In wenigen Wochen wird auch hierzulande die Berichterstattung für das zweite Quartal eingeläutet. Schon heute dürfte klar sein, dass die vergangenen Monate für viele Unternehmen kein Picknick waren.

In einer Strategiestudie geben heute Mittwoch die für BNP Paribas tätigen Verfasser erste Prognosen ab, welchen mittelgrossen europäischen Firmen eine Ergebnisenttäuschung drohen könnte. Unter den genannten Unternehmen befinden sich auch mehrere Schweizer Firmen.

Insbesondere bei Temenos sehen die Experten ein Enttäuschungspotenzial. Aufgrund des schwierigen Branchenumfelds sei es möglich, dass Kunden ihre Investitionsentscheide vertagen. Erst kürzlich habe sich der Mitbewerber Sopra ernüchternd über den Geschäftsverlauf im bisherigen zweiten Quartal geäussert.

Ähnlich vorsichtig äussern sich die Franzosen zu Nobel Biocare. Noch im Monat Mai habe der CFO von einem leichten Umsatzwachstum gesprochen, solange der Markt für Dentalimplantate im mittleren einstelligen Prozentbereich wachse. Diese Prognose sei zunehmend in Frage zu stellen, mache Europa doch 50 Prozent des Marktes für Dentalimplantate aus. Ausserdem steuere Europa beim Hersteller von Premiumimplanten 40 Prozent zum Umsatz bei. Die Vergleichsbasis aus dem Vorjahr werde bei Nobel Biocare zwar einfacher, gleichzeitig nehme jedoch der Wettbewerb seitens von Billiganbietern zu.

Mit Clariant ist ein weiteres Basler Unternehmen unter den Kandidaten für eine mögliche Ergebnisenttäuschung. Enttäuschungspotenzial machen die Experten von BNP Paribas vor allem beim Ausblick auf das zweite Halbjahr aus. Aufgrund der rückläufigen Absatzvolumen und saisonalen Verhaltensmustern seien die firmeneigenen Gesamtjahresprognosen nur schwer erreichbar. Bei letzteren hätten sich die Basler bisher auf eine bessere zweite Jahreshälfte abgestützt.

Auf einer weiteren Liste mit mittelgrossen europäischen Firmen, bei welchen die Geschäftsentwicklung im laufenden Quartal als relativ sicher eingestuft wird, ist nur gerate Logitech als Schweizer Unternehmen zu finden. Dank einem Lagerwiederaufbau in den Absatzkanälen schätzen die Experten die Gefahr einer Ergebnisenttäuschung oder Gewinnwarnung als sehr gering ein. Ausserdem werden die Konsensschätzungen als wenig ambitiös bezeichnet.

Die anstehende Berichterstattung für das zweite Quartal wird in meinen Augen zu einer ersten Standortbestimmung für die Aktienmärkte. Denn die Quartalsergebnisse und die auf die zweite Jahreshälfte bezogenen Aussichten werden zeigen, ob die Gewinnschätzungsreduktionen der vergangenen Wochen ausreichen oder ob weiterer Revisionsbedarf besteht.

Interessant ist, dass die von BNP Paribas genannten Aktien von Clariant, Nobel Biocare und Temenos schon seit dem späten Dienstagnachmittag unter starkem Verkaufsdruck stehen. Werden die Prognosen des französischen Bankinstituts in den kommenden Wochen etwa zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung?

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Die Namenaktien von Panalpina stehen am frühen Mittwochnachmittag unter Verkaufsdruck. Nach den negativen Aussagen aus dem Hause Merrill Lynch vom Montag zieht nun die Credit Suisse in einer Studie zum europäischen Transportsektor nach.

Der viel beachtete Studienverfasser streicht seine diesjährigen Gewinnschätzungen für das Basler Unternehmen um weitere 10 Prozent zusammen. Damit liegen die neuen Annahmen um nicht weniger als 14 Prozent unter den Konsensschätzungen des Marktes. Dieser Umstand spiegelt sich auch in der «Underperform» lautenden Verkaufsempfehlung und im 12-Monats-Kursziel von 73 (79) Franken wider.

Aufgrund der schwachen Luftfrachtvolumen rechnet der Experte im laufenden Jahr bestenfalls mit einer gehaltenen Umsatzentwicklung. Gleichzeitig werde Panalpina mit rückläufigen Bruttomargen und einem höheren Investitionsbedarf zu kämpfen haben.

Bei der Credit Suisse werden deshalb die Markterwartungen an Panalpina als zu ambitiös beurteilt. Ausserdem werde das Unternehmen vom Markt mit einem nicht gerechtfertigten Aufschlag von 21 Prozent gegenüber Kühne + Nagel gehandelt.

Ich warne bei Panalpina schon eine ganze Weile vor zu hohen Konsensschätzungen. Interessant ist, dass die diesjährigen Gewinnschätzungen seit dem Monat April um 20 Prozent nach unten korrigiert worden sind. Seither haben sich die Aktien unter dem Strich jedoch seitwärts bewegt. Dies spricht dafür, dass die Korrektur noch nicht ausgestanden ist.

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Die Valoren von Swisscom werden immer mehr zur Aktie der Stunde. Aus dem Berufshandel wird mir schon seit Tagen von auffälligen Käufen aus dem angelsächsischen Raum berichtet.

Einem Kommentar der Deutschen Bank entnehme ich heute denn auch, dass das ehemalige Monopolunternehmen anlässlich einer Road-Show in den USA überzeugen konnte.

Den Firmenverantwortlichen zufolge gestalte sich das Wettbewerbsumfeld im Heimmarkt Schweiz weiterhin bescheiden. Sunrise habe in den zurückliegenden 12 Monaten sogar die Preise erhöht. Mit den neuen Mobilfunkangeboten habe das Unternehmen die Konkurrenz auf dem falschen Fuss erwischt. Und auch sonst sei die Geschäftsentwickung zur Zeit recht solide.

Für mich bleiben Swisscom hierzulande das am besten gegen einen möglichen Bruch des Euro-Mindestkurses gerüstete Grossunternehmen. Keine andere SMI-Gesellschaft verfügt über einen solch hohen Ergebnisbeitrag aus dem Heimmarkt Schweiz. Und auch die bei rund 6 Prozent liegende Dividendenrendite scheint mir im aktuellen Umfeld äusserst attraktiv.