Nach der Übernahme der Kindernahrungsaktivitäten von Pfizer von Ende April ist bei Nestlé Ruhe eingekehrt. Mit der knapp 12 Milliarden Dollar teuren Firmentransaktion steht die Transformationsphase der vergangenen Jahre beim Westschweizer Nahrungsmittelkonzern unmittelbar vor dem Abschluss.
Weiterhin unklar ist, was in zwei Jahren mit der an L'Oréal gehaltenen Beteiligung geschieht. Dann nämlich läuft der Aktionärsbindungsvertrag mit dem Hauptaktionär des französischen Kosmetikherstellers aus.
Bisher liessen sich die Firmenverantwortlichen am Hauptsitz im waadtländischen Vevey diesbezüglich nicht in die Karten schauen. Darf man den Ausführungen RBC Capital Markets in einer gestern Abend erschienenen Branchenstudie Glauben schenken, dann werden sich die Westschweizer in zwei Jahren allerdings von ihrem knapp 30 Prozent umfassenden Beteiligungspaket trennen.
Den Aktionären von Nestlé würde dann ein weiterer Geldsegen, vergleichbar mit jenem nach dem Verkauf der US-Tochter Alcon, winken. Der verantwortliche Experte schätzt den Wert der an L'Oréal gehaltenen Beteiligung auf rund 20 Milliarden Franken und rechnet damit, dass dieser Verkaufserlös vollumfänglich an die Aktionäre zurückgeführt wird.
Dank dem Verkauf der US-Tochter Alcon und den dadurch möglich gewordenen Aktienrückkäufen kamen die Aktien von Nestlé in den vergangenen Jahren in den Genuss einer Neubeurteilung durch den Markt. Der für RBC Capital Markets tätige Experte hält bei einem Verkauf der L'Oréal-Beteiligung eine weitere Neubewertung der Papiere für wahrscheinlich. Er stuft letztere deshalb im Rahmen einer Erstabdeckung mit «Sector Perform» und einem Kursziel von 57 Franken ein, obschon er das Unternehmen als überbewertet erachtet.
Noch bis vor wenigen Jahren wurden am Markt immer wieder Spekulationen laut, Nestlé könnte L'Oréal vollständig übernehmen. Nach den jüngsten Anpassungen im Firmenportfolio halte ich eine solche Vollübernahme für sehr unwahrscheinlich. Ob sich die Verantwortlichen jedoch zu einem Verkauf des Beteiligungspakets durchringen können, bleibt fraglich.
Die Aktien von Nestlé erhielten zuletzt vor allem aufgrund ihres defensiven Charakters und ihres Rufs als sicherer Hafen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten Auftrieb. Die kürzliche Gewinnwarnung des französischen Erzrivalen Danone zeigt aber, dass der europäische Nahrungsmittelsektor diesbezüglich nicht völlig immun ist. Ob der massive Bewertungsaufschlag zum breiten Markt gerechtfertigt ist, wird sich deshalb erst noch zeigen müssen.
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Der Börsengang von Facebook geht wohl als einer der enttäuschendsten in die Geschichte ein. Alleine in den ersten drei Handelswochen tauchten die Aktien des sozialen Netzwerks vorübergehend um einen Drittel unter den Emissionspreis von 38 Dollar.
Verständlich deshalb, dass am Markt den ersten Wortmeldungen aus der Analystengemeinde regelrecht entgegen gefiebert wurde. Die in den letzten Tagen veröffentlichten Unternehmensstudien fallen allerdings ziemlich ernüchternd aus.
So nimmt Merrill Lynch die Erstabdeckung der Aktien von Facebook mit «Neutral» und einem auf dem Emissionspreis liegenden Kursziel von 38 Dollar auf. Das Unternehmen sei für Werbekunden zwar äusserst attraktiv und befinde sich erst in einem frühen Stadium der Monetarisierung der Benutzer. Der verantwortliche Experte nimmt jedoch eine eher vorsichtige Haltung ein, was die mobile Nutzung des sozialen Netzwerks anbetrifft.
Bei der Citigroup werden die Papiere neu mit «Neutral» und einem Kursziel von 35 Dollar eingestuft. Risiken sieht der Verfasser der Unternehmensstudie im Zusammenhang mit den Stimmrechtsaktien der Firmenverantwortlichen, der vorerst beschränkten Attraktivität für Werbekunden und der mobilen Nutzung des sozialen Netzwerks.
Barclays Capital nimmt die Erstabdeckung der Aktien hingegen mit «Equal-weight» und einem Kursziel von 35 Dollar auf. Neben der Schwierigkeit die mobile Nutzung zu Geld zu machen, spreche auch die exzessiv hohe Bewertung und der zukünftige Ablauf der Sperrfristen auf Aktienengagements der Altaktionäre gegen die Papiere. Ähnlich wie der Experte von Barclays Capital argumentiert auch sein Berufskollege von Stifel Nicolaus, welcher die Aktien mit «Hold» einstuft.
Bisher werden die Aktien von Facebook nur gerade bei RBC Capital Markets mit «Outperform» und einem Kursziel von 40 Dollar und bei Goldman Sachs mit «Buy» und einem Kursziel von 42 Dollar zum Kauf empfohlen. Ich bleibe dabei, dass sich die Papiere des sozialen Netzwerks vorerst nur für institutionelle Grossinvestoren eignen.
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CA Cheuvreux zeichnet am Donnerstag in einer Studie zu Valora ein ziemlich düsteres Bild. Der für das französische Bankinstitut tätige Experte nimmt darin die Erstabdeckung der Namenaktien mit «Sell» und einem optisch tiefen 6-Monats-Kursziel von 140 Franken auf.
Der Basler Detailhandelskonzern sehe sich in einem Grossteil der Geschäftfelder strukturellen Herausforderungen gegenüber gestellt. Davon betroffen seien 75 Prozent des Jahresumsatzes. Obschon die Firmenverantwortlichen bereits mit ihren Wachstumserwartungen zurückkrebsen mussten, sei die Erwartungshaltung des Marktes noch immer zu positiv.
Der Experte rechnet sowohl mit Druck auf die Umsatzentwicklung als auch auf die Margen. Ausserdem belaste die vom Unternehmen verfolgte Übernahmestrategie die Bilanz. Beides habe negative Folgen für die zukünftige Ausschüttungspolitik.
Seit ihren Jahreshöchstständen von Mitte März sind die Aktien von Valora um ziemlich genau 30 Prozent zurückgefallen. Die aggressive Verkaufsempfehlung aus dem Hause CA Cheuvreux hilft den Papieren heute auch nicht gerade. Was die Franzosen allerdings nicht in ihrem Bewertungsmodell berücksichtigen, ist die Tatsache, dass Valora mit dem Kiosk-Netz über ein einmaliges strategisches Aktivum verfügt. Ausserdem übertreibt der Experte mit seiner Angst vor rückläufigen Preisen im Nahrungsmittelgeschäft.
Winkt Nestlé-Aktionären ein weiterer Geldsegen?
Winkt den Nestlé-Aktionären in zwei Jahren der nächste Geldsegen? - Die ersten Anlageempfehlungen für die Aktien von Facebook fallen recht ernüchternd aus – Und: CA Cheuvreux malt bei Valora ein düsteres Bild.

