frage, wie er Gold-Investments sinnvoll und möglichst kostengünstig gegen Währungsverluste absichern kann. Grundsätzlich bieten sich ihm drei Möglichkeiten:
Der Anleger kauft physisches Gold in Dollar und sichert sich mit Währungsoptionen – sprich Dollar-Puts – ab. Diese Variante erfordert vom Anleger allerdings erhebliche Kenntnisse dieser Finanzprodukte und ist mit einem zeitlichen Aufwand verbunden. Diese Art der Absicherung ist zudem mit relativ hohen Kosten verbunden und funktioniert nur dann, wenn die eigenen Erwartungen an die Währungsentwicklung auch tatsächlich eintreffen. Dollar-Puts bieten alle auf Derivate spezialisierten Banken an.
Günstiger ist der Kauf eines währungsabgesicherten Gold-Exchange-Traded-Funds (ETF). Der Vorteil daran ist, dass er ohne Begrenzung an der Wertentwicklung des Golds partizipiert – zu relativ geringen Absicherungskosten. Gemäss Angaben von Julius Bär mindern die bei ihrem gehedgten Gold-ETF einkalkulierten Absicherungskosten die Gold-Rendite im laufenden Jahr um 0,67 Prozent – die günstigste Variante für Privatanleger. Solche währungsabgesicherten ETF bieten derzeit Julius Bär, die Zürcher Kantonalbank, die Credit Suisse und UBS an.
Währungsabsicherungen lassen sich auch mit so genannten Quanto-Zertifikaten erreichen. Solche lohnen sich oftmals nicht. Alleine die Ausgabegebühren sind deutlich höher als bei den ETF, daneben fällt die Performance solcher Zertifikate gegenüber den ETF nicht immer gleich hoch aus. Zudem reagieren diese Zertifikate aufgrund ihrer Konstruktion viel träger auf gegenteilige Währungsentwicklungen. Allerdings gibt es durchaus auch Quanto-Zertifikate, die renditemässig mit ETF mithalten können - immer unter Berücksichtung der rund 3-prozentigen Managementgebühr, die beim Kauf hinzu kommt.
Rendite-Vergleich
| Produkt | Valoren-Nr. | 28.7.2011 | seit 1.1.2011 | seit 1.1.2010 | seit 1.1.2009 |
| Gold in USD | 1'612 | +13,2% | +47,6% | +85,7% | |
| Gold in CHF | 41'647 | -2,2% | +14,0% | +37,8% | |
| Gold ETF (JB) | JBGOCA | 1'772 | +13,6% | +43,8% | +76,1% |
| Gold ETF (ZKB) | ZGLDHC | 5'221 | +13,7% | +39,6% | n.a. |
| Gold-Zert. (RBS) | GOLDQ | 13.70 | +15,0% | +50,5% | +85,6% |

