Eine Reihe von Führungsmitgliedern äusserte auf der jüngsten geldpolitischen Sitzung Ende Januar die Sorge, dass die heimische Wirtschaft durch Störfeuer von aussen in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen weiter hervorgeht, sprachen die Währungshüter darüber, ihre Ende 2015 geäusserte Ansicht über die angemessene Straffung der Geldpolitik zu überdenken. Dies gilt als Hinweis, dass sie von den damals signalisierten vier Zinsschritten für 2016 abrücken dürften.

Experten erwarten, dass die Notenbank angesichts des widrigen globalen Umfelds zunächst auf weitere Erhöhungen verzichtet. Die Fed hatte im Dezember erstmals seit rund zehn Jahren die Leitzinsen wieder angehoben - auf 0,25 bis 0,5 Prozent. Wie aus den Protokollen der Januar-Sitzung hervorgeht, hat die Fed die Entwicklung am Ölmarkt genau im Auge. Der rasante Preisverfall dieses weltweit benötigten Rohstoffes hatte sie zu Jahresbeginn mit zur Vorsicht bewogen.

Verschärfte Finanzierungskonditionen

Auch die Verschärfung der Finanzierungsbedingungen rund um den Globus ist für die Währungshüter ein Grund zur Sorge. Sollte der Trend anhalten, könne dies ebenfalls die US-Wirtschaft beeinträchtigen. Fed-Führungsmitglied William Dudley hatte jüngst gesagt, auch in den USA hätten sich die Finanzierungskonditionen seit der Zinswende beträchtlich verschärft. In einer Umfrage der Fed hatten US-Banken zuletzt signalisiert, dass sie bei Geschäfts- und Immobilienkrediten 2016 voraussichtlich die Anforderungen etwas straffen werden. Fed-Chefin Janet Yellen hatte vor einem Kongress-Ausschuss erklärt, die Notenbank wolle aber grundsätzlich an ihrem Kurs moderater Zinserhöhungen festhalten.

An den US-Börsen gab es am Abend keine Reaktion auf die Protokolle. Der Dow Jones-Index lag wie schon zuvor rund eineinhalb Prozent im Plus, die Nasdaq stieg um rund 2 Prozent.

(Reuters)