Die letzten Monate waren verheerend für die Schweizer Hedge-Funds-Industrie. Wegen der Liquiditätskrise auf den Finanzmärkten und den Skandalgeschichten um Madoff und Galleon kam es hierzulande zu einem richtigen Cash-Drain: Die verwalteten Vermögen aller Schweizer Dachfonds-Anbieter sind gemäss der Datenbank von Hedgegate von 40 auf 15 Milliarden Dollar – um über 60 Prozent eingebrochen.
Eine Kardinalssünde sei die Schliessung einzelner Single-Hedgefunds gewesen, die die Liquidation ganzer Dachfonds zur Folge hatten. «Wenn man in einem Dachfonds einzelne illiquide Anteile hat, kann man sie die nicht mehr richtig bewerten und der Fonds muss im schlimmsten Fall geschlossen werde», erklärt Alexander Brunner, Geschäftsleitungs-Mitglied von Brunner Invest.
Multistrategie-Fonds haben sich nicht bewährt
Grosse Probleme gab es in den letzten Monaten vor allem bei Multistrategie-Dachfonds. Hier wurden diverse Anlagestrategien wie Long/Short-Equities, Convertible Arbitrage oder Global Makro zu einem Gemisch vermengt, das irgendwann zu faulen begann. «Wie bei einem Fruchtsalat, in dem einzelne verdorbene Früchte den ganzen Salat ungeniessbar machen», sagt Brunner.
Heute seien vor allem Einzelstrategien gefragt, etwa Long/Short-Equities, mit der Fondsmanager versuchen, sowohl von steigenden als auch fallenden Aktienkursen Geld zu verdienen. Das Konzept des «Absolute Return», von positiven Renditen in allen Marktsituationen, habe dagegen nicht funktioniert. «Der Anleger hat den Eintritt ins Nirvana der ewig positiven Renditen erwartet und wurde enttäuscht», sagt Brunner.
EU-Richtlinien schaden der Industrie
Dabei traf es aber nicht nur Privatanleger. «Wir haben gesehen, dass das Verständnis auch bei institutionellen Anlegern nicht immer da war», so Brunner. Wieso er den EU-Richtlinienvorschlag für Alternative Investments Fund Managers (AIFM) für industrieschädigend hält, sagt der Hedge-Funds-Profi im cash-Börsen-Talk.
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