Die Namenaktien von Nestlé werden am Dienstag für eine Gewinnwarnung des Erzrivalen Danone in Sippenhaft genommen. Nur teilweise aggressive Umschichtungen aus den Papieren des französischen Nahrungsmittelherstellers in jene der Westschweizer verhindern ein stärkeres Abrutschen.

In Analystenkreisen zeigt man sich überrascht und bestürzt über die Gewinnwarnung bei Danone. Zwar halten die Firmenverantwortlichen für das laufende Jahr am Ziel eines organischen Umsatzwachstums von 5 bis 7 Prozent fest. Anstatt einer gehaltenen operativen Marge rechnen sie nun aber mit einem Rückgang um 50 Basispunkte.

Begründet wird die Reduktion der Margenerwartungen einerseits mit einer raschen Verschlechterung der Geschäftsentwicklung in Südeuropa sowie mit höher als befürchteten Rohstoffkosten.

Es ist denn auch nicht der Nachfragerückgang in Südeuropa, welcher die Aktionäre von Nestlé nachdenklich stimmen sollte. Denn gemäss einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank erzielen die Westschweizer gerademal 2 Prozent des Jahresumsatzes in den südeuropäischen Ländern. Historisch betrachtet ist Danone mit einen Umsatzbeitrag von 7 Prozent deutlich stärker von Südeuropa abhängig.

Ein Schuss vor den Bug der Nestlé-Aktionäre ist die Gewinnwarnung des französischen Erzrivalen wegen der Entwicklung der Rohstoffkosten. Denn die meisten Analysten hatten sich auf im Jahresverlauf rückläufige Rohstoffpreise eingestellt. Dass es sich bei Danone diesbezüglich um hausgemachte Probleme handelt, ist sehr unwahrscheinlich.

Aufgrund der intakten Wachstumsaussichten in den Schwellenländern und der weitestgehend konjunkturunabhängigen Eigenschaften weist der europäische Nahrungsmittelsektor einen Bewertungsaufschlag von über 60 Prozent zum breiten Markt auf. Da die Analysten nach der heutigen Gewinnwarnung nicht nur bei Danone mit dem Rotstift über die diesjährigen Gewinnschätzungen gehen müssen, könnte die Branche am Anfang einer Bewertungskorrektur stehen. Eine solche könnte auch für die Aktionäre von Nestlé zu einer eher schmerzhaften Angelegenheit werden.

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Schon seit Donnerstag wird Julius Bär gerüchtehalber zu den Interessenten für das zum Verkauf stehende internationale Wealth Management von Merrill Lynch gezählt. Die Zürcher Privatbankengruppe bestätigt heute diese Vermutung denn auch, warnt aber gleichzeitig davor, dass sich die Verhandlungen in einem sehr frühen Stadium befänden.

Im internationalen Wealth Management verwaltetet Merrill Lynch ausserhalb der USA geschätzte 90 Milliarden Dollar. Der Preis der Geschäftsaktivitäten wird in Branchenkreisen auf 1,5 bis 2 Milliarden Dollar geschätzt. Ursprünglich war von einem Verkaufspreis von bis zu 3 Milliarden Dollar die Rede.

Noch bleibt unklar, ob Julius Bär auch tatsächlich den Zuschlag erhält. Denn wie zu hören ist, gibt es weitere potente Interessenten. So werden beispielsweise auch die beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse als mögliche Käufer der Geschäftsaktivitäten genannt.

Im Berufshandel wird allerdings gleich in mehrfacher Hinsicht Kritik laut. Einerseits heisst es, dass Julius Bär eine solche Grossübernahme nur mittels einer Kapitalerhöhung stemmen könne. Andererseits wird die Qualität und Rentabilität der Kundenvermögen von Merrill Lynch bis zu einem gewissen Grad in Frage gestellt. Dazu kommen Fragen im Zusammenhang mit dem strategischen Sinn, fiel die Zürcher Privatbankengruppe in der Vergangenheit doch vor allem durch Firmenzukäufe in Asien auf.

Wie der Markt bei Julius Bär auf eine Übernahme des internationalen Wealth Management von Merrill Lynch reagieren wird, ist aus heutiger Sicht deshalb nur schwer abschätzbar und von mehreren Faktoren abhängig.

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Auch am frühen Dienstagnachmittag liegen die Namenaktien von Nobel Biocare wieder im Angebot. Am Markt sorgt die Credit Suisse mit einer Studie zu den beiden Schweizer Herstellern von Premiumimplantaten für Aufsehen.

In der Studie streicht der viel beachtete Verfasser seine Schätzungen für das Marktwachstum der Jahre 2012 und 2013 von 3 bis 4 Prozent auf bis zu 2 Prozent zusammen. Auf das kommende Jahr bezogen zieht dies bei Nobel Biocare eine Abwärtsrevision der Umsatzschätzungen um 3 Prozent und der Gewinnschätzungen um 12 Prozent nach sich. Neu liegen die Annahmen des Experten um bis zu 20 Prozent unter den Konsensschätzungen des Marktes. Dies spiegelt sich auch in der «Underperform» lautenden Verkaufsempfehlung sowie im 12-Monats-Kursziel von neu 9 (11) Franken wider.

Vom jüngsten Quartalsergebnis des US-Medizinaltechnikkonzerns Biomet schliesst der für die Credit Suisse tätige Experte auf eine sequenzielle Wachstumsverlangsamung im amerikanischen Markt. Mit einem Umsatzbeitrag von 38 Prozent aus Nordamerika sei Nobel Biocare besonders stark davon betroffen.

Aufgrund der zuletzt wieder schwierigeren Rahmenbedingungen rät die Credit Suisse ihrer Anlagekundschaft sowohl bei den Papieren von Nobel Biocare als auch bei jenen des Erzrivalen Straumann zum Abbau von Engagements.