Energy XXI und SandRidge Energy, Öl- und Gasförderer mit zusammen rund 7,6 Mrd. Dollar an Verbindlichkeiten, hatten im Februar Zinszahlungen auf ihre Anleihen verpasst. Ihnen bleibt nun bis Mitte März Zeit, die Zahlungen nachzuholen, eine Vereinbarung mit ihren Gläubigern auszuhandeln - oder sie haben es mit einem Ausfall zu tun, der sie in die Pleite stürzen könnte.

Sollten die beiden Unternehmen mit ihren Zahlungen im Lauf des März keine Lösung finden, wäre es die grösste Häufung von Öl- und Gas-Ausfällen innerhalb eines Monats, seit die Energiepreise Anfang 2015 ihren Sinkflug begonnen hatten. "Wir sehen erst die Anfänge davon, wie schlimm 2016 sein wird", sagt Becky Roof vom Beratungsunternehmen AlixPartners.

Der US-Schieferöl-Boom war vor allem von Ramsch-Bonds ermöglicht worden. Unternehmen gaben mehr für die Förderung aus, als sie aus dem Verkauf von Öl und Gas verdienten. Zu Ende September beliefen sich die Verbindlichkeiten von Förderern auf sagenhafte 237 Mrd. Dollar, wie Daten von Bloomberg belegen. Gleichzeitig stieg die US-Rohölproduktion auf den höchsten Wert in mehr als drei Jahrzehnten an.

Inzwischen sind die Ölpreise seit dem Hoch von 2014 um mehr als 70 Prozent eingebrochen. Banken und Anleihengläubiger versuchen zu retten, was zu retten ist. Die Preise der Bonds spiegeln die Angst wider. Hochzins- Verbindlichkeiten aus dem Energiebereich hatten im vergangenen Jahr unterm Strich rund 24 Prozent eingebüsst - der stärkste Rückgang seit 2008, wie entsprechende Indizes von Bank of America Merrill Lynch zeigen.

Diese Banken zittern

Investoren verlangen jetzt eine Rendite von 19,3 Prozent, um Ramsch-Anleihen von US-Energiefirmen zu halten. Im Februar waren die Kosten für solche Unternehmen erstmals überhaupt über die Marke von 20 Prozent geklettert. Grundlage sind ebenfalls Daten von Bank of America Merrill Lynch.

Sowohl bei Energy XXI als auch bei SandRidge sind Einigungen mit den Gläubigern noch im Rahmen des Machbaren. SandRidge hatte vorletzte Woche erklärt, dass es eine Zahlung von 21,7 Mio. Dollar an Zinsen verpasst habe. Das Unternehmen ist unterm Strich mit 4,2 Mrd. Dollar verschuldet, darunter eine 500 Mio. Dollar schwere und voll ausgeschöpfte Kreditlinie. In derselben Woche zeigte eine Pflichtmitteilung von Energy XXI, dessen Schulden bei 3,4 Mrd. Dollar liegen, dass eine Zinszahlung von 8,8 Mio. Dollar ausgelassen wurde.

SandRidge-Sprecher David Kimmel erklärte gegenüber Bloomberg, dass die Firma genügend Geld habe, um Zinszahlungen mit Fälligkeit im Februar, März und April zu leisten. David Griffith, ein Vertreter von Energy XXI, reagierte nicht auf Nachfragen mit der Bitte um eine Stellungnahme.

Dass die beiden Unternehmen Zinszahlungen ausgelassen haben, sei womöglich ein Schritt, um Gläubiger zu einer Neuverhandlung der Verbindlichkeiten zu bewegen, meint Jason Wangler, Analyst für Energiefirmen bei Wunderlich Securities in Houston. "Es ist ein Verhandlungswerkzeug", erklärt er. "Sie sagen: Ich bezahle Dich nicht. Was machst Du nun?"

Energy XXI steht unter anderem bei Banken wie Royal Bank of Scotland, UBS Group und BNP Paribas in der Kreide. Zu den Gläubigern von SandRidge zählen laut Daten von Bloomberg unter anderem Barclays, Royal Bank of Canada und Morgan Stanley. Die Banken selbst wollten sich auf Nachfrage nicht äussern.

(Bloomberg)