Im September beginnt für die Winzer die Weinlese und mit ihr auch der Run nach edlen Tropfen. Im letzten Jahr ersteigerte ein asiatischer Bieter an der Hong Kong Wine Auction zwölf Flaschen Château Pétrus, Jahrgang 1982 für satte 78'000 Dollar - 30 Prozent mehr als der Schätzpreis. Doch es geht noch höher: Drei Flaschen des Château Lafite, Jahrgang 1869 wechselten für 230'000 Dollar den Besitzer. Dies ist ein neuer Weltrekord.

Solche Rekordpreise treiben den weltweit bedeutsamsten Weinindex, der "Liv-ex Fine Wine 100" in die Höhe. Allein in diesem Jahr glänzte er mit einer Jahresperformance von 7 Prozent. Der SMI hingegen stürzte um über 15 Prozent ab. Betrachtet man die Entwicklung seit 2002, so schenkte der Wein-Index, der hauptsächlich Bordeaux-Weine umfasst, mit einer annualisierten Rendite von 15,3 Prozent ein.

Allerdings ist der Index seit dem Allzeithoch vom Juni dieses Jahres rückläufig. Er verlor bis anhin 1,6 Prozent. "Eine weitere Korrektur von 10 bis 15 Prozent per Ende Jahr ist durchaus möglich", sagt Michael Unger, Inhaber von Unger Weine. Laut Unger betrifft die Korrektur vor allem jene Weine, die zuvor schon stark überteuert waren. Insofern sei eine Korrektur heilsam.

Chinesen sind scharf auf den Rebensaft

Aber die anstehenden Weihnachten und das chinesische Neujahrsfest treiben in der Regel die Preise wieder hoch. Hinzu kommt: Die Jahre 2009 und 2010 waren Jahrhundertjahrgänge. Die Weine dürften somit Spitzenpreise erzielen, so Unger.

Für eine weitere Steigerung werden die Asiaten sorgen. Sie zählen zu den Topkäufern. Der Kauf eines teuren Weins bedeutet für sie einen Statusgewinn. Hinzu kommt ein wachsender Weinkonsum. In den letzten zehn Jahren stieg der Konsum um 10 Prozent. Und die Chinesen verfallen dem Rebensaft immer stärker. Schätzungen gehen davon aus, dass sie bis 2013 zu den siebtgrössten Weingeniessern gehören werden.

Anleger, die in Wein investieren wollen, können dies über Händler oder an Auktionen tun. Allerdings erfordert eine solche Strategie vertiefte Kenntnis des Weinmarktes. Zudem muss der Wein korrekt gelagert werden, was wiederum mit Kosten verbunden ist.

Teures Einstiegsticket

Wer diesen Aufwand scheut, investiert besser in Wein-Fonds. Der "Fine Wine Fund" zum Beispiel performte nach Aussagen der Fondsmanager durchschnittlich mit 11,9 Prozent pro Jahr. Im Durchschnitt rentieren die bekannten Wein-Fonds in den letzten fünf Jahren netto zwischen 10 bis 15 Prozent pro Jahr, sagt Weinmarkt-Experte Mattias Sundström, von der Wine Wealth.

Allerdings hat eine solche Performance ihren Preis. Das Einstiegsticket beträgt im Minimum 25'000 Franken. Um einiges teurer ist der "Wine Growth Fund" mit einem Minimum-Investment von 125'000 Euro. Hinzu kommen relativ teure Management-Gebühren von gegen 2 Prozent und je nach Jahres-Rendite eine Performance Fee von gegen 20 Prozent.