Dubai World erwägt offenbar, Gläubigern Anteile an einigen ihrer Sparten, wie etwa dem Immobilienentwickler Nakheel PJSC, anzubieten. Wie aus informierten Kreisen verlautet, sollen damit Notverkäufe von Vermögenswerten vermieden werden. Sie wären andernfalls notwendig, um demnächst fällige Verbindlichkeiten zu begleichen.
Bei der Holding laufen den Kreisen zufolge derzeit Vorgespräche über mögliche Lösungen. Dabei kam auch die Möglichkeit einer Finanzspritze von seiten der Regierung von Dubai zur Sprache, die sich ihrerseits über den Verkauf einer Anleihe im Volumen von 10 Milliarden Dollar erneut Geld von der Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate in Abu Dhabi beschaffen könne. Dies war bereits einmal im Februar geschehen. Die Verbindlichkeiten von Dubai World belaufen sich insgesamt auf etwa 60 Milliarden Dollar.
Erstes Ziel: Gläubier besänftigen
Nakheel muss im Dezember Schulden in Höhe von 3,52 Milliarden Dollar refinanzieren. Eine Beteiligung an dem Immobilienentwickler könnte den Kreisen zufolge die Gläubiger besänftigen und den Bankrott beziehungsweise Notverkäufe von Hotels, Einzelhändlern und sonstigen Vermögenswerten verhindern, die Dubai World in den vergangenen Jahren zusammengekauft hat.
«Die dringendste Frage für Dubai ist die, was man mit Nakheel macht, denn dort werden vor dem kommenden Jahr die meisten Anleihen fällig», sagte Rachel Ziemba, leitender Analyst für Staatsfonds bei Roubini Global Economics in New York. «Dubai versucht, mit dem Verkauf von Vermögenswerten zu warten bis sich damit höhere Erlöse erzielen lassen.»
Gläubiger: Barclays, Royal Bank of Scotland und CS
Die Vorschläge, wie Dubai World vorgehen könnte, stammen laut den informierten Personen unter anderem von Rothschild, AlixPartners LLP und Deutsche Bank AG. Die Berater sind auch an den Gesprächen beteiligt, die Dubai mit seinen über 70 Gläubigern führt. Die grössten Verbindlichkeiten bestehen gegenüber der Abu Dhabi Commercial Bank und Emirates NBD PJSC. Weitere Kreditgeber sind Credit Suisse Group AG, HSBC Holdings PLC, Barclays PLC, Lloyds Banking Group PLC und Royal Bank of Scotland Group PLC.
Dubai ist das flächenmäßig zweitgrösste der sieben Emirate, die die Vereinigten Arabischen Emirate bilden und von der weltweiten Finanzkrise besonders hart getroffen worden. Die Hauspreise in Dubai sind im zweiten Quartal laut einer Studie von Knight Frank LLC gegenüber dem Vorjahr um 47 Prozent gefallen. Einen so drastischen Rückgang verzeichnete kein anderes Land.
(Bloomberg)
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