Mit der Unterstützung der am Vorabend stark gestiegenen Ölnotierungen und US-Börsen kletterte der Leitindex SMI von Beginn weg in die Höhe und baute die Avancen am Morgen auf über 7900 Stellen aus. Aktuell kann der Index die Tageshöchstwerte zwar nicht ganz verteidigen, er steht aber immer noch über dem Schlusswert von letzter Woche von 7863 Punkten. Dies ist umso erstaunlicher, als dass der Index zur Wochenmitte noch bis 7650 Zähler abgerutscht war.

Der Handel mit Aktien bleibe stark von der Entwicklung des Ölpreises abhängig, heisst es. Dieser hatte sich am Vorabend mit der Hoffnung auf eine Vereinbarung zwischen Russland und Saudi-Arabien zur Begrenzung der Öl-Fördermenge erholt. Aber auch das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) in Shanghai ist Gesprächsthema. Chinesische Spitzenpolitiker bekräftigten etwa, noch Spielraum für weitere Konjunkturstützen zu haben, was an den Börsen gern gesehen wird. Am Nachmittag könnten Daten zum US-BIP dem Handel neuen Schwung verleihen.

Bis Mittag steigt der SMI um 1,3% auf 7894 Punkte. Das Tageshoch wurde bei 7922 Stellen gesehen. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 1,4% auf 1196 Punkte zu und der breite SPI 1,2% auf 8288 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titel notieren alle im Plus.

Sika: Kursgewinne bröckeln wieder ab

Bei den Bluechips sind Sika nach gutem Beginn und Avancen von bis zu 2,0% nun auf +0,8% zurückgefallen. Dabei hat der im Übernahmepoker steckende Zuger Bauchemie- und Klebstoffhersteller im vergangenen Jahr das beste Resultat der Firmengeschichte erzielt und damit die Vorgaben der Analysten übertroffen. Sika schlägt zudem den Aktionären eine Dividendenerhöhung vor und will die eingeschlagene Wachstumsstrategie fortsetzen. Analysten begrüssten die News, wiesen aber auch darauf hin, dass die Fronten im Übernahmestreit verhärtet bleiben. Am Vorabend hatte die französische Saint-Gobain das Interesse an Sika bekräftigt.

Wie bereits an den beiden Tagen zuvor werden Zykliker gut nachgefragt. Die Aktien der Luxusgütergruppen Richemont und Swatch klettern um 2,8% bzw. 2,5% in die Höhe. Den Titeln dürfte die von Nomura an den Konkurrenten Burberry vergebene Kaufempfehlung etwas Auftrieb verleihen. Händler glauben auch, dass vor allem bei Richemont die tiefere Bewertung zum Einstieg genutzt werde.

Lafarge-Holcim avancieren im Lager der konjunktursensitiven Papiere mit 2,4%, nachdem sie bereits am Vortag um beinahe 5% in die Höhe geklettert waren. Und auch ABB gewinnen gute 1,9% dazu. Die UBS hat das Kursziel für ABB angehoben, gleichzeitig jedoch das Rating auf "Neutral" belassen. An der Spitze der Bluechips-Tabelle liegen nach wie vor die volatilen Transocean (+4,9%).

Auch Finanztitel zählen weiterhin zu den Gewinnern. Allen voran steigen die Versicherer Zurich Insurance und Swiss Life (je +2,1%) in die Höhe. Zu Swiss Life hatte J.P. Morgan das Rating am Vortag noch gesenkt und so einen deutlicheren Anstieg verhindert. Der Lebensversicherer wird am Dienstag kommender Woche die Geschäftszahlen vorlegen. Die Banken UBS (+1,3%) und Credit Suisse (+1,5%) liegen mit den Pharma-Schwergewichten Roche (+1,0%) und Novartis (+1,3%) im Mittelfeld.

VZ Holding: Aktie verliert trotz guten Zahlen

Im breiten Markt haben einige Unternehmen ihre Zahlen zum Geschäftsjahr 2015 vorgelegt. So gelang es der VZ Holding, Ertrag und Gewinn erneut deutlich zu steigern. VZ habe die hohen Erwartungen erfüllt, so ein Analyst. Nach anfänglichen Avancen werden nun Gewinne mitgenommen und die Aktie verliert 3,1%.

Die Luzerner Industriegruppe CPH Chemie & Papier Holding litt 2015 unter dem schwächeren Euro und tiefen Papierpreisen, was die Aktie um 1,6% zurückfallen lässt. Mit am stärksten geben am Schweizer Markt die Titel des Handysoftware-Entwicklers Myriad (-8,7%) nach. Das Unternehmen musste 2015 Umsatzeinbussen hinnehmen und schrieb tiefrote Zahlen.

Auf der Gewinnerseite stehen unter anderen EFG (+5,4%). Seit klar ist, dass EFG die Tessiner Bank BSI übernehmen will, hat der Kurs jedoch stark nachgeben.

(AWP)