Während die US-Aktienkorrelation in der Vergangenheit die aktiven Manager gelähmt hat, lässt diese Bewegung im Gleichschritt nun nach. So ist eine Messgröße der impliziten Korrelation unter US-Aktien von einem Vier-Monats-Hoch Mitte Februar auf den niedrigsten Jahresstand gefallen. Das dürfte die Performance von Investoren ankurbeln, die Aktien anhand eigener Kriterien aussuchen, sagt Brian Belskivon der Bank of Montreal. Ihn erinnert das gegenwärtige Klima an die 1980er, als Peter Lynch und Warren Buffett berühmt wurden.

Nachdem der schlechteste Jahresauftakt für US-Aktien fast alle Segmente des Marktes getroffen hat, haben aktive Manager Grund für Optimismus. Denn die Besorgnis lässt nach, und Anleger verlagern ihre Aufmerksamkeit auf einzelne Aktien. Da die Kursgewinne bei den stark gedrückten Aktien zur jüngsten Erholung beigetragen haben, weisen sogenannte Substanzwertaktien eine Outperformance auf, da Investoren auf der Suche nach Schnäppchen sind.

“Es ist die Ära des aktiven Investierens", sagte Belski, Chef-Anlagestratege bei der Bank of Montreal, zu Bloomberg Radio. “Es ist eine Welt im Sinne von Warren Buffett oder Peter Lynch, wo Investoren gute Unternehmen kaufen und an ihnen festhalten."

Lynch, der legendäre Fondsmanager von Fidelity Investments, erzielte in den 1980er Jahren einen Ertrag von fast 30 Prozent jährlich, und Buffett, der Vorstandsvorsitzende von Berkshire Hathaway, hat mit seinen Aktien den Markt fünf Jahrzehnte lang um mehr als zehn Prozentpunkte pro Jahr geschlagen. Die beiden Star-Investoren sind berühmt für ihre langfristigen Wetten auf Unternehmen, die ihrer Meinung nach am Markt unterbewertet sind.

Zusammenbruch der Aktienkorrelation

Derartige Chancen könnten sich nun wieder bieten, sagt Belski. Denn der Zusammenbruch der Aktienkorrelation könnte eine sechsmonatige Aktienbewegung beenden, bei der die Märkte nach oben oder nach unten gingen, je nachdem wie sich der Risikoappetit veränderte.

Dieser Zusammenbruch ist an einem Index der Chicago Board Options Exchange zu sehen, der Optionen zur Messung von Erwartungen nutzt, wie stark US-Aktien sich im Gleichschritt bewegen werden. Der CBOE S&P 500 Implied Correlation Index ist am 3. März auf das niedrigste Niveau seit Jahresbeginn gesunken, nachdem er am 12. Februar ein Vier-Monats-Hoch erreichte.

Der S&P 500 ist in diesem Jahr auf Schlusskursbasis bis zu elf Prozent gesunken, was nun die Schnäppchenjäger auf den Plan gerufen hat. Ein Index von Substanzwertaktien in der Benchmark verzeichnet einen Anstieg von mehr als dem Dreifachen der wachstumsorientierten Messgröße seit Anfang Februar, zeigen Bloomberg-Daten. Das ist die größte Outperformance-Marge für die Substanzwertgruppe seit April 2014.

Outperformance mit gutem Händchen möglich

Etwa 90 Prozent der aktiven Vermögensverwalter haben bisher in diesem Jahr den Russell 2000 Index geschlagen, verglichen mit nur 43 Prozent in den vergangenen zehn Jahren, geht aus von Morningstar zusammengestellten Daten hervor. Dieselbe Outperformance zeigt sich bei den Russell 1000 und 3000 Indizes, wobei die Erträge seit Jahresbeginn für aktive Investoren doppelt so hoch wie die 10-Jahres-Durchschnitte für beide Messgrößen sind.

Mittlerweile zeigt sich ein Nachlassen der Investorenangst im CBOE Volatility Index, der in den vergangenen fünf Tagen unter 20 lag und in dem Zeitraum um 16 Prozent gesunken ist. Die Messgröße für die Kursausschläge ist seit dem 11. Februar, als der S&P 500 auf ein 22-Monats-Tief fiel, um 38 Prozent abgesackt.

Laut Ray Dalio von Bridgewater Associates, dem weltgrößten Hedgefonds, sollten Investoren niedrige Erträge erwarten, aber Anleger mit einem Händchen für die Aktienauswahl würden künftig eine Outperformance aufweisen. Investoren sollten sich darauf konzentrieren, einen "guten strategischen Asset- Allocation-Mix, den ein ausgewogenes Portfolio kennzeichnet", zu schaffen, anstatt gegen aktive Investoren zu wetten, sagte er in einem Interview in Bloomberg Television.

(Bloomberg)