Die Commerzbank will Finanzkreisen zufolge künftig mit weniger Geldinstituten im Ausland Geschäfte machen. Das Netz von derzeit 5000 Korrespondenzbanken weltweit solle auf 3500 Häuser zurechtgestutzt werden, sagte eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Der Kürzung könnten auch einige der Repräsentanzen im Ausland zum Opfer fallen. Die Bank wollte sich dazu nicht äussern.

Mit dem engmaschigen Zahlungsverkehrs-Netzwerk begleitet die Commerzbank vor allem deutsche Mittelständler im Aussenhandel. Selbst in exotischen Ländern arbeitet sie dafür mit einer ganzen Reihe von Banken zusammen.

Die Einschnitte, über die zuerst das "Handelsblatt" berichtet hatte, sind auch eine Konsequenz aus Verstössen gegen Sanktionen der USA gegen den Iran, für die die Commerzbank im vergangenen Jahr 1,45 Milliarden Dollar zahlen musste. Ein kleineres Netzwerk lasse sich mit Blick auf solche Risiken besser kontrollieren. Dafür nehme die Commerzbank auch Ertragseinbussen in Kauf, sagte der Insider.

Personelle Veränderungen

Die Pläne ziehen auch eine personelle Rochade auf der Ebene der Bereichsvorstände nach sich. Sascha Klaus, noch bis Mitte 2016 Chef des Eurohypo-Abwicklers Hypothekenbank Frankfurt, werde die Bank danach anders als geplant wohl verlassen, hiess es in Finanzkreisen. Er hätte ursprünglich das Mittelstandsgeschäft im Inland führen sollen, wie die Bank vor Weihnachten mitgeteilt hatte.

Nach geänderten Plänen sollte er stattdessen die vom Abbau betroffene Sparte "Transaction Services und Financial Institutions" leiten. Doch auch daraus wird nichts: Klaus habe abgewinkt, da er nicht erneut einen Umbau begleiten wolle, sagte der Insider.

Nun soll Bernd Laber die Sparte übernehmen, der bisher das Auslandsgeschäft der Mittelstandsbank geführt hatte, wie aus einer internen Mitteilung hervorgeht. Seine bisherige Aufgabe übernimmt Roland Böhm, der aus dem Investmentbanking kommt. Für das Inlandsgeschäft verantwortlich ist nun statt Sascha Klaus Michael Kotzbauer. Der gebürtige New Yorker war bisher für das Firmenkundengeschäft in Süddeutschland zuständig.

(Reuters)