Die Namenaktien der Zurich Insurance Group werden am Freitag von einer Studie von JP Morgan zum europäischen Versicherungssektor belastet. In der Studie senkt der viel beachtete Verfasser seine Dividendenprognosen und schürt am Markt damit die Angst vor einer Dividendenkürzung.

Aufgrund der hohen Abhängigkeit der Solvenz von der Zinsentwicklung rechnet der Experte auf das kommende Jahr bezogen mit einer Dividende von 14 (17) Franken je Aktie. Die Zurich Insurance Group habe vergleichsweise hohe Ansprüche an die eigene Solvenz. Falle insbesondere die Rendite deutscher Staatsanleihen weiter zurück, werde das Unternehmen vermutlich zu radikaleren Massnahmen zur Verbesserung der Solvenz greifen, so der Experte weiter. Aufgrund des besseren Preisumfelds im amerikanischen Firmenkundengeschäft seien solche Massnahmen aber erst im kommenden Jahr zu erwarten.

Die Aktien der Zurich Insurance Group werden bei JP Morgan weiterhin nur mit «Neutral» eingestuft. Nach der Reduktion der Dividendenprognosen lautet das Kursziel neu nur noch 245 (260) Franken.

Meiner Meinung nach ist eine Dividendenkürzung bei der Zurich Insurance Group nicht mehr länger ein Tabuthema. Wie stark die Solvenz des Erstversicherungskonzerns von den Zinsen abhängig ist, zeigt der in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres von 225 auf 185 Prozent zurückgefallene Quotient nach Swiss Solvency Test (SST).

Deswegen in Panik zu verfallen wäre allerdings falsch. Denn selbst auf Basis einer auf 14 Franken gekürzten Dividende errechnet sich eine noch immer sehr attraktive Rendite von 6,7 Prozent. Eine Dividendenkürzung hätte vorübergehend dennoch negative Folgen für die Aktienkursentwicklung.

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Für die Aktionäre von Roche drohen die kommenden Wochen zu einem Wechselbad der Gefühle zu werden.

Zwar sorgen die eingetrübten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für anhaltende Umschichtungen in den als defensiv geltenden europäischen Pharmasektor. Ausserdem weckte die Zürcher Kantonalbank in einer Unternehmensstudie zuletzt wieder Avastin-Fantasien. Im Zusammenhang mit dem TML-Gebrauch bei Lungen-, Darm- und Brustkrebs macht der verantwortliche Experte über die kommenden fünf Jahre ein zusätzliches Umsatzpotenzial von 3 Milliarden Franken aus. Je nach Szenario sei dadurch auf das Geschäftsjahr 2016 bezogen ein zwischen 4 und 20 Prozent höherer Gewinn möglich.

Überschattet wird das Handelsgeschehen jedoch von Problemen mit der europäischen Arzneimittelbehörde. Letztere leitete jüngst eine Untersuchung gegen Roche ein. Dem Basler Traditionsunternehmen werden Ungereimtheiten im Prozess für Meldung von Nebenwirkungen vorgeworfen.

Bei einer Inspektion seien rund 80000 Sicherheitsberichte für von Roche in den USA vertriebene Medikamente gefunden worden, bei denen nicht abgeklärt wurde, ob die Berichte auch an die europäische Arzneimittelbehörde weitergeleitet werden sollten. Auch 15161 weitere Berichte über Todesfälle von Patienten stehen im Zentrum der Untersuchung. Bei diesen Berichten sei unklar, ob es einen Zusammenhang zwischen der Einnahme der Medikamente und dem Versterben gebe.

Einem Kommentar von Nomura zu diesem Thema entnehme ich, dass die Angelegenheit für Roche zu einer Ernst zu nehmenden Sache werden könnte.  Das Ausmass der Ungereimtheiten deute auf Fehler in den internen Abläufen bei den Baslern hin. Obschon nicht klar sei, wie viele und welche Medikamente betroffen seien, befürchtet der verantwortliche Experte Auswirkungen für das Nebenwirkungsprofil junger Präparate wie Telboraf, Traceva, Xolair, Lucentis oder RoActemra. Die Folgen seien zwar eher längerfristiger Natur, könnten sich dann aber bei den Verschreibungen bemerkbar machen. Zudem befürchtet der Experte einen Reputationsschaden.

Nichts fürchten die Märkte mehr als die Ungewissheit. Je nach Tragweite des Problems mit der europäischen Arzneimittelbehörde sind die Folgen für Roche nicht zu unterschätzen. Obschon derzeit einiges für die Valoren des Basler Pharmaunternehmens spricht, nehme ich eine eher vorsichtige Haltung ein.

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Die Namenaktien von Holcim reagieren am Freitag mit einem heftigen Kursabschlag auf die in Indien gegen ACC und Ambuja Cement verhängte Kartellstrafe. Den beiden Tochtergesellschaften droht eine Busse von umgerechnet 390 Millionen Franken.

Berechnungen des für die Bank Vontobel tätigen Experten zufolge könnte die Kartellstrafe den diesjährigen Gewinn beim Schweizer Mutterhaus um bis zu 17 Prozent schmälern. Gut möglich, dass nicht nur die Bank Vontobel sondern auch zahlreiche andere Banken mit dem Rotstift über ihre diesjährigen Gewinnschätzungen gehen müssen.

Am Markt werden übrigens Gerüchte wach, wonach Eurocement im bisherigen Wochenverlauf wieder als Käuferin von Holcim-Aktien in Erscheinung getreten sei. Gemäss der letzten Offenlegungsmeldung von Ende April kontrolliert die russische Grossaktionärin 10,8 Prozent der Stimmen.

Meldepflichtig würde Eurocement erst bei einem Überschreiten des nächsten Schwellenwerts bei 20 Prozent. Die Grossaktionärin kann ihre Beteiligung bis dorthin beliebig ausbauen, was sie den aus dem Berufshandel eintreffenden Berichten zufolge bei Kursrückschlägen auch macht.

Ob es sich tatsächlich um ein finanzielles und nicht doch um ein strategisches Engagement der Russen handelt, wird sich zeigen. Die Absichten von Eurocement sind derzeit nur schwer abschätzbar. Dass die Grossaktionärin die an Holcim gehaltene Beteiligung angeblich weiter ausbaut, könnte am Markt alte Übernahmespekulationen wecken. Schon in der Vergangenheit stand der Schweizer Zementhersteller das eine oder andere Mal im Zentrum solcher Spekulationen.