Die Credit Suisse erwartet für 2011 weiterhin ein Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,2 Prozent. «Es ist eine gute Botschaft, aber auch eine Botschaft, dass es noch Risiken hat. Daher sind wir eher moderat, was die Prognose betrifft», sagt Martin Neff, Leiter Economic Research der Credit Suisse, im Video-Interview.
Die CS-Ökonomen begründen ihre Herbstprognose damit, dass die Fiskalpakete 2011 weltweit auslaufen werden. Zudem stosse die Geldpolitik an ihre Grenzen. Der «Patient Weltwirtschaft» müsse im kommenden Jahr wieder lernen, auf eigenen Beinen zu stehen.
Es gebe ein hohes Niveau von Unsicherheiten, sagt Neff im Interview. «Wir rechnen mit einer deutlichen Wachstumsverlangsamung in den USA, dann gibt es Überhitzungserscheinungen im Immobilienmarkt in China», so Neff. Weitere Unsicherheitsfaktoren seien die Schuldenkrise in Europa und die Bilanzen der Banken.
«Noch immer Wachstum»
Die private Nachfrage werde wegfallende Impulse nicht kompensieren können. Zudem würden sich die Spätfolgen der Finanzkrise auch im kommenden Jahr negativ auf die Realwirtschaft auswirken.
Neff hält aber fest: Die 1,2 Prozent bedeuteten noch immer Wachstum. «Vor zwei Jahren hätte wohl niemand daran geglaubt, dass wir nur ein Jahr nach der Krise wieder ein höheres Wachstum generieren.»
Für das laufende Jahr geht die CS neu von einem Wachstum von 2,4 Prozent aus. Bisher rechnete die Bank für 2010 mit einem BIP-Wachstum von 1,8 Prozent. Die Erholung vom tiefen Fall des Vorjahres sei äusserst dynamisch verlaufen. Die Schweizer Wirtschaft habe den rezessionsbedingten Einbruch per Mitte Jahr wettgemacht.
(dhü/sda)
