Der Umsatz der Firma wird sich im Jahr 2015 auf voraussichtlich etwa 1,5 Mio. Dollar verdoppeln. Zu den Kunden zählen nun auch Walt Disney, Ikea und Bank of America, und der Auftragseingang übersteigt die Planzahlen - bei weitem.

Willkommen bei Sprout, einem zwei Jahre alten Unternehmen aus Dänemark, das fest dazu entschlossen ist, ohne Bankkapital zu wachsen.

"Wir können unseren Umsatz noch einige Jahre lang weiter verdoppeln", sagt Michael Stausholm, der 46-jährige Firmenchef am Hauptsitz von Sprout in Taastrup, einer Pendlerstadt außerhalb von Kopenhagen.

"Banken sind da, wenn man sie nicht braucht"

Doch im Jahr 2013 war es nicht so leicht gewesen, Investoren zu finden. "Wir befanden uns noch im Nachklang der Finanzkrise, da wäre es unmöglich für ein Startup gewesen, Finanzmittel zu erhalten", erinnert sich Stausholm. Also arrangierte er eine langfristige Kreditfazilität mit den Zulieferern und überzeugte die Kunden von einer Bezahlung per Vorkasse.

"Ich ziehe vor, nicht auf Banken angewiesen zu sein. In den ersten anderthalb Jahren hatte sich überhaupt keine Bank bei mir gemeldet", erzählt er im Gespräch mit Bloomberg. "Jetzt bekomme ich die ganze Zeit Einladungen." Das habe bei ihm den Eindruck hinterlassen, dass Banken "für einen da sind, wenn man sie nicht braucht".

Das jüngste Klima-Abkommen von Paris verspricht, die Rahmenbedingungen für Unternehmen mit einem grünen Profil zu verändern. Mehrere große Investoren haben bereits signalisiert, ihren Fokus auf umweltfreundliche Anlagen verstärken zu wollen. Norwegens Staatsfonds, der größte der Welt, erklärte erst in diesem Monat, er wolle in Infrastruktur für Energien aus erneuerbaren Quellen expandieren.

Lawinenartiges Wachstum

"Am Anfang habe ich dabei keinerlei kommerzielle Aspekte gesehen", sagt Stausholm. "Für mich war das ein großartiger Weg, meinen Kunden zu zeigen, worum es bei Nachhaltigkeit geht."

Der ehemalige Maersk-Azubi, der 15 Jahre in Indonesien mit Zulieferern von Armani und Calvin Klein verbracht hat, gründete Sprout, nachdem er die europäischen Vertriebsrechte erworben hatte. Im Jahr 2014 kaufte er den Erfindern - drei Ingenieuren am Massachusetts Institute of Technology - das Patent ab.

Stausholm sagt, er wäre zufrieden gewesen, wenn er in den ersten drei Monaten 5000 bis 10.000 Bleistifte verkauft hätte. Am Ende waren es 70.000. "Seither ist es lawinenartig angewachsen."

Sprout erhielt bald Anfragen multinationaler Konzerne aus Europa und Amerika. Als der italienische Energieriese ENEL 400.000 Stifte bestellte, dämmerte es Stausholm, dass sein kleines Startup mehr Potenzial hat als zuerst gedacht.

"Jetzt bekommen wir Anfragen für 2,5 Mio. Sprout-Stifte", sagt der Unternehmenschef.

Soziale Verwantwortung wird gross geschrieben

Sprout produziert in Minnesota, der Tschechischen Republik und Polen. Behinderte Arbeitnehmer, die zum Marktpreis bezahlt werden, helfen bei der Verpackung in Dänemark. Die soziale Verantwortung des Unternehmens zahle sich aus, erklärt er.

Stausholm hat sich mit früheren Führungskräften einiger der weltweit bekanntesten Unternehmen umgeben. Sein Chef für kommerzielle Aktivitäten hat zuvor bei Nokia, L’Oréal und Christian Dior gearbeitet, während sein Finanzchef früher in gleicher Funktion bei Chr. Hansen tätig war, einem multinationalen Bioscience-Konzern aus Dänemark. Beide gaben sich bei Sprout mit viel kleineren Gehältern zufrieden, weil sie das Potenzial erkannten, sagt der Unternehmenschef.

Stausholm zufolge kommen fast jede Woche Banken und Risikokapitalgeber auf Sprout zu, die an einem Investment interessiert wären. Er wäre an einem langfristigen Investor interessiert, der zu dem Startup "gut passen" würde.

"Ohne Finanzierung werden wir unsere Umsätze noch viele Jahre lang verdoppeln, aber mit Finanzierung dürften wir sie verdreifachen, wenn nicht noch mehr", sagt er. Es gebe schließlich "noch immer 6,5 Milliarden Menschen da draußen, die noch nie von Sprout-Bleistiften gehört haben".

(Bloomberg)