Man werde ein gutes Jahresergebnis vorlegen können, sagte Adecco-CEO Alain Dehaze in einem Interview mit der "Sonntagszeitung". Im dritten Quartal 2015 musste das Unternehmen einen überraschenden Goodwillabschreiber buchen und war tief in die Verlustzone gerutscht. Auch wurde das Margen-Ziel für 2015 gesenkt.

Bei den Abschreibungen seien regulatorische Veränderungen im deutschen Arbeitsmarkt ausschlaggebend gewesen, die niemand habe vorhersehen können, so Dehaze, der seit September 2015 im Amt ist, weiter. "Das Margenziel haben wir zuletzt immer an ein schnelleres Wirtschaftswachstum in Europa geknüpft. Das ist nicht eingetreten, deshalb konnten wir die Marge nicht erreichen."

Ein fixes Margenziel für ein spezifisches Jahr soll es nicht mehr geben. Eine Bandbreite mache in dem schwankungsanfälligem Geschäft mehr Sinn, so Dehaze im Interview. Anlässlich des Investorentags am 18. Januar, soll zudem erläutert werden, was der VR und die Konzernleitung mit der Gruppe in den kommenden Jahren planen.

Für 2016 erwarte er indes "ein organisches Wachstum in einem ähnlichen Tempo wie 2015". Die Gewinnmarge dürfte daher stabil bleiben, so der Unternehmenschef. In den USA rechne er im neuen Jahr mit lediglich einem sehr moderaten Wachstum, während das Geschäft in Italien und Spanien solide wachse. In Deutschland und Frankreich als wichtige Konjunkturmotoren für Europa gehe es ebenfalls moderat aufwärts.

Angesichts digitaler Innovationen, welche die klassische Arbeitsvermittlung umkrempeln, stehe Adecco allerdings vor "grossen Herausforderungen". "Wir müssen in die Digitalisierung unseres Angebotes, aber auch der internen Abläufe investieren", sagte Dehaze. Es wurde zwar bereits investiert, aber das Tempo müsse erhöht werden. Angesichts der Erwartungen am Markt und der Kunden, "müssen auch wir uns verändern", gestand er ein.

Dass die US-Investoren Harris Associates und Partisan enttäuscht waren, dass nicht Finanzchef Dominik de Daniel zum Konzernchef befördert wurde, habe ihn derweil "nicht aus der Fassung gebracht". Er sei vom VR einstimmig gewählt worden, und das Verhältnis zu Harris Associates und Artisan habe sich mittlerweile auch "entspannt".

(AWP)