In den Namenaktien von Clariant wird das Handelsgeschehen am Tag vor der Quartalsergebnispräsentation von einem Kampf zwischen Haussiers und Baissiers überschattet.

Für Wasser auf die Mühlen der Baissiers sorgt dabei eine Unternehmensstudie aus dem Hause ING. Darin stuft der Verfasser die Papiere des Basler Spezialitätenchemieherstellers nach nur einem Monat von «Buy» auf «Hold» zurück. Seine Umsatz- und Gewinnschätzungen behält der Experte ebenso wie das 10 Franken lautende 12-Monats-Kursziel bei.

Der Experte rechnet am Donnerstag anlässlich der Quartalsergebnispräsentation zwar mit keinen grösseren Überraschungen. Allerdings hält er für möglich, dass die Firmenverantwortlichen ihre Gesamtjahresprognosen konservativer formulieren werden.

Bei den anlässlich der Ergebnisveröffentlichung für das erste Quartal abgegebenen Prognosen einer gehaltenen Rentabilität und einem unter dem Vorjahr liegenden Halbjahresergebnis sei Clariant von einer im Jahresverlauf kontinuierliche Verbesserung der Weltwirtschaft ausgegangen.

Der für ING tätige Experte stützt sich in seiner Erwartung auf die zuletzt wieder schwächeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie den nicht weniger als 53 Prozent betragenden Umsatzbeitrag aus zyklisch oder strukturell beeinträchtigten Absatzmärkten ab.

Interessant ist, dass sich die Konsensschätzungen auf Stufe EBITDA derzeit auf Vorjahresniveau und damit im Einklang mit den firmeneigenen Gesamtjahresprognosen befinden. Sollte der für ING tätige Experte mit seiner Einschätzung richtig liegen, bedürften die Konsensschätzungen einer weiteren Abwärtsrevision. Ein Kursrutsch der Aktien von Clariant unter die psychologisch wichtige Marke wäre dann die Folge.

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Die Namenaktien von Holcim liegen am frühen Mittwochnachmittag im Angebot. Für Verunsicherung sorgt eine in Brasilien drohende Kartellbusse im Umfang von 20 bis 30 Prozent des im Jahre 2005 im südamerikanischen Land erzielten Umsatzes.

Gemäss Berechnungen von CA Cheuvreux würde eine solche Busse das laufende Ergebnis um 150 bis 250 Millionen Franken schmälern. Dies sei für das Unternehmen zwar finanziell zu verkraften, so der Experte. Unter Berücksichtigung des geringen Umsatzbeitrags aus Brasilien sei eine solche Busse aber vergleichsweise hoch. Damit habe sie das Zeug, das Titelsentiment weiter zu belasten.

Erst Ende Juni wurde in Indien eine Kartellbusse gegen die beiden Holcim-Töchter ACC und Ambuja Cement sowie gegen weitere Zementhersteller verhängt. Alleine diese Busse dürfte das diesjährige Ergebnis beim Schweizer Mutterhaus auf Stufe Konzerngewinn um 390 Millionen Franken oder rund 17 Prozent beeinträchtigen.

Interessant ist, dass Holcim in der Vergangenheit weder für die Kartellstrafe in Indien noch für die in Brasilien drohende Busse Rückstellungen gebildet hat. Dieser Umstand hat für mich beinahe schon einen leichten Hauch von Arroganz.

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Einmal mehr müssen die Aktionäre von Meyer Burger heute Mittwoch die Zähne zusammenbeissen. Die vom Berner Solarzulieferunternehmen für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2012 veröffentlichten Eckdaten fallen ziemlich ernüchternd aus.

So bildete sich der Umsatz im Jahresvergleich um 47 Prozent auf 307 Millionen Franken zurück. Der Auftragseingang brach sogar um 84 Prozent auf 130 Millionen Franken ein. Dadurch Schmolz der Auftragsbestand per Ende Juni auf 670 Millionen Franken. Der EBITDA werde zwischen 3 und 5 Millionen Franken zu liegen kommen, so die Firmenverantwortlichen weiter.

Meyer Burger enttäuscht mit dem vorliegenden Halbjahresergebnis sogar die negativsten Erwartungen. So hatte beispielsweise der für CA Cheuvreux tätige Experte mit einem Umsatz von 390 Millionen Franken, einem Auftragseingang von immerhin 170 Millionen Franken und einem EBITDA von 10 Millionen Franken.

Die Konsensschätzungen liegen möglicherweise noch um einiges höher und bedürfen spätestens nach dem heutigen Tag einer substanziellen Anpassung. Interessant ist auch, dass in der Berichtsperiode aufgrund eines Anstiegs beim Umlaufvermögen ein Cash Drain aus operativer Tätigkeit von rund 100 Millionen resultierte.

Dass die Aktien von Meyer Burger die Abgaben am frühen Mittwochnachmittag so gut wegstecken, lässt am Markt Spekulationen aufkommen, wonach der Grossaktionär Generation Investment weiterhin im grossen Stil zukaufe. Zum Zeitpunkt der letzten Offenlegungsmeldung hielten die Briten 5,18 Prozent der Stimmen.