Kindle ist der Verkaufsschlager des US-amerikanischen Amazon-Konzerns. Das elektronische Lesegerät, oder eben E-Reader, mit dem digitalisierte Bücher sowie Zeitungen und Magazine gelesen werden können, war im dritten Quartal der Umsatztreiber. Und einer der Gründe, weshalb die Amazon-Aktie an der US-Börse in diesem Jahr über 80 Prozent zulegte.
Nun drängt Kindle auch in den Schweizer Markt. Das Ziel: Ein möglichst hoher Marktanteil. Denn die stärksten Konkurrenten - die Buchhandlungskette Barnes&Nobles mit ihrem Nook, der Devicehersteller Plastic Logic mit ihrem Que Reader, die holländische IRex mit ihrem DR800SG und die japanische Sony mit ihrem Touch Reader - wollen sich ebenfalls ihr Stück am künftigen Milliardengeschäft sichern.
«Entscheid ist noch nicht gefallen»
Wichtige Treiber der E-Reader sind neben Verlagshäusern und Buchhandlungen die Telekomkonzerne. Hierzulande stehen Swisscom und Orange an vorderster Front. Orange-Mutter France Télécom macht derzeit einen Pilot-Test mit Read&go, einer eNewspaper-Lösung, mit der auch Bücher bezogen werden können. Bereits auf Read&go verfügbar sind die Zeitungen Le Parisien, Le Monde, Les Echos, L`Equipe und Télérama.
«Ein Entscheid, ob und wann welche Geräte mit welchen Diensten allenfalls in der Schweiz angeboten werden, ist noch nicht gefallen», sagt Orange-Sprecherin Marie-Claude Debons. Ebenso bedeckt hält sich Swisscom. Das Interesse an den tragbaren Bildschirmen ist bei der Branchenleaderin jedoch gross.
Anders als bei Swisscom und Orange haben die E-Reader für Sunrise bislang keine strategische Bedeutung. Dies könne sich jedoch rasch ändern, sagt Sprecher Hugo Wyler.
Preis und Datenflut als Knackpunkte
Das wird sich wohl auch ändern. Denn Orange und Swisscom dürften in den nächsten zwölf Monaten mit E-Readern und entsprechenden Inhalten starten. Der Kindle von Amazon wird dabei kaum zum Zug kommen. Denn der US-Konzern hat eine exklusive Partnerschaft mit dem Telekom-Unternehmen AT&T, die die Geräte auch mit ihren SIM-Karten (für GSM und UMTS) ausstatten. Eingesetzt werden dürften andere E-Reader. Massentauglich Optionen gibt es viele.
Zwei Knackpunkte jedoch bleiben: Zum Einen der Preis. Telekomfirmen, Inhalteanbieter und E-Reader-Hersteller müssen sich auf ein Tarifmodell einigen, bei dem alle zufriedengestellt werden - und das sich am Markt, spricht bei den Endnutzern, durchsetzen lässt. Zum Anderen wird mit den E-Readern zusätzlicher mobiler Datenverkehr verursacht, dem die Telekomanbieter mit der Aufrüstung ihrer Handynetze begegnen müssen. Die Analysten von Informa etwa erwarten, dass der mobile Datenverkehr von heute bis 2012 um 2500 Prozent zunehmen wird.

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