Die Kommunikation ist mehr und mehr abhängig von Stromfressern. Beispiel Smartphones: Die aktuellen Modelle müssen alle 1,5 bis 2,5 Tage ans Netz, viele werden sogar täglich geladen. 2008 reichte eine Stromladung gemäss den Marktforschern von Strategy Analytics im Durchschnitt noch 3,2 Tage.
Während sich die Dauer zwischen zwei Akkuladungen verkürzt hat, hat sich die Leistung erhöht - und damit auch der Stromverbrauch. Neben den Kleinstcomputer sorgen auch Tablet PC, Net- und Laptops, Computer, Server und Settop-Boxen dafür, dass Swisscom hinter den SBB der zweitgrösste Stromverbraucher der Schweiz ist.
Mit Luft statt mit Strom kühlen
Vom Image des Stromschluckers will der Telekomkonzern wegkommen. Seit Anfang 2010 deckt Swisscom ihren Energiebedarf ausschliesslich aus einheimischen und erneuerbaren Quellen. Zudem wird mit innovativen Ansätzen der Energieverbrauch dort reduziert, wo er am grössten ist: In den Telefonzentralen - und bald auch bei Datacentern.
Mit einer Kühlung mit Frischluft anstelle von Klimaanlagen kann 90 Prozent des Stromverbrauchs reduziert werden. Mit den bislang 400 umgerüsteten Telefonzentralen spart Swisscom bereits 15 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr.
Wenn bis Anfang 2013 alle über 1000 Zentralen ausgerüstet sind, beträgt die Ersparnis gemäss Swisscom-Experte Dominique Singy in etwa so viel, wie der Stromverbrauch aller Privat-Haushalte im Fürstentum Liechtenstein. Das entspricht auch 10 Prozent des Stromverbrauchs der Swisscom.
Die grössten Energiefresser erkennen
Neben neuen Lüftungssystemen, die bei einem mittelgrossen Rechenzentrum 2 Millionen Franken an Energiekosten pro Jahr einsparen können, setzt Swisscom auch auf die Erkennung der grössten Verbraucher. Ein vom Unternehmen entwickeltes Messsystem erkennt alle bedeutenden Stromfresser und zeigt Sparmassnahmen auf.
Das sogenannte «Building Energy Monitoring» wird bereits bei allen Grossgebäuden der Swisscom eingesetzt und soll nun auch Firmenkunden angeboten werden. Insbesondere bei Grossverbrauern aus der Industrie- und Pharmabranche. Neben tieferen Stromkosten und der Senkung der CO2-Emissionen wirbt der blaue Riese auch mit dem «Green Image».
Auch in der Kommunikationsbranche dreht sich nicht mehr alles nur um Verfügbarkeit von Diensten, Antennenabdeckungen und Preise - sondern eben auch um den grünen Anstrich.

