Die Talfahrt der Aktien von Meyer Burger setzt sich am Donnerstag fort: Der Titel des Thuner Solarzulieferers fällt wie am Vortag fünf Prozent und notiert auf einem neuen Allzeittief. Alleine in den letzten vier Wochen haben die Valoren über zwölf Prozent eingebüsst. Offenbar rechnen die Investoren mit schlechten Halbjahreszahlen, die am 16. August publiziert werden.
Während die Analysten ihre Gewinnprognosen und Kursziele weiter senken, versucht sich der CEO in Schadensbegrenzung. In den letzten Tagen hat sich Peter Pauli in verschiedenen in- und ausländischen Zeitungen zu Wort gemeldet und eine Breitseite gegen die eigene Industrie, Analysten und Journalisten losgelassen. Die Solarindustrie sei nicht so tot, wie sie gemacht würde, glaubt Pauli, und er rechnet weiterhin fest damit, dass die Nachfrage bis 2013 wieder anziehen wird.
Selbst wenn sich die Erholung verzögert, lässt sich Pauli nicht beunruhigen. Er verweist auf die hohen flüssigen Mitteln von 260 Millionen Franken sowie die kürzlich platzierte Anleihe von 130 Millionen Franken, die dem Unternehmen etwas Luft verschaffen. Dennoch ist die Aktie mit den aktuellen Gewinnschätzungen noch deutlich überbewertet. Ein weiterer Krebsgang der Aktie ist deshalb wahrscheinlich.
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Beim Flughafen Zürich steigen nicht nur die Maschinen steil in den Himmel, sondern auch die Namenaktien des Flughafenbetreibers. Seit Ende Mai legten die Titel 10 Prozent zu. Nun fehlt nur wenig bis zur Jahreshöchst-Marke von 360 Franken. Am Donnerstag notieren die Titel unverändert bei knapp 357 Franken. Trotz des Steilflugs der Valoren sind die Titel im europäischen Vergleich immer noch günstig bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2012 liegt bei 11,2.
Die guten Zuwachsraten im Passagier-Aufkommen dürften auch künftig für solide Einnahmen sorgen. Im Juni erhöhte sich die Anzahl der Passagiere um knapp 3 Prozent auf 2,2 Millionen Personen. Allerdings droht dem Wachstum ein Absturz, falls das Zürcher Stimmvolk am 27. November der Pistenverlängerung nicht zustimmt. Notabene: Schon zwei Mal haben die Zürcher Stimmberechtigten Vorlagen abgelehnt, die den Flughafen eingeschränkt hätten. Zum letzten Mal im November 2011, als sie ein generelles Pistenausbauverbot mit 58,8% Nein-Stimmen versenkten.
Der Zürcher Flughafen lässt sich am 21. August in die Bücher blicken.
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Heute fällt der Blick auf eine wenig beachtete Aktie. Die Rede ist vom Fleischveredler und Convenience-Spezialist Orior. Händler berichten mir, dass die Verkaufswelle am Donnerstag durch erste Käufe abgelöst wurde. In den Tagen davor zeigten sich hohe Verkaufsvolumen und liessen die Titel auf ein neues Allzeittief von 43,15 Franken fallen. Daher erklärt sich auch die vergleichsweise tiefe Bewertung für einen defensiv ausgerichteten Titel. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2012 liegt bei 9,5.
Die Orior-Aktien werden seit zwei Jahren an der Schweizer Börse gehandelt. Das Unternehmen pflegt ein über Jahrzehnte akquiriertes Portefeuille an Lebensmittel-Marken von Rapelli Salami bis zu Ocean's Best Seafood, das laufend ergänzt wird. Im März kaufte Orior den Mostbröckli-Spezialisten Möfag. Damit sollte im laufenden Jahr der Fleischveredler das langfristige Ziel von 1 bis 2 Prozent organischen Wachstums trotz schwierigem Umfeld schaffen.
Risikobewussten Anlegern bieten sich auf diesem Kursniveau attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Für Orior spricht auch eine solide Ausschüttung. Nächste Kursimpulse werden nach der Präsentation der Halbjahreszahlen am 23. August erwartet.

