Dividenden müssen nicht zwangsläufig in Form von Bargeld ausbezahlt werden. Es geht auch kreativer: Vor allem kleinere Schweizer Aktiengesellschaften beschenken ihre Eigentümer schon fast traditionell mit Naturalien oder Vergünstigungen auf Dienstleistungen der Firma. Während für institutionelle Anleger nur Bares zählt, kommen solche speziellen Abgaben für Kleinaktionäre durchaus gut an - entweder wegen des konkreten Nutzens oder wegen der nett gemeinten Geste der Firma. Naturaldividenden sind für Firmen oft auch der kostengünstigere Weg  als Barauszahlungen. Nachfolgend eine Auswahl von bekannten und wenig bekannten Naturaldividenden der Schweiz.

Koffer voller Schokolade

Unter den Aktionären von Lindt & Sprüngli sind sie längst Kult: die blauen Koffer vollgefüllt mit verschiedensten Schokoladesorten, welche der Schweizer Schokoladeproduzent an der Generalversammlung (GV) jedem Aktionär in die Hände drückt. Auch wenn die Schokolade im Wert von geschätzten 200 Franken bei einem Aktienpreis von über 75?000 Franken kaum ins Gewicht fällt: Die Naturaldividende zieht.

Ausflug in die Berge

Diverse Bergbahnen schenken ihren Aktionären Freifahrten oder zumindest Vergünstigungen. So kommen Aktionäre der Pilatus-Bahnen in den Genuss von zwei Freikarten im Wert von je 72 Franken, was die eigentliche Dividende von 25 Franken doch um einiges aufpeppt. An die Gratisfahrten kommt jedoch nur, wer an der GV teilnimmt.

Gediegener Konzertabend

Wer Aktien des Kongresshauses Zürich sein Eigen nennen darf, kann sich neben einer Bardividende (50 Franken) auch auf einen gemütlichen Abend mit Nachtessen, musikalischer Begleitung und Darbietungen freuen. Als Zückerli gibts üblicherweise noch eine CD des auftretenden Künstlers sowie einen Restaurantgutschein im Wert von 100 Franken geschenkt. Die Aktie kostet 1700 Franken.

Die kultige Flasche Edelkirsch

Für Aktionäre der Zuger Kantonalbank wartet am Ende des offiziellen Teils der GV ein besonderes Geschenk: eine Flasche Zuger Kirsch. Nebst dem Schnapsfläschchen lockt auch das reichhaltige Buffet während der GV jedes Jahr zahlreiche Aktionäre nach Zug.

Eine Innerschweizer Delikatesse

In den Kantonen Obwalden und Nidwalden gilt er als Spezialität, der restlichen Schweiz ist er kaum ein Begriff: der Nidwaldner Bratkäse - ein Halbhartkäse, der wie Raclette geschmolzen konsumiert wird. Wer das lokale Käseprodukt einmal kosten möchte, kann entweder eine Innerschweizer Molkerei aufsuchen - oder Aktien bei der Nidwaldner Kantonalbank erwerben. Denn dort bekommen Aktieninhaber jedes Jahr einen Bratkäse geschenkt.

Nicht ohne mein Pyjama

Wer in Calida investiert, kann auf eine hohe Textildividende zählen: Investoren mit mindestens 20 Aktien können jährlich ein Pyjama im Wert von ungefähr 100 Franken beziehen. Bei genau 20 Aktien ist das eine Rendite von 15 Prozent - die Rendite von über 2 Prozent aus der Bardividende  ist hier noch nicht einmal einberechnet.

Dieser Beitrag ist Teil des am 3. Februar 2016 publizierten cash-Anlegermagazins «VALUE». Dort erfahren Sie auch viel Wissenswertes über Aktien: lohnende Langfristanlagen, sechs Anlagestrategien, Tipps zu ETF.

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