Bei den beiden Schweizer Grossbanken scheint sich ein Favoritenwechsel abzuzeichnen. Es gibt am Donnerstag gleich zwei Hinweise dafür, dass sich die Gunst des Marktes in Richtung der Namenaktien der UBS verschiebt.

Einen Hinweis liefert eine Branchenstudie aus dem Hause Merrill Lynch. Die US-Amerikaner ersetzen die Papiere der Credit Suisse auf der «Most Preferred List» für den europäischen Bankensektor durch jene der UBS. Die Schweizer Grossbank habe in den vergangenen Monaten erstmals ihre Versprechen gehalten. Gleichzeitig verfüge die UBS über eine starke Eigenkapitalbasis. Gemäss Merrill Lynch könnte die neue Werbeoffensive den Markt in seiner Erwartungshaltung bestärken. Die Konsensschätzungen für das Geschäftsjahr 2011 seien seit Jahresbeginn um 2 Prozent nach oben revidiert worden.

Die Markterwartungen seien damit aber noch immer um 20 bis 25 Prozent unter den entsprechenden firmeneigenen Prognosen angesiedelt. Im Investment Banking sei die UBS bereits wieder auf Kurs und auch im Wealth Management deute einiges auf eine Verbesserung hin. Merrill Lynch gibt den Aktien der Credit Suisse auf einen Horizont von zwölf Monaten zwar weiterhin den Vorzug, sieht kurzfristig bei jenen der UBS jedoch ein höheres Kurspotenzial.

Für den zweiten Hinweis ist die Bank Vontobel verantwortlich. Letztere ersetzt in ihrer «Vontobel Alpha List Largecap» die Namenaktien der Credit Suisse durch jene der UBS. Die UBS werde die Erzrivalin und die anderen globalen Konkurrenten aufgrund der Neugewichtung beim Swiss Leaders Index, den günstigen Bedingungen am Devisenmarkt, der besser ausgewogenen Kostenbasis und der starken Eigenkapitalbasis übertreffen.

Schon seit Monaten scheint hierzulande das Pendel von der Credit Suisse in Richtung der UBS umzuschlagen. Der Grund hierfür dürfte vor allem bei der Turnaround-Situation der UBS zu suchen sein. Dank dem vorhandenen Turnaround-Potenzial weist die Schweizer Grossbank selbst in einem von schwachen Erträgen geprägten Branchenumfeld ein anziehendes Gewinnmomentum auf. Im Vorfeld des Investorentages vom 16. November ist deshalb für Fantasie gesorgt.

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Ein besser als erwarteter US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe liess am Mittwoch auch hierzulande die konjunkturabhängigen Aktien und Sektoren haussieren. Insbesondere die zuvor arg gebeutelten Industrieaktien profitierten von einer Mischung aus  Anlagekäufen und panikartigen Deckungskäufen.

Doch trotz dem mit einem Stand von 56,3 über den Prognosen von 52,5 liegenden amerikanischen Einkaufsmanagerindex für den Monat August kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Der Teufel liegt wie immer im Detail: Das Verhältnis der Neuaufträge zu den Lagerveränderungen lässt in den USA für das kommende Jahr bei der Industrieproduktion ein Nullwachstum erwarten. Entsprechende Konsensschätzungen des Marktes liegen bei einem Wachstum der Industrieproduktion um 6 bis 8 Prozent.

Sollten die Lagerbestände auf dem aktuell sehr hohen Niveau verharren und die Nachfrage sich weiter abschwächen, besteht bei den Konsensschätzungen für die Industrieunternehmen ein nicht unbeträchtlicher Korrekturbedarf.

Im europäischen Industriesektor hat sich die Bewertung innerhalb von gerade mal drei Monaten um 25 Prozent zurückgebildet. Bisher kam es allerdings zu keinen nennenswerten Gewinnschätzungsreduktionen. Auch Gewinnwarnungen seitens der Unternehmen blieben bisher aus. Historisch betrachtet sind denn auch zeitliche Verzögerungen von drei bis sechs Monaten zu beobachten, bis ein schwächerer US-Einkaufsmanagerindex die Investitionsgüterhersteller erreicht.

Die optisch tiefe Bewertung könnte sich deshalb als heimtückisch und ein Einstieg als zu früh erweisen.

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Bisher machte die für Nomura tätige Luxusgüteranalystin bei Richemont vor allem durch ihre negative Haltung für Schlagzeilen. Umso mehr sorgt ihr Ausblick auf den kommende Woche zur Veröffentlichung anstehenden Zwischenbericht für die ersten fünf Monate des Geschäftsjahres 2010/11 am Markt für Aufsehen.

Die Analystin nimmt den Ausblick zum Anlass um ihre Umsatzschätzungen für die Jahre 2010/11 und 2011/12 um zwischen 11 und 12 Prozent anzuheben. Ihre Gewinnschätzungen für die beiden Jahre revidiert sie sogar um 16 bis 18 Prozent nach oben. Aufgrund der nicht mehr länger unter den Konsensschätzungen liegenden Annahmen stuft Nomura die Inhaberaktien von Richemont mit einem Kursziel von 43 (40) Franken von «Reduce» auf «Neutral» hoch.

Im Zusammenhang mit dem Zwischenbericht rechnet die Analystin mit postiiven Neuigkeiten und sieht Raum für weitere Schätzungserhöhungen.