In den Namenaktien der Credit Suisse tobt am Donnerstag einmal mehr ein erbitterter Kampf zwischen Haussiers und Baissiers. Obschon die Schweizer Grossbank nach der Schelte durch die Schweizerische Nationalbank eine Kapitalerhöhung nicht als notwendig erachtet, halten sich diesbezügliche Spekulationen hartnäckig im Markt.
In einem Kommentar bezieht der für Morgan Stanley tätige Verfasser heute jedoch klar Stellung. Der im angelsächsischen Raum viel beachtete Experte hält eine Kapitalerhöhung für unwahrscheinlich. Denn die Credit Suisse verfüge über zahlreiche weitere Möglichkeiten um die Eigenkapitalbasis zu stärken.
Der Experte hält es für wahrscheinlich, dass die Schweizer Grossbank in den Jahren 2012 und 2013 die Dividende aussetzen wird. Mit einem solchen Vorstoss lasse sich das Kernkapital um 15 bis 20 Basispunkte pro Jahr steigern. Gleichzeitig sei mit einer weiteren Emission von Pflichtwandelanleihen zu rechnen. Das Unternehmen komme allerdings kaum um eine beschleunigte Reduktion der Risikoaktiven und weitere Kosteneinsparmassnahmen herum.
Eine Kapitalerhöhung komme für die Credit Suisse hingegen zu einem zu hohen Preis, so der Experte weiter. Er errechnet, dass eine Steigerung der Kernkapitalquote auf 9 bis 10 Prozent über eine Aktienemission zu einer Gewinnverwässerung zwischen 10 und 25 Prozent für die bisherigen Aktionäre führen würde.
Unter den negativsten Annahmen errechnet Morgan Stanley für die offiziell mit «Equal-weight» und einem Kursziel von 22 (23) Franken eingestuften Aktien der Credit Suisse einen fairen Wert von 15 Franken.
Im Vorfeld der Quartalsergebnispräsentation vom 26. Juli ist bei den Papieren der Schweizer Grossbank wohl nicht mit einer nachhaltigen Kurserholung zu rechnen, liegt doch eine weitere Ergebnisenttäuschung in der Luft. Sollte die Credit Suisse anlässlich der Quartalsergebnispräsentation jedoch mit einem überzeugenden Massnahmenpaket zur Stärkung des Eigenkapitals aufwarten, könnte sie damit den Baissiers den Wind aus den Segeln nehmen.
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Eigentlich müssten die Namenaktien von Holcim am frühen Donnerstagnachmittag tief im positiven Kursterrain notieren. Denn in einer Studie zur europäischen Zementindustrie wechselt die HSBC aus dem Lager der Baissiers in das der Haussiers. Dies äussert sich in einer Hochstufung der Papiere des Schweizer Unternehmens um gleich zwei Stufen von «Underweight» auf «Overweight». Ausserdem erhöht der Studienverfasser das Kursziel auf 71 (56) Franken.
Unter Miteinbezug der vor wenigen Wochen bekannt gegebenen Kosteneinsparmassnahmen, einer besseren Absatzentwicklung in Nordamerika und rückläufigen Energiekosten hebt der Experte seine EBITDA-Schätzungen um durchschnittlich 9 Prozent an. Die neuen Annahmen liegen damit um 7 Prozent über den Konsensschätzungen des Marktes.
Der Experte sagt der europäischen Zementindustrie über die kommenden zwei Jahre eine deutliche Verbesserung der Gewinnentwicklung vorher und sieht in der jüngsten Bewertungskorrektur deshalb eine einmalige Einstiegsgelegenheit.
Dass die Aktien von Holcim nicht positiver auf die Sektorstudie reagieren, hängt vermutlich mit der in Indien drohenden Kartellstrafe zusammen. Einem Kommentar aus dem Hause Kepler Capital Markets entnehme ich, dass ein Entscheid unmittelbar bevorstehe.
Holcim und anderen Anbietern werden im Schlüsselmarkt Indien Preisabsprachen nachgesagt. Dem für Kepler Capital Markets tätigen Experten zufolge droht der dortigen Branche ein Bussgeld von umgerechnet 510 Millionen Franken. Davon würden geschätzte 150 Millionen Franken auf Holcim entfallen.
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Eine Mischung aus Anlage- und aggressiven Deckungskäufen hauchten den Namenaktien von Swiss Life im bisherigen Wochenverlauf neues Leben ein. Mit UBS, Helvea und Deutsche Bank gelangten in den letzten Tagen gleich drei Bankinstitute mit aggressiven Kaufempfehlungen an die Öffentlichkeit.
Vermutlich positioniert man sich schon jetzt im Hinblick auf den im November anstehenden Investorentag. Der für die Deutsche Bank tätige Experte schreibt in seiner Unternehmensstudie denn auch, dass der Schweizer Lebensversicherungskonzern nach Abschluss des Effizienzprogramms «Milestone» die nächste Phase einleiten könnte. In diesem Zusammenhang rechnet er mit der Bekanntgabe neuer ambitiöser Mittelfristziele. Der Experte wünscht sich, dass sich die Verantwortlichen von Swiss Life auf das Jahr 2015 bezogen einen operativen Gewinn von 1 Milliarde Franken zum Ziel machen. Aufgrund der 31 Prozent unter dem Branchendurchschnitt liegenden Bewertung stuft die Deutsche Bank die Aktien mit einem Kursziel von 115 Franken von «Hold» auf «Buy» hoch.
Die Papiere von Swiss Life könnten ihre Ende Mai begonnene Kurserholung noch etwas fortsetzen. Aufgrund des möglicherweise schleppenden Geschäfts bei der Allfinanztochter AWD und den noch immer drohenden ausserordentlichen Goodwill-Abschreibungen bleibe ich den Aktien für meinen Teil jedoch weiterhin fern.
CS braucht keine Kapitalerhöhung
Morgan Stanley sieht bei der Credit Suisse zahlreiche Möglichkeiten zur Stärkung der Eigenkapitalbasis – Holcim droht eine Kartellstrafe in Indien - Und: Wartet Swiss Life mit neuen Mittelfristzielen auf?

