Die Schweizer Börse büsst am Mittwoch gemessen am SMI 1,5 Prozent auf 7690 Punkte ein. Schon am Dienstag hatte der Leitindex fast zwei Prozent verloren. Der als Angstbarometer geltende Volatilitätsindex schnellte um mehr als 7 Prozent hoch. Gefragt waren Gold, sichere Anleihen und der Franken, der zum Euro auf den höchsten Stand seit rund sechs Wochen stieg.

Die Anleger fürchteten zunehmend, dass der massive Preisdruck auf Rohstoffen ein klares Signal für eine sich abschwächende Weltwirtschaft sei, sagt ein Händler. Dafür sprächen auch die jüngsten Daten aus der Euro-Zone und den USA. Dass sich der Preis für das Schwarze Gold rasch erholen wird, glauben die Marktteilnehmer nicht. Saudi-Arabiens Ölminister Ali Al-Naimi hatte am Dienstag einen baldigen Rückgang der Fördermengen ausgeschlossen.

"Wir sind in letzter Zeit alle zu Rohstoff- und Ölhändlern geworden", sagt ein Händler. "Der Ölpreis gibt die Marschrichtung an den Börsen vor."

Pessimismus überwiegt

Manche Anleger sorgten sich zudem um die Wirksamkeit der geldpolitischen Rezepte der Zentralbanken. Der Pessimismus überwiege, hält Anastassios Frangulidis von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) in seinen "Market Insights" fest. "Das Vertrauen, dass die Notenbanken mit mannigfaltigen Massnahmen die Konjunktur anzukurbeln vermögen, schwindet."

Die stärksten Abschläge verzeichnen die Aktien von zyklischen Firmen und Banken. Der fallende Ölpreis schickt die Aktien des Bohrinselbetreibers Transocean um 8,7 Prozent nach unten.

Der arg gebeutelte Titel des Zementriesen Lafarge-Holcim stürzen weitere 4,8 Prozent ab und büssen damit im laufenden Jahr einen Viertel an Wert ein.

Die Papiere der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont sacken um 2,1 beziehungsweise 2,5 Prozent ab. Händler sagen, der Kurszerfall der Aktien des deutschen Kleiderherstellers Hugo Boss drücke zusätzlich auf den Kurs. Hugo Boss hat am Dienstag eine Gewinnwarnung abgesetzt. Darauf stürzte die Aktie auf ein Mehrjahrestief ab. Der Branchenindex fiel um über 2 Prozent.

Der Personalvermittler Adecco wird um 2 Prozent tiefer bewertet und der Elektrotechnikkonzern ABB verliert 2,1 Prozent.

Grossbankaktien wegen Kreditrisiken im Visier

Bei den Banken stechen die Titel der Grossbank UBS mit einem Minus von 2 Prozent hervor. Die Scheine von Rivalin Credit Suisse sinken um 1,2 Prozent. Die Anleger befürchten, dass der Ölpreiszerfall Energiekonzerne in die Bredouille bringen und es dadurch zu Kreditausfällen kommen könnte, die zu einem Problem für die Banken werden.

Weiter unter Druck stehen die Anteile von EFG, die seit der Ankündigung der Übernahme der Privatbank BSI deutlich an Wert eingebüsst haben. Sie schwächen sich um 2 Prozent ab.

Besser hielten sich die Papiere von kleineren Banken. Die St. Galler Kantonalbank steigt um 1,7 Prozent, die Basellandschaftliche Kantonalbank und die Luzerner Kantonalbank um 0,1 Prozent. Die Assekuranztitel bleiben von Abgaben nicht verschont. Zurich und Swiss Re sinken um 2,5 und 2,2 Prozent. Der Titel des Rückversicherers hatte am Dienstag nach der Bilanzvorlage 3,7 Prozent eingebüsst.

Die Aktien des als vergleichsweise krisensicher geltenden Schwergewichts Nestlé werden um 1,1 Prozent niedriger bewertet. Die Pharmariesen Novartis und Roche fallen um 1,4 und 0,9 Prozent.

Walter Meier nach Zahlen im Verkauf

Am breiten Markt sind die Papiere von Walter Meier um 0,4 Prozent schwächer. Die im Bereich Klimatechnik tätige Gruppe erwartet nach einer Gewinnhalbierung im Vorjahr für 2016 bessere Ergebnisse. Die Dividende soll gekürzt werden.

Die Aktien von Straumann und Sulzer sind am Tag vor der Bilanzvorlage ebenfalls schwächer.

(Reuters)