Der SMI notiert zum Handelsschluss um 0,4 Prozent tiefer bei 7917 Punkten. Vorübergehend war der Leitindex bis auf 7863 Zähler abgerutscht.

Klammere man die mit Enttäuschung aufgenommene Nestlé-Bilanz aus, sei die Stimmung nicht schlecht, sagt ein Händler. "Ohne Nestlé wären wir auch klar im Plus." Die Stabilisierung der Ölpreise und besser als erwartete Job- und Industriedaten aus den USA stimmten die Anleger zuversichtlicher, heisst es. Positiv aufgenommen wurde auch die Aussicht auf stabile US-Zinsen. Aus dem Protokoll des jüngsten geldpolitischen Treffens der amerikanischen Notenbank geht hervor, dass die Fed erwägt, angesichts der Konjunkturabkühlung in China und der Turbulenzen an den Finanzmärkten bei Zinserhöhungen langsamer als ursprünglich geplant vorzugehen.

Index-Schwergewicht Nestlé sinkt um 3,7 Prozent. Zwischenzeitlich lag die Aktie über 4 Prozent im Minus, das stärkste Tagesminus seit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses im Januar 2015. Der grösste Lebensmittelproduzent der Welt stellt sich angesichts durchwachsener Geschäfte in Schwellenländern auf Gegenwind ein. Im laufenden Jahr dürfte das organische Wachstum auf dem Vorjahresniveau von 4,2 Prozent verharren. Eigentlich hat sich der für Marken wie Maggi, Nescafe oder Nespresso bekannte Konzern eine Zielmarke von fünf bis 6 Prozent gesetzt - diese aber auch in den vergangenen drei Jahren verfehlt. 2015 hatten Nestlé das schwächelnde Geschäft in China und ein Lebensmittelskandal um Fertignudeln in Indien zu schaffen gemacht.

Die andern Schwergewichte halten dagegen

Die Anteile der als krisenresistent geltenden Pharmafirmen Novartis und Roche rücken 1 und 2,1 Prozent vor und bilden damit ein Gegengewicht zu Nestlé. Die anhaltende Erholung der US-Biotechnologiewerte verhilft den Aktien von Actelion und Basilea zu anziehenden Kursen.

Schwächere stehen die Aktien der Uhrenhersteller Richemont und Swatch mit Abschlägen von 1,2 und 1,6 Prozent. Die Schweizer Uhrenexporte gingen im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat real um 10,3 Prozent zurück .

Dagegen ziehen die Aktien des Personaldienstleisters Adecco 4,1 Prozent an. Konkurrentin Randstad legte ein besser als erwartetes Quartalsergebnis vor.

Banktitel weiter unter Druck

Abgaben verzeichnen Bankaktien. UBS notieren um 1,8 Prozent tiefer. Der streitbare Investor Knight Vinke schliesst eine erneute Beteiligung an der Grossbank nicht aus. Seit der Hedgefonds seine Anteile vor einigen Wochen für knapp 20 Franken pro Aktie verkauft habe, seien die Titel um rund ein Viertel gesunken, sagte Firmenchef Knight zu Reuters. "Wenn sie weiter fallen, könnten wir wieder einen Blick darauf werfen." Credit Suisse büssen 1,6 Prozent ein.

Bei den Versicherungswerten legen Swiss Re 1,7 Prozent zu. Die Deutsche Bank hat die Analyse mit der Empfehlung "Buy" aufgenommen.

Besser als erwartete Zahlen schieben die Kudelski-Titel 4,7 Prozent hoch. Der Spezialist für TV-Verschlüsselungssystem steigerte den Gewinn um fast 50 Prozent.

Die Aktien der Bankensoftware-Firma Temenos und des auf Schliesssysteme spezialisierten Unternehmens Dorma+Kaba profitieren von Kaufempfehlungen des Brokers Berenberg.

(AWP)