Auch in diesem Jahr melde ich mich wieder vom TCS-Campingplatz in Salavaux am Murtensee – die heutige Informationstechnologie macht es möglich.
Mir stechen heute Abgaben in den Namenaktien von Syngenta ins Auge. Gerade aus dem angelsächsischen Raum erhielt der Basler Agrochemiekonzern für die vor Jahresfrist kommunizierte Integrationsstrategie Vorschusslorbeeren. Auch das am letzten Donnerstag vorgelegte Halbjahresergebnis kam am Markt überraschend gut an, haussierten die Papiere des Unternehmens am Berichtstag doch um nicht weniger als 3,6 Prozent.
Nach der ersten Euphorie von vergangener Woche treffen aus der Analystengemeinde jedoch zunehmend auch kritische Kommentare ein. Für Aufsehen sorgt heute Montag vor allem eine Unternehmensstudie aus dem Hause ING. Darin stuft der viel beachtete Verfasser die Aktien von Syngenta mit einem neu 278 (265) Franken lautenden 12-Monats-Kursziel von «Hold» auf «Sell» zurück.
Der Experte begründet seine negative Haltung mit der auf den zweiten Blick überraschend schwachen zugrundeliegenden Gewinnentwicklung. Im Saatgutgeschäft sei das Ergebnis von einer Lizenzzahlung im Umfang von 200 Millionen Dollar künstlich aufgebläht worden. Unter Verrechnung dieser Zahlung vom Partnerunternehmen DuPont und mit unerwarteten Rückstellungen für einen Vergleich sei das Ergebnis auf Stufe EBITDA um rund 7 Prozent unter den Konsensschätzungen ausgefallen, argumentiert der Experte.
Der Verfasser berichtet in seinem Kommentar zudem über Marktanteilsverluste an die Konkurrenz. Diese Marktanteilsverluste seien entweder auf die Preisgestaltungspolitik von Syngenta zurückzuführen, oder aber eine direkte Folge der vor Jahresfrist bekanntgegebenen Integrationsstrategie.
Ich hatte bei Syngenta schon im Vorfeld der Ergebnispräsentation vom vergangenen Donnerstag kein sonderlich gutes Gefühl in der Magengrube. Mit dem heutigen Kommentar aus dem Hause ING wird das Gefühl nicht besser, scheint sich der Markt der effektiven Gewinnentwicklung doch nicht oder dann zumindest zu wenig bewusst zu sein. Deshalb bleibe ich bei den Aktien des Basler Agrochemieherstellers bei meiner auf kurze Sicht vorsichtigen Einschätzung.
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Bei Clariant blieben vergangenen Donnerstag anlässlich der Quartalsergebnispräsentation grössere Überraschungen aus. Auch die tags zuvor gerüchtehalber herumgereichte Reduktion der firmeneigenen Gesamtjahresprognosen blieb aus.
Doch gerade beim operativen Gewinn scheint mir eine solche Prognosenreduktion nur aufgeschoben, fiel die EBITDA-Marge in den ersten sechs Monaten doch deutlich unter den Vorjahreswert zurück. Der Basler Spezialitätenchemiehersteller müsste in der zweiten Jahreshälfte schon einiges in Bewegung setzen, um die firmeneigenen Gesamtjahresprognosen doch noch erreichen zu können.
Dieser Meinung sind heute auch die für HSBC tätigen Experten. In einem Kommentar zu Clariant machen sie auf die zweite Jahreshälfte bezogen Enttäuschungspotenzial aus. Und auch bei den geplanten Spartenverkäufen seien auf kurze Sicht Verzögerungen möglich. Mit ihren diesjährigen Gewinnschätzungen liegen die Experten denn auch um rund 8 Prozent unter den entsprechenden Konsensschätzungen der Berufskollegen.
Die Aktien des Basler Spezialitätenchemieherstellers werden bei HSBC mit «Neutral» und einem neu 11,50 (11,40) Franken lautenden Kursziel eingestuft.
Ich für meinen Teil bin mir jedoch nicht ganz so sicher, dass sich die Papiere in den kommenden Wochen über der psychologisch wichtigen Marke von 10 Franken zu halten vermögen.
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Die Aktionäre von Holcim dürfen sich freuen, bescherten die beiden indischen Tochtergesellschaften ACC und Ambuja Cement dem Mutterhaus im zurückliegenden zweiten Quartal doch einen höher als erhofften Ergebnisbeitrag.
Eine positive Überraschung wird damit bei Holcim anlässlich der Halbjahresergebnispräsentation von Mitte August immer wahrscheinlicher. Gut möglich, dass einige Analysten ihre Prognosen im Vorfeld noch einmal leicht anheben werden.
Holcim dürfte daran interessiert sein, die Geschäftsaktivitäten in Indien weiter auszubauen. In diese Richtung gehen auch Berichte in der dortigen Lokalpresse. Angeblich gehört Holcim neben Lafarge zu den Interessenten für sechs zum Verkauf stehende Produktionsstätten der Cement Corp of India. In Branchenkreisen wird der Wert dieser Geschäftsaktivitäten auf gut 300 Millionen Dollar geschätzt.
Ich gehe davon aus, dass ein solcher Zukauf bei Holcim vom Markt mit höheren Kursnotierungen goutiert würde.

