Der anziehende Ölpreis sorgte laut Händlern dafür, dass der Gesamtmarkt nicht noch weiter abrutschte. Der SMI sackte um 2 Prozent auf 8153 Punkte ab. Erneut verlief der Handel volatil und der Leitindex schwankte in einer Spanne von rund 150 Punkten. Gut 120 der rund 145 Zähler, um die der SMI nachgab, gingen auf das Konto der beiden Pharmariesen.

Für Zurückhaltung sorgten auch die Aussagen der US-Notenbank Fed: Sie lies die Zinsen unverändert - schürte aber Börsianern zufolge Konjunktursorgen, weil sie sich nicht klar über die künftige geldpolitische Entwicklung geäussert habe. Fed-Chefin Janet Yellen hatte vor allem die Risiken für die Wirtschaft durch die Turbulenzen an Chinas Börsen und am Ölmarkt hervorgehoben.

Dagegen sorgten Spekulationen auf eine Drosselung der Ölproduktion durch grosse Förderländer wie Russland und Saudi-Arabien für steigende Ölpreise und für eine Erholung an den Aktienmärkten. Auch der schwächere Franken habe kursstützend gewirkt, hiess es.

Enttäuschung über eine als zu gering taxierte Dividendenerhöhung und ein unter den Markterwartungen liegender Gewinn liessen die schwergewichtigen Roche-Genussscheine um 3,8 Prozent einbrechen. Die Anteile von Konkurrent Novartis, die am Vortag nach der Ergebnisvorlage ebenfalls stark unter Druck geraten waren, büssten weitere 3,8 Prozent ein.

Bei Roche fiel der Reingewinn wegen des starken Frankens mit 9,06 Milliarden Franken schlechter als erwartet aus. Der Konzern will die Dividende um 0,10 auf 8,10 Franken je Titel erhöhen. "Bei Reingewinn und Dividenden haben wir schon etwas mehr erwartet", sagte ein Händler. Analysten hatten mit einer Ausschüttung von 8,40 Franken gerechnet.

Die meisten Blue Chips im Minus

Die meisten anderen Standardwerte tendierten ebenfalls schwächer. Dabei verbuchten die Aktien der Grossbank Credit Suisse mit 2,2 Prozent einen überdurchschnittlichen Abschlag. Rivale UBS wurde um 0,7 Prozent zurückgestuft und die Anteile von Julius Bär sanken um 1,9 Prozent. Die drei Institute legen kommende Woche ihren Jahresabschluss vor. Händler hofften, dass die Kurse danach wieder anziehen. Credit Suisse könnte laut Analysten wegen Abschreibungen im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der Bank einen Verlust ausweisen.

Auch die Versicherungspapiere tendierten mehrheitlich schwächer. Zurich gaben 1,4 Prozent nach.

Bei den Zyklikern waren die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB um 0,9 Prozent schwächer und Clariant gaben 0,7 Prozent ab. Die arg gebeutelten LafargeHolcim-Aktien ermässigten sich nach einer Verkaufsempfehlung von Natixis um 0,9 Prozent.

Uneinheitlich waren die Aktien von Richemont und Swatch. Während die Papiere des Luxusgüterherstellers 0,8 Prozent nachgaben, wurden die Anteile des Uhrenkonzerns um 0,5 Prozent höher gehandelt.

Deutlich höher notierten die Titel von Meyer Burger mit plus 5,8 Prozent. Der Solarzulieferer hat 2015 den Auftragseingang um 28,5 Prozent auf 418,9 Millionen Franken gesteigert und von bestehenden Photovoltaik-Kunden in Asien zwei wichtige Verträge erhalten. Die ZKB sprach von einem starken Anstieg des Auftragseingangs.

Die Anteile von Dorma Kaba sanken um vier Prozent. Vontobel hat die Empfehlung auf "Hold" von "Buy" gesenkt.

Gewinnmitnahmen drückten die Anteile von Leclanche. Der Kurs des Batterieherstellers ist seit Jahresanfang um fast ein Fünftel gestiegen.

Ein Agenturbericht über einen unmittelbar bevorstehenden Verkauf von Kuoni an die Beteiligungsgesellschaft EQT Partners hat die Aktien des Reisekonzerns um 6,7 Prozent gehoben. Sowohl Kuoni als auch EQT Partners lehnten eine Stellungnahme dazu ab.

(Reuters)