Wer sich in den letzten Wochen mit den Aktienmärkten beschäftigte, fiel leicht in eine Frühjahrs-Depression. Rund um den Globus ging es mit den Börsen abwärts. Von den international bedeutenden Indizes schafft seit Anfang Jahr kein einziger eine positive Performance. Der Swiss Market Index (SMI) reiht sich mit einem Minus von 10,5 Prozent gar bei den grössten Verlierern ein – ungewöhnlich für den als robust und defensiv geltenden Schweizer Leitindex.

Doch wie immer beim Investieren gilt auch in diesem Jahr: Wer Geld verloren hat, hat auf die falschen Pferde gesetzt. Denn abseits der erwähnten Investment-Pfade ging es mit vielen Kursen aufwärts.

Ein plötzliches Comeback an den Finanzmärkten feierte zum Beispiel der Preis für Gold. Er nahm seit dem 1. Januar um knapp 15 Prozent zu. Noch besser liefen die Aktien von Goldminen-Betreibern. Die südafrikanische Gesellschaft Harmony Gold legte gar 240 Prozent zu. Solche Firmen profitieren ganz besonders von teurerem Gold, das direkt auf ihren zukünftigen Unternehmensgewinn durchschlägt.

Ein Comeback ist das deshalb, weil der Goldpreis in den letzten Jahre vor allem eine Richtung kannte: abwärts. Harmony Gold beispielsweise ist zwischen März 2013 und November 2015 von 6,70 Dollar auf 53 Cent abgestürzt, wie der nächste Chart illustriert. Im Zuge der jüngsten Börsenturbulenzen und der aufkommenden Negativzinsen griffen viele verunsicherte Investoren wieder zum Edelmetall.

Aktie von Harmony Gold in den letzten drei Jahren, Quelle: cash.ch

Neben Gold gibt es aber kaum einen Rohstoff, der in den letzten Monaten für positive Schlagzeilen sorgte. Die Anlageklasse als Ganzes gehört zu den schlechtesten des laufenden Jahres, wie eine Zusammenstellung des Index-Spezialisten Hinder Asset Management zeigt (siehe Tabelle). Hauptverantwortlicher dafür ist der tiefe Ölpreis, der einen veritablen Preissturz hinter sich hat und die Aktienmärkte gehörig in Aufregung versetzt.

Auf den Plätzen drei bis fünf der besten Anlageklassen 2016 stehen Investments mit Bezug zu Japan: Geldmarktpapiere, Immobilien und Obligationen. Aus Schweizer Sicht spielt diesbezüglich die Währung eine wichtige Rolle. Der japanische Yen hat gegenüber dem Franken um mehr als 5 Prozent zugelegt.

Grund für die starke fernöstliche Devise war auch hier die schlechte Stimmung an den internationalen Börsen. Investoren flüchten sich deswegen in sichere Anlagehäfen, zu denen der Yen zählt. Umgekehrte Vorzeichen am dortigen Aktienmarkt: Der Nikkei verliert in diesem Jahr 15 Prozent.

Ebenfalls zu den sicheren Häfen zählen Schweizer Staatsanleihen, obwohl die Investoren dabei einen Verlust in Kauf nehmen müssen.  Das derzeitige Umfeld hat dazu geführt, dass die Renditen auf zehnjährige Bundesobligationen auf -0,43 Prozent gesunken sind. Analog dazu sind die Kurse gestiegen. Schweizer Obligationen kommen seit Anfang Jahr auf ein Plus von 4,6 Prozent (siehe Tabelle). Ein Trend der anhalten dürfte, solange die Anleger risikoscheu bleiben.

Die amerikanischen Verlierer-Aktien

Am unteren Ende der Tabelle zeigt sich mit aller Deutlichkeit die eingangs erwähnte Schwächephase der Aktienmärkte. Amerikanische Small Caps (-11,5 Prozent) führen die "Loser"-Liste der Anlageklassen 2016 an.

Das lässt auch deshalb aufhorchen, weil dieses Aktiensegment häufig als Frühindikator für allgemeine Kurskorrekturen an den Märkten beigezogen wird. Auch grosse, international aufgestellte US-Techfirmen (drittletzter Platz) konnten sich dem Negativsog nicht entziehen. Apple, Amazon, eBay oder Tripadvisor verlieren zwischen 8 und 27 Prozent.

Bei den grosskapitalisierten europäischen Titeln - die zweitschlechteste Anlageklasse – haben sich viele Analysten und Prognostiker gewaltig geirrt. Noch Ende Dezember standen europäische Aktien auf den Einkaufszetteln etlicher Grossinvestoren. Sie rechneten damit, dass diese Titel von der anhaltenden Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) profitieren würden.

Doch der Eurostoxx 50 ist um 10 Prozent eingebrochen, mit Société Generale, BMW, Volkswagen und Banco Santander als grösste Verlierer. Ob sich das Blatt wendet, wenn die EZB im März erwartungsgemäss ihre Geldpolitik weiter lockert, bleibt abzuwarten. Viele Analysten und Prognostiker rechnen auf jeden Fall damit.

 

Die besten Anlageklassen seit 1.1.2016

Anlageklasse Rendite in %
Goldminen +36,6
Gold Bullion +14,8
Obligationen JPY +9,3
Geldmarkt JPY +6,2
Immobilien Japan +4,8
Obligationen CHF +4,6
Obligationen EUR +3,8
Obligationen Global +3,5
Obligationen USD +1,6
Immobilienfonds Schweiz +1,3

Die schlechtesten Anlageklassen seit 1.1.2016

Anlageklasse Rendite in %
Aktien USA - Small Caps -11,5
Aktien Europa - Large Caps -11,1
Aktien USA - Technologie -10,7
Aktien Europa - Small Caps -10,7
S&P GSCI Rohstoff-Index -10,3
Aktien UK - Large Caps -10,3
Aktien Asien ex Japan - Large Caps -10,2
Aktien Schweiz - Large Caps -10,1
Aktien Japan - Large Caps -9,3
Aktien Global -9,2

Quellen: Bloomberg, Hinder Asset Management; Stand 25.2.16; Kurse in CHF