Mit dem Rückenwind der vergangene Woche verkündeten EZB-Zinssenkung gewann der Leitindex SMI 0,25 Prozent und schloss bei 8018 Punkten. Gefragt waren vor allem konjunktursensible Werte wie der Zementkonzern LafargeHolcim oder der Uhrenbauer Swatch. Am Freitag hatte der SMI 1,3 Prozent zugelegt.

"Die Stimmung ist weiterhin positiv", sagte ein Händler. Allerdings hielt sich das Kursplus in der Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Börsen in Grenzen. Grund dafür waren verhaltene Gewinne beim Pharmaschwergewicht Novartis und dem Nahrungsmittelriesen Nestle. Der deutsche Dax kletterte mit der neuen Welle billigen EZB-Geldes in der Spitze gut zwei Prozent, während der EuroStoxx50 0,5 Prozent im Plus lag.

Weit offene Geldschleusen

Die EZB hatte die Geldschleusen am Donnerstag vergangener Woche weit geöffnet - zugleich aber ein Ende der Zinssenkungen signalisiert. Vor den Sitzungen der Notenbanken der USA, Japans, Grossbritanniens und der Schweiz im Lauf der Woche hielten sich viele Investoren zurück. "Man wird den Eindruck nicht los, dass die Märkte im Moment auf der Suche nach Richtung sind", erklärten die Analysten der Zürcher Kantonalbank. Die weitere Entwicklung der Aktienbörsen stehe und falle mit der Konjunktur. "Auf der einen Seite gibt es berechtigte Hoffnungen, dass der konjunkturelle Aufschwung in den USA anhält und sich Europa weiterhin wacker schlägt. Auf der anderen Seite verschrecken die Nachrichten aus den Schwellenländern, insbesondere aus China nach wie vor", schrieben die ZKB-Experten. Die Unwägbarkeiten blieben ungewöhnlich hoch und damit wohl auch die Volatilität an den Aktienmärkten.

Spitzenreiter im SMI waren am Montag die Aktien von Lafargeholcim mit einem Kursplus von 2,5 Prozent. Der Zementriese veröffentlicht am Donnerstag den Jahresabschluss. Analysten gehen von sinkenden Umsätzen aus. In der Gunst der Anleger standen darüber hinaus weitere zyklische Titel wie die Luxusgüterkonzerne Swatch und Richemont, die 1,3 und 0,6 Prozent zulegten. Die Aktien des Personalvermittlers Adecco kletterten 0,3 Prozent, nachdem Citigroup die Empfehlung für die Titel auf "Neutral" von "Sell" angehoben hatte.

Finanzwerte legen zu

Zu den Gewinnern zählten auch Finanzwerte. Die Aktien der Grossbank UBS stiegen 0,6 Prozent. Julius Bär legten 0,2 Prozent zu. Die Credit Suisse -Titel gaben etwas nach. Konzernchef Tidjane Thiam geht den Stellenabbau an. In New York streicht die Bank bis im Mai 163 Stellen, wie es in einer Eingabe an die Regulatoren hiess.

Bei den Nebenwerten sackten Aryzta knapp zwölf Prozent ab. Im ersten Geschäftshalbjahr hat sich der Reingewinn des Backwarenherstellers vor allem wegen einer Wertberichtigung in Zusammenhang mit der Veräusserung einer Beteiligung auf 24,6 Millionen Euro halbiert. Zudem nahm die Firma die Gewinnprognose etwas zurück. "Aryzta befindet sich in einem fragilen Erholungs-Modus und hat noch eine holprige Wegstrecke vor sich", erklärte Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy.

Sika büssten 0,2 Prozent ein. Der Sika-Hauptaktionär, die Familie Burkard, und Saint-Gobain haben ihre Vereinbarung verlängert. Die Familie kann ihre Anteile an dem Bauchemiekonzern neu bis Ende Juni 2017 an die Franzosen verkaufen. Damit steigt Analysten zufolge die Wahrscheinlichkeit, dass die Ende 2014 vereinbarte Transaktion tatsächlich vollzogen wird. Der Verkauf der Beteiligung wird vom Sika-Management und den meisten Minderheitsaktionären erbittert bekämpft. Einen endgültigen Entscheid werden wohl Gerichte fällen.

Gesucht waren darüber hinaus weitere zyklische Titel wie jene des Bauausrüsters AFG, des Maschinenbauers Bucher, der Schraubenhandelsfirma Bossard, der Elektroinstallationsfirma Burkhalter oder des Lagerlogistikunternehmens Kardex.

(Reuters)