Die Aktie der Privatbank EFG International erreicht diese Woche wieder Werte um das Allzeittief von 5 Franken. Seit Mitte April hat sich die Aktie fast halbiert. Da kommen mir wieder Interviewaussagen des ehemaligen EFG-CEO und zweitgrössten Aktionärs Lonnie Howell in den Sinn, als es der Aktie ähnlich schlecht ging.
"Natürlich haben wir uns ein Going Private überlegt. Das war im letzten Winter, als der Aktienkurs bei 6 Franken lag", sagte Howell im Oktober 2010. Und im gleichen Interview doppelte er offenherzig nach: "Ein Going Private wäre vorstellbar. Wenn keiner die Aktien mag, ist eine Privatisierung sinnvoll." Flugs wurden die Aussagen daraufhin von der Bank als "Fehlinterpretation" abgetan und der Wille der Bank, kotiert zu bleiben, bekräftigt.
Ob sich die Bank nun wieder ähnliche Gedanken macht? Immerhin: Im Mai wurde bekannt, dass die EFG International rund 7 Prozent ihres Aktienkapitals an die Hauptaktionärin European Financial Group der griechischen Milliardärsfamilie Latsis verkauft. Diese steigerte so ihren Anteil an EFG International auf 56 Prozent.
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Wenig optimistisch ist Helvea generell für die Privatbanken in der Schweiz. Die Pictet-Tochter kürzt deshalb die Kursziele von Julius Bär und Vontobel auf 30 Franken (von 31,50 Franken) beziehungsweise auf 21,50 Franken (von 23,50 Franken).
"Das derzeitige Umfeld ist sehr feindlich für Privatbanken", schreibt Helvea. Bei beiden Banken würden sich die schwierigen Bedingungen auf den Märkten (Volatilität, Zustand der Eurozone, Tiefzinsumfeld) weiter im Geschäftsgang niederschlagen. Bei Bär rechnet Helvea mit einem Halbjahresgewinn 2012, der rund 35 Prozent unter demjenigen der Vorjahresperiode liegen wird.
Die Vontobel-Aktie hat sich jüngst etwas erholt vom tiefsten Stand seit dem Frühjahr 2009 und handelt derzeit bei 18,80 Franken. Die "Bären"-Aktie erreichte kürzlich gar den höchsten Stand seit Anfang Mai. Mehr als kurze Erholungsphasen sind dies aber nicht.
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Die Aktien von Swatch und Richemont müssen am Mittwoch einen weiteren Dämpfer einstecken. Die jüngsten und rückläufigen Quartalszahlen des britischen Konkurrenten Burberry liessen die Aktien des britischen Luxusgüterherstellers um 5 Prozent sinken. Wie üblich wurden daraufhin auch die Titel der Konkurrenz in Sippenhaft genommen. LVMH sanken um 2,5 Prozent, Swatch fast um 3 und Richemont um 2 Prozent.
Vom Jahreshöchststand Mitte März haben die Aktien von Swatch nun fast 20 Prozent eingebüsst, Richemont nur unwesentlich weniger. Beide Aktien befinden sich wieder nahe einem Jahrestiefstand.
Da sich das makroökonomische Umfeld weiter verschlechtern wird und aus China - der Markt, der bislang die Ausfälle von anderen grossen Luxusgütermärkten etwas kompensieren konnte - wohl kaum viel bessere Konjunkturdaten kommen, rate ich sowohl bei Swatch und Richemont zu "Sell". Um später bei tieferen Kursen wieder zuzulangen.

