Der Gewinn im ersten Halbjahr 2010 war mit 51,24 Millionen Franken nur minimal höher als im Vorjahreszeitraum, als 50,78 Millionen Franken erzielt wurden. Der Analystenkonsens belief sich auf 68 Millionen Franken Gewinn.
«Der Reingewinn fällt massiv unter den Erwartungen aus», schreibt die Zürcher Kantonalbank (ZKB) in einem Kommentar. «Dies liegt insbesondere am Corporate Center, das aufgrund von Verlusten aus den eigenen Finanzanlagen massiv schlechter abgeschlossen hat als erwartet.»
CEO Joachim Strähle sagt im Video-Interview, die Massnahmen zur Profitabilitätsteigerung seien ergriffen worden. Es brauche aber noch Zeit. «Wir wollen die Einnahmen aus unseren Mandaten steigern, auch in dem wir die Discount-Raten kappen», sagt Strähle. «Zudem wollen wir unsere eigenen Produkte besser vermarkten.»
Aktie verliert massiv an Boden
Die Erträge nahmen um 6 Prozent auf 332,6 Millionen Franken zu, obwohl das Handelsgeschäft um 63 Prozent einbrach. Die Cost-to-Income-Ratio bleibt mit 77,3 Prozent auf dem Niveau des Vorjahreszeitraumes.
Die Aktie der Bank Sarasin sinkt an der SIX bis am Nachmittag um 6 Prozent. In den letzten sechs Monaten hat sie um 17 Prozent zugelegt.
Der Neugeldzufluss von 6,4 Milliarden Franken oder 14 Prozent annualisiertes Wachstum auf den verwalteten Vermögen bestätige laut Sarasin die Wachstumsstrategie. Die Bank zeigt sich überzeugt, dass sie das bis Ende 2010 gesetzte Ziel, einen Neugeldzufluss von 10 Prozent respektive 9,4 Milliarden Franken zu generieren, erreichen oder übertreffen kann.
Neugeld: Besser als die Konkurrenz
«Die Trends bezüglich Nettoneugeld und Kundenvermögenswachstum sind einmal mehr besser als diejenigen der Konkurrenz», schreibt die ZKB.
«Wir weisen einen unbedeutenden Anteil nicht deklarierter Vermögen auf, was uns mittelfristig wichtige Vorteile verschafft. Unabhängig von den regulatorischen Entwicklungen streben wir an, bis Ende 2012 keine nicht deklarierten Gelder mehr zu verwalten», lässt sich Christoph Ammann, Verwaltungsratspräsident Bank Sarasin, in einem Communiqué zitieren.
Die Bank Sarasin geht bis Ende 2010 von einer globalen Wachstumsverlangsamung aus. Schwächere Wirtschaftsdaten sowie das Auslaufen der Fiskalimpulse bremsen die Entwicklung. Gleichwohl hält die Bank an ihren quantitativen Zielen bis Ende 2010 fest: Sie will ein Neugeldwachstum von 10 Prozent erreichen und Kundenvermögen in der Höhe von 100 Milliarden Franken verwalten.
Der Fokus der Bank liegt auf einzelnen, ausgewählten europäischen Ländern wie Deutschland sowie den Wachstumsmärkten im Mittleren Osten und Asien. Mit den geplanten Niederlassungen in Bahrain und Abu Dhabi wird die Bank Sarasin ihre Präsenz im Mittleren Osten ausbauen. Hohe Erwartungen knüpft die Bank an ihre noch junge Marktpräsenz in Indien und an die in Hongkong im ersten Halbjahr 2010 erhaltene Banklizenz. Es ist ebenfalls geplant, die Banklizenz für Singapur entsprechend zu erweitern.

