Der SMI notiert erstmals nach zwölf Tagen fallender Kurse wieder fester und legt bis Handelschluss 2 Prozent auf 7732 Zähler zu. Am Dienstag war der Leitindex um 2,3 Prozent gefallen, seit Jahresanfang summiert sich das Minus auf gut 12 Prozent.

Händler bezweifeln, dass es sich bei dem Anstieg bereits um eine Trendwende handelt. "Die Korrektur ist nicht vorbei", sagt ein Börsianer. Es handle sich eher um eine technische Gegenbewegung. Die Probleme wie etwa die Angst vor einer globalen Konjunkturabschwächung oder einer Unterkapitalisierung der Banken seien nicht ausgeräumt. Ein Tag mit steigenden Kursen sei zu wenig, um das Vertrauen der Anleger wieder herzustellen.

US-Notenbankchefin Janet Yellen konnte die Anleger laut Händlern etwas beruhigen. Sie verwies zwar auf Gefahren für die US-Wirtschaft, etwa durch die Börsenturbulenzen und die konjunkturelle Abschwächung in China. Zugleich sieht sie aber gute Gründe, dass sich das US-Wachstum in moderatem Tempo fortsetzt. Die Entwicklung der Wirtschaft erlaube der Fed "allmähliche" Anpassungen in der Geldpolitik. Die Notenbank hatte im Dezember die Wende eingeleitet und nach sieben Jahren Nullzins die Geldpolitik gestrafft. Für 2016 erwarteten Anleger aber keine weiteren Zinserhöhungen mehr, heisst es im Markt.

Deckungskäufe treiben Bankaktien hoch

Gewinner waren Aktien, die zuletzt stark unter die Räder geraten waren. "Vor allem bei den Banken sehen wir viele Deckungskäufe", sagt ein Händler. Die Aktien der UBS steigen um 5,4 Prozent. Sie zählen mit einem Minus von 26 Prozent seit Jahresanfang zu den grössten Verlierern bei den Standardwerten. Credit Suisse legen 3,3 Prozent zu. Ihr Kursverlust im neuen Jahr beläuft sich auf 38 Prozent. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der "Financial Times" sagte Konzernchef Tidjane Thiam, die Bank sei in einer guten Position. Liquidität sei für die Bank derzeit kein Thema. Das Institut sei "stärker als je zuvor." Die Preise für Credit Default Swaps (CDS) der Credit Suisse entspannten sich. Die Absicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets fünfjähriger Anleihen der Bank gegen Zahlungsausfall kostete am Mittwoch noch rund 140'000 Euro nach 154'000 Euro am Dienstag.

Die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär gewinnen 4,7 Prozent an Wert. Die Aktie von Vontobel legt 0,9 Prozent zu. Die Privatbank und Raiffeisen setzen ihre Zusammenarbeit auch nach Auslaufen des bestehenden Kooperationsvertrages fort. Vontobel liefere bis mindestens Ende 2020 Anlageprodukte an Raiffeisen und übernehme die Wertschriftenabwicklung.

Versicherungswerte legen rund 3 Prozent zu. Die arg gebeutelten Zurich-Aktien steigen am Tag vor der Bilanzveröffentlichung um 3,1 Prozent. J.P. Morgan hat die Empfehlung auf "Neutral" von "Underweight" hochgestuft.

Actelion weiter strak gefragt

Die Anteile von Actelion steigen weitere 4,1 Prozent. Die Biotechnologiefirma hatte am Dienstag gute Zahlen und eine Dividendenerhöhung veröffentlicht und für dieses Jahr einen operativen Gewinnanstieg in Aussicht gestellt. Die Deutsche Bank empfiehlt den Titel zum Kauf.

Die beiden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche rücken um 2,1 und 1,5 Prozent vor. Ein unabhängiges Daten-Überwachungskomitee (IDMC) hat der japanischen Roche-Tochter Chugai empfohlen, die Phase-III-Studie mit dem Medikament Alecensa vorzeitig zu beenden, weil sie das Hauptziel erreicht hat. Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs lebten ohne Verschlechterung der Krankheit signifikant länger, wenn sie mit Alecensa behandelt wurden.

Die Aktien zyklischer Firmen steigen ebenfalls. ABB wird um 0,7 Prozent höher bewertet. Die stark gefallenen Lafarge-Holcim-Papiere gewinnen 5,4 Prozent.

Fischer erhält Grossauftrag - Aktie steigt

Am breiten Markt ziehen Bucher-Industries-Aktien um 1,1 Prozent an. Die Landmaschinen- und Kommunalfahrzeug-Firma restrukturiert den Fahrzeugbereich und peilt Einsparungen von rund sechs Millionen Franken pro Jahr an.

Fischer legen 3,1 Prozent zu. Der Anlagenbauer hat Aufträge von Elektronikgeräte-Herstellern im Wert von über 20 Millionen Dollar erhalten.

(Reuters)