Die Anleger setzen weiterhin darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei Bedarf kriselnden Staaten unter die Arme greifen wird. Hinzu kamen Konjunkturlichtblicke aus Europa. Auch die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag erwiesen sich weiterhin als kursstützender Faktor. Gebremst wurde die Aufwärtsbewegung durch Gewinnmitnahmen bei den im Börsenindex stark gewichteten Pharmawerten Novartis und Roche sowie den Aktien des Lebensmittelriesen Nestlé. Alle drei Titel gelten als sogenannte defensive Werte, denen sich Aktienanleger in unsicheren Zeiten gerne zuwenden.
Der SMI notierte zum Handelsschluss praktisch unverändert bei 6463 Punkten. Der breite SPI legte 0,2 Prozent auf 5973 Zähler zu. Beide Indizes stehen in der Nähe ihres Jahreshochs.
An der Spitze der Bluechips standen die Aktien von Richemont mit einem Plus von 5,2 Prozent. Der Luxusgüterhersteller überraschte mit einer "positiven Gewinnwarnung". Vorübergehend notierten sie mit 60,10 Franken auf Rekordhoch. Der Luxusgüterhersteller steigerte den Umsatz in der Zeit von April bis Juli um 24 Prozent und erwartet einen Anstieg von Betriebs- und Reingewinn zwischen 20 und 40 Prozent. Der Kurssprung von Richemont beflügelte auch die Anteile des Mitbewerbers Swatch mit 2,8 Prozent.
Gewinnmitnahmen «auf hohem Niveau»
Nestlé, Novartis und Roche bremsten mit Kursabschlägen den Markt. "Die Leute suchen seit der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) am vergangenen Donnerstag und den guten US-Jobdaten vom Freitag eher wieder das Risiko," sagte ein Händler. Andere Marktteilnehmer sprachen von Gewinnmitnahmen auf hohem Niveau. Nestlé hatten am Freitag ein neues Allzeithoch erreicht.
Die erhoffte Entspannung in der Euro-Krise schob die Finanzwerte an. Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS, die am Freitag bereits kräftig in die Höhe geschossen waren, setzten den Aufwärtstrend nach anfänglicher Schwäche fort und rückten um 1,6 bzw. 0,9 Prozent vor.
Die Assekuranzpapiere Zurich und Swiss Re um 1 Prozent an. Der Rückversicherer legt am Donnerstag den Halbjahresbericht vor.
Gottex-Aktie mit grossem Gewinnsprung
Die Titel des Assetmanagers Gottex schnellten mehr als 17 Prozent in die Höhe auf 3,54 Franken. "Die Aktie ist sehr illiquid. Da braucht es nicht viel", sagte ein Händler. "Das Papier ist sehr tief bewertet", sagte ein anderer Händler. "Wie eine Option mit unbestimmter Laufzeit."
Schnäppchenjäger schoben die Aktien von Nobel Biocare und Straumann kräftig nach oben.
Die Aktien von zyklischen Firmen wie Adecco, Holcim und Fischer legten dank Konjunkturhoffnungen zu. ABB waren gehalten.
Die Aktien von Komax verloren nach einer Gewinnwarnung 3,5 Prozent.
(Reuters)

