Im frühen Handelsverlauf hatten noch enttäuschende US-Konjunkturdaten für Ernüchterung unter den Anlegern gesorgt. Auf Unternehmensseite war bei den Quartalsberichten mehr Schatten als Licht zu finden.

Der Dow Jones Industrial endete mit einem Plus von 0,79 Prozent bei 16 069,64 Punkten, nachdem er am Mittwoch in Reaktion auf geldpolitische Kommentare der US-Notenbank um 1,4 Prozent gefallen war. Der marktbreite S&P-500-Index stieg am Donnerstag um 0,55 Prozent auf 1893,36 Punkte. Der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 1,39 Prozent auf 4186,06 Punkte.

Hoffnung auf Öl-Begrenzung

Die Ölpreise haben am Donnerstag nach Spekulationen auf eine Begrenzung des aktuell viel zu hohen Weltmarktangebots zu einem rasanten Höhenflug angesetzt. Am Nachmittag hatte sich das wichtige Förderland Russland zu Gesprächen mit der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) zu einer Begrenzung der Fördermenge bereit erklärt. Innerhalb kurzer Zeit schoss der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Ölsorte WTI zur März-Lieferung um etwa 2 US-Dollar nach oben auf bis zu 34,82 Dollar. Das war der höchste Stand seit 6. Januar.

Frische US-Wirtschaftsdaten fielen überwiegend schwach aus. So haben die amerikanischen Unternehmen im Dezember deutlich weniger Neuaufträge erhalten als im Vormonat. Die Bestellungen für langlebige Güter lagen 5,1 Prozent tiefer als im November. Das ist der stärkste Rückgang seit August 2014. Volkswirte hatten ein Minus von 0,7 Prozent erwartet. Zudem ist die Zahl noch nicht abgeschlossener Hausverkäufe im Dezember deutlich geringer als erwartet gestiegen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der Vorwoche überraschend stark gesunken.

Kursfeuerwerk bei Facebook

Auf Unternehmensseite liess das rasante Wachstum des Werbegeschäfts des weltgrössten Online-Netzwerk Facebook die Anleger jubeln. Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz um fast 52 Prozent auf 5,84 Milliarden Dollar hoch. Den Gewinn konnte Facebook mit 1,56 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln. Die Aktie schoss um mehr als 15 Prozent hoch.

Schlechte Laune hingegen bei den Aktionären von Ebay : Die Online-Handelsplattform enttäuschte mit einem starken Gewinnrückgang und einem trüben Geschäftsausblick. Die Analysten von JPMorgan und Goldman Sachs kürzten daraufhin ihre Kursziele für die Aktien. Am Markt wurden die negativen Nachrichten mit einem Minus von 12,45 Prozent quittiert.

Die chinesische Handelsplattform Alibaba überzeugte derweil mit einem unerwartet starken Umsatzanstieg. Dennoch fiel der Aktienkurs des an der Wall Street gelisteten Unternehmens um 3,77 Prozent.

Auch die Anteilseigner des Chipherstellers Qualcomm hatten am Donnerstag wenig zu lachen. Im ersten Geschäftsquartal (bis Ende Dezember) brach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar ein. Der Gewinn ging um 24 Prozent auf unterm Strich 1,5 Milliarden Dollar zurück. Qualcomm-Titel verloren 8,29 Prozent.

Für die Aktien von Caterpillar ging es an der Dow-Spitze um 4,73 Prozent nach oben. Der von der Flaute in der Energie- und Rohstoffindustrie gebeutelte Baumaschinen-Hersteller rechnet zwar 2016 mit einem weiteren Gewinnrückgang. Allerdings hatten Analysten einen noch grösseren Einschnitt befürchtet.

Eli Lilly enttäuscht

Potash-Aktien stiegen um 1,84 Prozent, nachdem der Düngerkonzern nach einem schwachem Jahr erstmals die Dividende gekürzt hatte.

Beim Pharmakonzern Eli Lilly wurden die Quartalszahlen nicht mit Freude quittiert: Der Kurs sank um 6,05 Prozent.

Der Euro tendierte im späten US-Handel etwas fester bei 1,0943 US-Dollar, nachdem er in London am Nachmittag noch unter der Marke von 1,09 Dollar gehandelt worden war. Richtungweisende zehnjährige Papiere kletterten um 4/32 Punkte auf 102 11/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,98 Prozent.

(AWP)