"Das Wochenende und die Verhandlungen über den griechischen Schuldenschnitt haben Leute von grösseren Engagements abgehalten", sagte ein Marktteilnehmer. Ausserdem habe der Kauf der Bank Wegelin durch die Raiffeisenbank für Gesprächsstoff gesorgt. "Das war ein Paukenschlag", sagte ein Händler. Die Genossenschaftsbank übernimmt den größten Teil der Schweizer Traditionsbank mit über 700 Beschäftigten. Einzig das US-Geschäft, das die Bank in Schwierigkeiten gebracht hat, bleibt bei den bisherigen Teilhabern.

Der Leitindex SMI, der vor einer Woche bei 6123 Punkten notierte, schloss 1,1 Prozent niedriger bei 6033,52 Punkten. Der breite SPI verlor 0,9 Prozent auf 5463,88 Punkte. Die Flucht von Wegelin unter das Dach der Raiffeisenbank beeinflusste laut Händlern den Markt allerdings nur indirekt. Die Bankaktien gaben im Einklang mit dem europäischen Finanzsektor Terrain preis. UBS und Credit Suisse sanken um je 0,9 Prozent. Die Aktien von Julius Bär sackten sogar um über zwei Prozent ab. Vontobel profitierten von einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs legten gegen den Trend ein Prozent zu.

Der grösste Druck auf den Markt kam erneut von den schwergewichteten Pharmariesen. Die Aktie von Novartis verlor 1,2 Prozent. Novartis hat seit der Veröffentlichung des Jahresberichts am Mittwoch kräftig Terrain eingebüsst.

Der Genussschein von Roche büsste knapp zwei Prozent ein. Bei Roche lastet die geplante Übernahme der US-Firma Illumina auf dem Kurs.

Die Aktie von Nestle, die fast ein Viertel der Marktkapitalisierung des SMI ausmacht, sank 0,6 Prozent.

Die Versicherungen schwächten sich ebenfalls ab. Zurich weiteten die Verluste auf 2,2 Prozent aus und Swiss Re büssten etwas mehr als zwei Prozent ein.

Die Aktien von Transocean schnellten zunächst um über acht Prozent nach oben. Im Späthandel setzten aber Gewinnmitnahmen ein und die Aktie schloss gut ein Prozent im Plus. Laut einem US-Gericht hat der Ölbohrplattformbetreiber nur teilweise Schuld an der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Der Ölkonzern BP, der die Plattform von Transocean gepachtet hatte, muss demnach Transocean für einen Teil der Schadenersatzforderungen entschädigen. Die BP-Aktie verlor in London 2,4 Prozent.

Petroplus schossen um 57 Prozent nach oben. Die Aktie der in Nachlassstundung gegangenen Raffineriegesellschaft profitierten von Hoffnungs- und Deckungskäufen. Die Investorengruppe Klesch hat Interesse an der Petroplus-Raffinierie im französischen Petit-Couronne geäussert.

Schwächer notierten die Anteile zyklischer Firmen wie ABB, Fischer Holcim und Clariant. Bucher, Forbo und Sulzer dagegen legten zu. 

(Reuters)