Ganz oben in einem neu errichteten Wohn- Hochhauses im New Yorker Stadtteil SoHo stiess Immobilienentwickler Kevin Maloney vor kurzem auf ein Problem: Das sich über drei Etagen erstreckende Penthouse für 45 Mio. Dollar würde wahrscheinlich keinen Käufer finden angesichts des sich abkühlenden Marktes für teure Luxuswohnungen in Manhattan.

Also warf er den Grundriss über den Haufen und machte aus der einen grossen Wohnung mit rund 780 Quadratmetern zwei kleinere. Wäre das Gebäude nicht schon fast fertig gewesen, hätte er das Penthouse wohl sogar gedrittelt.

"Wir kamen zu dem Schluss, dass es für den Markt und dort, wo er sich befand, zu teuer war", sagt Maloney, Gründer von Property Markets Group in einem Interview mit Bloomberg. "Die Luft da oben in der speziellen Käufergruppe ist sehr dünn."

Der Boom auf dem Markt für super-teure Luxuswohnungen in Manhattan mit seinen Rekord-Verkaufspreisen hatte sich zuletzt verlangsamt. Das Volumen der zum Verkauf stehenden Immobilien nimmt zu, während die Nachfrage von ausländischen Investoren nachlässt. Vor vier Jahren war eine Wohnung in einem Gebäude namens One57 noch für 100,5 Mio. Dollar verkauft worden.

Viele Objekte auf dem Markt

Wer auf der Suche nach einer repräsentativen Wohnung ist, hat derzeit die Auswahl zwischen einer Vielzahl Objekte. Ein Triplex von Chetrit Group in einem früheren Sony-Gebäude in New York soll für 150 Mio. Dollar einen neuen Besitzer finden. Zeckendorf Development LLC verlangt für ein Penthouse in der Park Avenue 130 Mio. Dollar.

Die beiden Wohnungen werden in den Angeboten von StreetEasy im Moment noch nicht einmal angezeigt. Die Immobilien-Website listet derzeit mindestens 13 andere, neu gebaute Penthäuser für mindestens 20 Mio. Dollar, die bereits offiziell zum Verkauf gestellt wurden. Elf von diesen Immobilien sind schon seit mehr als 100 Tagen auf dem Markt.

Entwickler, die in diesen Tagen mit dem Bau beginnen, planen bereits mit kleineren Wohnungen.

Es ist wohl ein Zeichen der Zeit, dass die Entwickler mit Objekten kurz vor der Fertigstellung, die Jahre zuvor geplant worden waren, ihre Grundrisse teilweise überdenken, meint Nancy Packes, Marketing- und Design-Beraterin für Wohnimmobilienentwickler in New York.

Die Frage sei, ob die Apartments zu gross oder teuer für den heutigen Markt sind. "Es geht nicht nur darum, ein Penthouse in kleinere Einheiten aufzuteilen und den absoluten Preis zu senken. Es geht auch darum, die Zeit zu verkürzen, die für den Verkauf der Wohnungen notwendig ist", sagt Packes im Gespräch mit Bloomberg.

Weltweit Probleme im Luxussegment

Auch in anderen Teilen der Welt hat der Luxus-Markt in diesen Monaten Probleme. In London etwa wurde die Steuer auf die teuersten Immobilien heraufgesetzt. Das drückt dort die Nachfrage für teure Wohnungen. Die Entwickler sehen sich nun dazu genötigt, ihre Pläne, sogar noch mehr Luxus-Apartments zu bauen, zu überdenken.

Bei dem ursprünglich geplanten Penthouse in SoHo handelte es sich um eine Wohnung mit sechs Schlafzimmern, sieben Bädern, einem privaten Fahrstuhl - und einer privaten Galerie in der Nähe des Eingangs, die "ideal dafür ist, Kunstwerke auszustellen", wie Angebotsunterlagen zeigen.

Und das ist noch lange nicht alles. Die dritte Etage des Penthouses sollte mit einem Pool, der einen Blick über Manhattan bietet, sowie einem Glas-Solarium ausgestattet werden. Ebenfalls dabei: eine private Dachterrasse mit 360-Grad-Rundumblick.

Drohender Konkurs für «teuerste Wohnungen der Schweiz»

Auch in der Schweiz haben es Appartements im obersten Segment schwer. Noch vor knapp drei Jahren wurden die Wohnungen im ehemaligen Belle-Epoque-Hotel Du Parc auf dem Mont Pélerin, hoch über dem Genfersee, in den Medien als «die teuersten Wohnungen der Schweiz» angekündigt (NZZ). Über 1700 Quadratmeter gross hätte die teuerste Wohnung werden sollen, zum stolzen Preis von 85 Millionen Franken. Daraus ist nichts geworden: Die Wohnungen wurden nie fertiggestellt, das Haus ist eine Baustelle und der Betreiberfirma droht der Konkurs.

(Bloomberg/cash)